Ausbildung und Vorbereitung auf einen Auslandseinsatz

Der Einsatz der zivilen Angehörigen der Bundeswehr bei besonderen Einsätzen im Ausland erfordert eine verantwortungsvolle Vorbereitung. Zu den wichtigsten Stationen der Einsatzvorbereitung gehören sowohl die ärztliche Untersuchung, die zivile und militärische Ausbildung als auch die persönliche Vorbereitung auf einen Einsatz.

Einsatzvorbereitung

Der Einsatz der zivilen Angehörigen der Bundeswehr bei besonderen Einsätzen im Ausland erfordert eine verantwortungsvolle Vorbereitung. Zu den wichtigsten Stationen der Einsatzvorbereitung gehören sowohl die ärztliche Untersuchung, die zivile und militärische Ausbildung als auch die persönliche Vorbereitung auf einen Einsatz.

Die gesundheitliche Eignung für einen Einsatz und ein Einsatzgebiet wird durch den ärztlichen Dienst in einem Karrierecenter festgestellt. Die Untersuchung besteht aus der Feststellung der Wehrdienstfähigkeit sowie der Auslandsverwendungsfähigkeit.

Zu allen persönlichen Aspekten einer besonderen Auslandsverwendung wie finanzielle Angelegenheiten und Versorgungsfragen steht den Zivilbeschäftigten der Sozialdienst der Bundeswehr zur Verfügung.

Zivile Aus- und Fortbildung

Bereits bei der Ausbildung des zivilen Personals werden die Grundlagen für mögliche künftige Auslandseinsätze vermittelt. Die zivile Ausbildung der Angehörigen der Wehrverwaltung findet in mehreren Stufen statt.

Erste Grundlagen werden den Nachwuchsbeamtinnen und -beamten des gehobenen nichttechnischen Dienstes an der HS-Bund FB BWV in Mannheim bereits während der Laufbahnausbildung angeboten. Die Praxisbezogene Lehrveranstaltung III befasst die Studierenden vier Wochen mit dem Thema Auslandseinsatz und schließt mit einer Planübung ab. Den Einsatzteilnehmern hingegen stehen eine Grundlagen- und eine Spezialausbildung zur Verfügung.

Grundlagenausbildung:
Zur Grundlagenausbildung gehören die Basis-Lehrgänge für die Einsatzgebiete Afghanistan (ISAF) und Balkan (KFOR) sowie für Marineoperationen. Dabei werden im Überblick interkulturelle sowie politische Inhalte und die Aufgaben einer Einsatzwehrverwaltungsstelle vermittelt. An der Grundlagenausbildung nehmen Einsatzneulinge teil oder Einsatzerfahrene, die mindestens zwei Jahre nicht mehr im betreffenden Einsatzgebiet waren. Die Lehrveranstaltungen finden am BiZBw in Mannheim statt.

Spezialausbildung:
Gleiches gilt für die sogenannten Speziallehrgänge. Sie richten sich vorwiegend an Schlüsselpersonal in Leitungsfunktionen und bereiten unter anderem darauf vor, als militärische Vorgesetzte auftreten zu können. Dazu werden Befugnisse und Pflichten sowie der Umgang mit Konfliktsituationen gelehrt. Diese Ausbildungsmaßnahmen werden durch Facheinweisungen in bestimmte Themengebiete wie beispielsweise multinationale Abrechnung oder Schadensbearbeitung beim BAIUDBw in Bonn ergänzt.

Militärische Ausbildung

Wer in einen Auslandseinsatz geht, muss vorher militärische Ausbildungen absolvieren. Das für den Auslandseinsatz im Soldatenstatus vorgesehene Personal durchläuft inhaltlich die gleiche Einsatzvorbereitung wie das militärische Personal. Die militärische Vorausbildung und Einweisung im Inland wird grundsätzlich im Soldatenstatus durchgeführt.

