Abbildung von unserer Auszubildenden Medizinischen Fachangestellten

Portrait unserer Auszubildenden

Foto: © Bundeswehr / Stephan Ink

Beim Sanitätswesen der Bundeswehr

Angelina Trautner, 22 Jahre, Auszubildende zur Medizinischen Fachangestellten: „Am Ende eines jeden Tages habe ich ein gutes Gefühl, weil wir den Menschen helfen können.“


Der Wunsch zu heilen

Behandlung an der Hand einer Soldatin

Behandlung einer Soldatin

Foto: © Bundeswehr / Stephan Ink


„Ich wollte auf jeden Fall etwas im medizinischen Bereich machen, was mit meiner langen Krankheitsgeschichte zu tun hat“, sagt Angelina Trautner. Die 22-Jährige hat seit ihrer Leukämieerkrankung als Jugendliche einige Behandlungen bei Ärzten und in Krankenhäusern mitgemacht. So lernte sie lange Zeit den medizinischen Alltag aus der Patientensicht kennen. „Nun aber möchte ich endlich selber Menschen helfen, die krank sind.“ Ihre Patienten sind in erster Linie Soldaten aus der Luftwaffenkaserne in Köln-Wahn, die schon in den frühen Morgenstunden auf ihre Termine warten. Angelina Trauter ist als Auszubildende zur Medizinischen Fachangestellten im zweiten Lehrjahr anfangs vor allem für die verwaltungstechnische Betreuung der Patienten zuständig. „Ich telefoniere viel, vergebe Termine, kümmere mich um die Akten der Patienten und fülle Rezepte aus“, sagt Trautner. Um die Soldaten richtig aufzurufen, paukt die Zivilangestellte der Bundeswehr zu Hause Dienstgrade. Ein Hauptfeldwebel soll ja auch im Sanitätszentrum der Bundeswehr als Hauptfeldwebel angesprochen werden, findet Trautner. Sie macht das freiwillig, vorgegeben wurde ihr das nicht.


Ein neues Umfeld

Patient und medizinische Fachangestellte im Gespräch

Patienteninformation

Foto: © Bundeswehr / Stephan Ink


„Die Bundeswehrwelt ist mittlerweile völlig normal für mich. Hier kommt jeder mit jedem klar, Soldat mit Zivilist und umgekehrt. Das ist wirklich sehr schön“, sagt junge Auszubildende vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum in Köln. Auch ansonsten gibt es keine großen Unterschiede zur Welt vor dem Kasernentor. Grippe und Rückenschmerzen sind auch hier die häufigsten Krankheiten, der Arbeitsablauf gleicht dem einer zivilen Hausarztpraxis und auch der Umgangston ist ganz normal und überhaupt nicht streng militärisch. „Mittlerweile ist es eher komisch zu meinem Hausarzt zu gehen und keine Uniformen zu sehen“, sagt Trautner.

Dabei war es für die junge Frau eher ein glücklicher Zufall, dass sie in der Bundeswehr landete. Bei der Jobbörse der Arbeitsagentur für Arbeit entdeckte sie zufällig die vielen Ausbildungsmöglichkeiten der Bundeswehr. „Sofort klickte ich mich danach durch die Webseite ‚ziv.bundeswehr-karriere.de‘ und bewarb mich umgehend bei der Bundeswehr. Ich hatte dann nicht nur das Glück, dass ich genommen wurde, sondern auch nicht weit von meiner Heimat in Leverkusen zu arbeiten“, erinnert sich Angelina Trautner.


Mensch im Mittelpunkt

Blutdruck- und Pulsmessung an einem liegenden Patienten

Blutdruck- und Pulsmessung

Foto: © Bundeswehr / Stephan Ink


Ihr erster Tag war natürlich etwas komisch. Die Kaserne in Köln-Wahn ist unglaublich groß mit Sportplatz, Kindertagesstätte und dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Bonn. Zuerst musste sie das Sanitätszentrum finden. Wie immer in den ersten Tagen bekommt man dann noch viel erklärt, beispielsweise welche Aufgaben man hat. Da dachte ich schon: „Oh, mein Gott, ist das viel.“ Aber mit den Wochen relativiert sich das. Mittlerweile gefällt es ihr im Sanitätszentrum sehr gut. Jeder Tag ist spannend, weil sie nie weiß, was für Patienten mit welchen Beschwerden auftauchen. Im zweiten Lehrjahr wechselt Trautner dann in die Ambulanz, „wo ich dann auch mehr mit der Versorgung der Patienten zu tun haben werde. Endlich beginnt dann die Praxis.“ Anstelle der Arbeit mit den Patientenakten geht es dann an‘s Blutdruck messen, Blut abnehmen, impfen und Wunden behandeln. Trautner freut sich sehr auf die Ambulanz und erklärt: „Am Ende des Tages habe ich schon jetzt immer ein gutes Gefühl, weil wir den Menschen helfen können.“


Da geht noch was

 Ein Arbeitsplatz im Büro der medizinischen Fachangestellten

Vorbereiten des Ausbildungsberichts

Foto: © Bundeswehr / Stephan Ink


Neben der sehr guten praktischen Ausbildung im Sanitätszentrum wird sehr viel Wert auf die schulische Ausbildung gelegt. Ab und zu muss Trautner ihr Berichtsheft ihrem Ausbildungsleiter, einem Oberfeldarzt vorlegen. „Was aber kein Problem für mich ist, er spricht dann vieles mit mir gemeinsam durch. Sobald ich irgendwelche Probleme habe, kann ich dann auch jederzeit mit dem Oberfeldarzt darüber sprechen.“ Nach den drei Jahren der Ausbildung wäre es für Angelina Trautner „ein Traum, wenn ich nach meiner Ausbildung hier bleiben könnte. Ich würde, um bei der Bundeswehr zu bleiben, auch woanders hingehen. Ich bin da flexibel.“

Autor: Björn Jüttner