Soldat im Portrait

Oberfeldwebel Oberer während einer Gefechtspause

Foto: © Bundeswehr / Michael Seidel

Beobachtungsfeldwebel: Koordinierte Feuerunterstützung

Angespannt beobachtet Oberfeldwebel Frank Oberer (28) von seinem Schützenpanzer Marder aus das Gefechtsfeld. Mit dem Fernglas sucht er nach feindlichen Gefechtsfahrzeugen, um deren Position weiterzumelden. Durch gezieltes Einsetzen von Wirkmitteln wird die Bewegung des Feindes behindert. Nach dem er seinen Grundwehrdienstes abgeleistet hatte, bewarb er sich noch einmal bei der Bundeswehr – für ein neues Aufgabengebiet.

Im November 2001 trat Frank Oberer als Grundwehrdienstleistender seinen Wehrdienst in Zweibrücken an. Ausbildung zum Fallschirmjäger – definitiv keine Büroarbeit. “Die neun Monate Grundwehrdienst haben mir sehr gut gefallen, aber leider gab es damals in Zweibrücken keine freien Dienstposten. Für Bewerbungen bei anderen Verbänden hat die restliche Dienstzeit nicht mehr gereicht. So habe ich die Bundeswehr nach den neun Monaten verlassen und bin wieder in meinen zivilen Beruf zurückgekehrt”, erinnert sich der gelernte Steinmetz und Steinbildhauer.

Die zweite Einberufung

Zu diesem Zeitpunkt stand für den gebürtigen Pfälzer schon fest, dass er einen Antrag auf Wiedereinstellung stellt. Dazu musste der ehemalige Fallschirmjäger zu einem zweitägigen Einstellungstest beim Zentrum für Nachwuchsgewinnung in Düsseldorf. Nach erfolgreicher Prüfung trat er als Soldat auf Zeit für 12 Jahre im Januar 2004 seinen Dienst beim Artillerielehrregiment 345 in Kusel an.

Umfangreiche Ausbildung

Es folgte die Ausbildung zum Geschützführerunteroffizier Panzerhaubitze 2000. Zusätzlich erwarb er die Führerscheine für die Klasse BCE und F. Die Klasse F berechtigt zum Fahren von Kettenfahrzeugen wie den Schützenpanzer Marder. Rund vier Jahre war Oberfeldwebel Oberer als Gruppenführer in der Allgemeinen Grundausbildung eingesetzt. Dann erfolgte die Ausbildung zum Beobachtungsfeldwebel. Der Bebachtungsfeldwebel ist Teil des Joint Fire Support Team.

„Zu meinen Aufgaben gehört das Beobachten des Geländes, die Zielaufklärung, die Zielbestimmung sowie das Lenken der eigenen Wirkmittel“ erklärt er begeistert. „Die Arbeit als Beobachtungsfeldwebel macht mir sehr viel Spaß. Man ist viel unterwegs und arbeitet immer eng mit der Kampftruppe zusammen“.

Das Joint Fire Support Team führt die Zielaufklärung, Zielortung und Zielidentifizierung durch, um dann dem Auftrag entsprechende Wirkmittel anzufordern. Die Unterstützung kann durch nationale oder multinationale Artillerie

Keine leichten Aufgaben

Das Erfassen, Identifizieren sowie das Lenken der Wirkmittel können sowohl vom Fahrzeug aus, wie auch im abgesetzten Einsatz erfolgen. Zum Feststellen der Zieldaten steht ihm modernste Technik wie z. B. Wärmebildgerät, Laserentfernungsmesser zur Verfügung. Trotzdem muss er auch das Vermessen mit konventionellen Mittel wie Fernglas, Karte, Kompass und Kartenwinkelmesser beherrschen. So umfangreich wie seine Aufgaben als Beobachtungsfeldwebel ist auch seine Verantwortung. Als Panzerkommandant führt er den Schützenpanzer Marder mit dem Fahrer und seinem Bediener Datenfunkgerät, der gleichzeitig auch die Aufgaben des Richtschützen wahrnimmt.

Die Zukunft fest im Auge

Seine Zukunft nach dem Ende seiner „zweiten Dienstzeit“ ist fest geplant. Als Soldat auf Zeit für zwölf Jahre ohne Studium bei der Bundeswehr kann er für 15 Monate vom militärischen Dienst zur beruflichen Aus- und Fortbildung freigestellt werden. Weiterhin hat er einen Anspruch auf 36 Monate Förderung schulischer und beruflicher Ausbildung nach der Beendigung der Dienstzeit. „Während meiner Berufsförderungszeit möchte ich die Fachhochschulreife erlangen und anschließend ein Studium als Virtual Designer absolvieren“, blickt Oberer zuversichtlich in Zukunft.