Allgemein soldatische Ausbildung für ungedientes Zivilpersonal (ASA 1):
Ungediente Angehörige der Wehrverwaltung nehmen vor Beginn einer kontingentbezogenen Ausbildung und im Rahmen des Personalentwicklungskonzeptes an der ASA 1 an der Infanterieschule der Bundeswehr in Hammelburg teil.

In der vierwöchigen Ausbildung werden die wichtigsten Inhalte der allgemeinen militärischen Grundausbildung vermittelt. Die Ausbildung soll alle Teilnehmer in die Lage versetzen, sich sowohl in die allgemeine militärische Ordnung einzufügen als auch grundsätzliche militärische Verhaltensweisen bei Auslandseinsätzen anwenden zu können.

Allgemein soldatische Ausbildung für gedientes Zivilpersonal (ASA 2):

Zur besseren Integration der Angehörigen der Wehrverwaltung in die Einsatzkontingente wurde im Jahr 2008 zusätzlich die ASA 2 eingeführt. Die dreiwöchige Ausbildung ist für alle zivilen Mitarbeiter/-innen vorgesehen, die bereits für einen Einsatz geplant sind und an der ASA 1 erfolgreich teilgenommen haben.

In der ASA 2 werden die Grundlagen und Voraussetzungen für die spätere Zusatzausbildung EAKK geschaffen, indem militärische Kenntnisse aus vorherigen Ausbildungen aufgefrischt, aktualisiert und vertieft werden. Zusätzlich soll Handlungssicherheit in folgenden Fähigkeiten und Fertigkeiten erreicht werden:

  • Verstehen der nationalen und internationalen Grundlagen von Einsätzen zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, einschließlich der Bedeutung der Rules of Engagement (ROE) sowie von wesentlichen nationalen Besonderheiten
  • Verhaltensweisen bei Alarm und verschiedenen Eskalationsstufen
  • Grundsätze für das Einrichten, Sichern und Betreiben eines Kontrollpunktes und lagegerechten Verhaltens bei Personen- und Fahrzeugkontrollen
  • Grundsätze für die Durchführung eines Konvois und des Verhaltens bei Unfällen, Ausfällen sowie besonderen Situationen
  • Grundsätze zum Schutz gegen Waffenwirkung und die Wirkung von Kampfmitteln (Minen, IED)
  • Anwenden der grundsätzlichen Verhaltensweisen bei Gefährdung durch nicht zur Wirkung gelangter Kampfmittel
  • Grundsätzliche Verhaltensregeln in einem Feldlager einschließlich des Objektschutzes

Einsatzvorbereitende Ausbildung für Konfliktverhütung und Krisenverhütung (ZA EAKK):

Voraussetzung für die Teilnahme an der ZA EAKK ist die erfolgreiche Teilnahme an der ASA 2 und die Einplanung für einen konkreten Einsatz. Ziel dieser Ausbildung ist es, die Teilnehmenden einheitlich auf die aktuellen Bedingungen und Erfahrungen im spezifischen Einsatzgebiet abschließend vorzubereiten.

Alle Ausbildungsabschnitte der ZA EAKK werden durch den jeweiligen Leitverband organisiert. Hierzu gehören zum Beispiel Landeskunde und Konflikthistorie, Auftrag, Mandat und Rechtsstellung im Einsatz. Darüber hinaus werden abschließende Impfmaßnahmen und die Ergänzung der Einsatzausrüstung vorgenommen sowie das Verhalten in eskalierter Lage und zum Selbstschutz geübt.

Sprachausbildung

Das Bundessprachenamt (BSprA) bietet für Soldatinnen und Soldaten sowie Angehörige der Wehrverwaltung ein umfangreiches Angebot an verwendungsorientierten Sprachlehrgängen und Materialien zum Selbststudium an. Die Angehörigen im Geschäftsbereich des BMVg werden priorisiert in die Sprachlehrgänge eingesteuert. Die Sprachausbildung wird verwendungsorientiert angeboten.

Das BSprA bietet Sprachlehrgänge, Kombi-Sprachausbildungen und interaktive Sprachlernprogramme an, die individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Lehrgangsteilnehmer ausgerichtet sind.