Ein Mitarbeiter der Wetterberatung Bückeburg.

Regierungsamtmann Rainer B, Wetterberater in Bückeburg.

Foto: © Bundeswehr / Jani Pushparajah-Hoof

Flugwetterberater der Bundeswehr

Rainer B., 60 Jahre, ist Wetterberater in der Geoinformationsberatungsstelle beim Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg.


"Der direkte Kontakt mit den Piloten und die Beschäftigung mit dem Themengebiet Wetter macht mir sehr großen Spaß. Das wird nie langweilig, selbst nach den vielen Jahren in diesem Aufgabenfeld."


„Ohne eine Wetterberatung von uns darf kein Pilot fliegen.“

Dieses ist die Grundlage für das tägliche Wetterbriefing um 7:15 Uhr, das an jedem Tag stattfindet, an dem geflogen wird. In dem großen Hörsaal tragen die Verantwortlichen dann die Wettervorhersage vor rund 200 Personen auf Englisch vor. 

Ein Mitarbeiter zeigt auf eine Wetterkarte auf einem Bildschirm.

Rainer B. steht an einer Wetterkarte.

Foto: © Bundeswehr / Jani Pushparajah-Hoof

Den Vortragenden hören dann die nationalen und internationalen Pilotinnen und Piloten und Bordtechnikerinnen und Bordtechniker zu, aber auch Feuerwehrleute, der Rettungsdienst und der Kommandeur. Sie alle wollen wissen, wie das Wetter in den nächsten Stunden, Tagen und in der nahen Zukunft wird.

Natürlich haben einige von der Zielgruppe am Tag zuvor das Wetter in der Tagesschau gesehen oder besitzen mittlerweile eine WetterApp auf ihrem Smartphone. Aber weder in der Tagesschau noch in den Apps steht etwas von Wolkenuntergrenzen oder Sichtweiten. Auch eine Nachtflugberatung gibt es dort nicht. Zudem unterliegt der gesamte Flugverkehr der Bundeswehr der Vorgabe, dass ohne eine Wetterberatung kein Pilot fliegen darf.

Ein Mitarbeiter und ein Pilot beraten sich an einer Wetterkarte.

Rainer B. berät einen Piloten.

Foto: © Bundeswehr / Jani Pushparajah-Hoof


"Darum kommen über den ganzen Tag verteilt und vor den Nachflügen auch die Piloten noch zur Einzelberatung zu uns in den Tower", sagt Rainer B.

Der Niederschlag ist für die Piloten nicht so wichtig, wenn es nicht gerade gefrierender Niederschlag ist. Es kann ruhig regnen, das schadet den Hubschraubern nicht. Als Wetterberater muss man vor allem auf die Sichtweite und die Höhe der Wolkenuntergrenze achten. Wenn diese zu niedrig ist, befinden sich unter anderem die Erhebungen des nahen Weserberglandes unter der Wolkendecke und dann haben die Piloten keine Chance darüber zu kommen.

Ein Mitarbeiter sitzt an einem Bildschirm.

Rainer B. sitzt an seinem Schreibtisch.

Foto: © Bundeswehr / Jani Pushparajah-Hoof



Anders als die Wetterbeobachter sind die Wetterberater für die Wettervorhersage zuständig. Dazu berechnt der Geoinformationsdienst der Bundeswehr mit Computermodellen anhand der aktuellen Wetterdaten wie Temperatur und Niederschlagsmenge sowie den Satellitenbildern, wie das lokale, regionale, nationale und internationale Wetter wird.

Diese Vorhersagen für die zu erwartenden Sichtbedingungen wie  Wolkenuntergrenzen und Nebel, gefährliche Wettererscheinungen (gefrierender Regen, Gewitter oder Sturm) und Windstärken werden in ein Formblatt eingetragen.

Ein Mitarbeiter berät einen Piloten an einer Wetterkarte.

Rainer B. bei der Einzelberatung.

Foto: © Bundeswehr / Pushparajah-Hoof


"Besonders bei schlechtem Wetter wollen die Piloten ganz genau wissen, was sie auf ihrer Flugroute erwartet", sagt Rainer B. Die Wetterberater geben bei den Einzelberatungen, wie auch beim großen Briefing, aber nur einen Sachstand wieder. Die Entscheidung, ob der Pilot nach der Beratung fliegen wird, trifft er alleine. Dazu wägt er die Wetterinformationen mit dem dienstlichen Auftrag ab. Aber natürlich steht die Sicherheit stets im Vordergrund.

Für neue Flugschüler ist der Wind besonders interessant. Speziell wenn sie ihre ersten Flugversuche unternehmen, bei denen sie oft genug noch mit ihrer Maschine zu tun haben, wirkt der Wind störend. Für die Fluglehrer und erfahrenen Piloten sind normale Windstätrken um 12 Knoten kein Problem, da wackelt die Maschine etwas, aber sie können es gut kontrollieren.


Rainer B. erklärt abschließend: "Man kann nicht sagen, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, sondern ich bin da als gelernter Elektro-Installateur nach einer guten Ausblidung im mittleren Dienst als Wetterbeobachter und danach als Berater eher so reingewachsen. Mein Beruf wurde somit eher auch zu einem Hobby."

Autor: Björn Jüttner