Ein Soldat in Monteuroverall schraubt an einem Bundeswehrfahrzeug

Stabsgefreiter Klimek öffnet die Motorhaube des 2-Tonners

Foto: © Bundeswehr / Ulrich Reinecke

Instandsetzungssoldat: Schweißen, flexen, Reifen wechseln

Cham, 19.05.2011.

Helle Funken sprühen als der Schweißdraht das Bodenblech des Lkw berührt. Der Soldat im Monteuranzug bringt ein neues Bodenblech am tarnfarben lackierten „Zweitonner-Unimog“ an. Stabsgefreiter Szymon Klimek (27) ist gelernter Kraftfahrzeugmechaniker und Instandsetzungssoldat beim Fernmeldebataillon 4 in Cham im Bayrischen Wald.

„Während und nach meiner zivilen Ausbildung als Kraftfahrzeugmechaniker habe ich Pkws unterschiedlicher Marken repariert, “ erzählt Stabsgefreiter Szymon Klimek.

Heute repariert der in Oberschlesien (Polen) geborene Zeitsoldat vorwiegend die Lkws seines Bataillons. „Im Oktober 2005 habe ich mich zunächst freiwillig für 23 Monate bei der Bundeswehr verpflichtet“. Auf den Arbeitgeber Bundeswehr ist er durch einen guten Freund aufmerksam geworden – der ist ebenfalls Zeitsoldat. „Meine Arbeit im Instandsetzungszug macht mir Spaß und Kameradschaft wie als Bundeswehrsoldat findet man sonst nirgends im Beruf.“ Daher hat er sich weiterverpflichtet auf zunächst vier, dann auf acht Jahre.

Soldat im Monteurkombi

Ein Soldat im Monteuroverall bekommt von seinem Vorgesetzten einen Arbeitsauftrag

Erkannte Mängel stehen im Arbeitsauftrag

Foto: © Bundeswehr / Ulrich Reinecke

Seine Arbeitsaufträge bekommt er vom sogenannten Schirrmeister. „Der ist mein fachlicher Vorgesetzter“ erklärt er. Der Schirrmeister ist ein Feldwebeldienstgrad und ausgebildeter Kfz-Meister. Er kontrolliert wie in einer zivilen Werkstatt alle Arbeiten bevor das Fahrzeug die Halle verlässt. Die Arbeiten umfassen das gesamte Spektrum des „Kundendienstes“. „Die rund 200 militärischen Fahrzeuge des Verbandes werden bei uns gewartet und festgestellte Mängel werden behoben“, erzählt Klimek, nicht ohne Stolz. Schweißen, flexen, Keilriemen spannen, Reifen wechseln, Bremsen überprüfen und warten – alle Arbeiten je nach Auftragslage werden prompt durchgeführt. In Ihren blauen Monteurkombis sorgen die Instandsetzungssoldaten für die technische Sicherheit des „grünen“ Fuhrparks, also aller getarnten Fahrzeuge. Die Ausbildung „Schutzgasschweissen“ hat Klimek bereits vor seiner Bundeswehrzeit als zusätzliche Qualifikation erworben.

Spezialisiert auf Lkws

Nach einem Einstellungstest beim Kreiswehrersatzamt hatte der Stabsgefreite seine Allgemeine Grundausbildung in Roth absolviert. Durch Umstrukturierungen wurde er dann nach Cham versetzt. „Ich wohne nur 20 Kilometer vom jetzigen Standort entfernt und fahre als sogenannter Heimschläfer jeden Abend nach Hause.“ Nach der militärischen Grundausbildung folgte eine Ausbildung im Instandsetzungszug. „Dort wurde ich auf die verschiedenen Fahrzeugtypen, überwiegend Lkws und Anhänger des Bataillons eingewiesen. Meinen Lkw-Führerschein habe ich in sechs Wochen bei der Bundeswehr gemacht“, blickt Klimek zurück. „Der Arbeitstag beginnt für mich im Regeldienst um 06:45 Uhr und endet um meist um 16:15 Uhr, freitags um 12:00 Uhr. Im Einsatz oder bei Übungen geht es aber oft deutlich länger“.

Auslandserfahrung im Einsatz

Die Instandsetzungssoldaten warten und reparieren das einsatzwichtige Gerät und die Fahrzeuge. „Die meist silberfarbenen, handelsüblichen Pkws des Fuhrpark-Service werden in zivil Werkstätten repariert, da sie nicht zum Einsatzgerät zählen und nicht der Bundeswehr gehören“, erklärt Hauptmann Alexander Heinz (33), Chef der vierten Kompanie. Zur „Vierten“ gehört auch Klimek. Mit seinem Kompaniechef war Klimek auch im Auslandseinsatz. „Ich war zweimal im Einsatz im Kosovo, erst 2008 und dann 2010, jeweils für vier Monate. Das waren für mich ganz besondere Erlebnisse, die ich nicht missen möchte“, blickt der Stabsgefreite zurück. Zusätzlich zu seinem Gehalt von monatlich rund 1.600 Euro bekam er noch die tägliche Auslandsverwendungszulage.

Meisterbrief als Förderungsmaßnahme

Stabsgefreiter Klimek verlässt, wie er sagt, die Bundeswehr mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Manchmal wird es auch stressig, dann gibt es mehr Arbeit als Hände, aber für mich überwiegen deutlich die positiven Seiten“, resümiert der Instandsetzungssoldat. Das Ziel des 27-Jährigen: Am Ende seiner Dienstzeit will er im Rahmen seines Berufsförderungsanspruches mit Unterstützung der Bundeswehr die zivile Meisterprüfung absolvieren. Darauf bereitet er sich schon jetzt vor.