Eine deutsche Soldatin mit ihrem niederländischen Vorgesetzten im Büro

Mit dem Kompaniefeldwebel im Geschäftszimmer

Foto: © Bundeswehr / Uli Reinecke

Als deutsche Soldatin in einem multinationalen Hauptquartier

Münster / Bergen, 02.12.2011.

Stabsunteroffizier Mandy Rafalski (25) ist Soldatin beim I. Deutsch-Niederländischen Korps in Münster. Dieses Korps ist ein multinationales NATO-Hauptquartier unter niederländischer und deutscher Leitung, in dem Soldaten aus zwölf Nationen ihren Dienst versehen. Auf dem Truppenübungsplatz in Bergen üben die deutschen und niederländischen Kameraden gemeinsam mit anderen Nationen für den Einsatz. Stabsunteroffizier Rafalski ist Feldwebelanwärterin und Personalunteroffizier in diesem multinationalen Hauptquartier.

„Für mich war bereits während meiner Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten klar, dass mein Wunsch für eine berufliche Zukunft bei der Bundeswehr liegt. Ich arbeite sehr gerne in einem multinationalen Stab mit Soldaten verschiedener Nationen zusammen“, sagt Rafalsky.

In ihrem Geschäftszimmer in Münster und während der Übung Odyssee Sword ist sie unter anderem für das Führen der Personalakten der Soldaten in der Kompanie verantwortlich. Vielfältige administrative Dinge erledigt sie im täglichen Dienstbetrieb der Kompanie. Rafalski's Kompaniechef und auch Ihr „Spieß“ (Kompaniefeldwebel) sind Niederländer. Die Kompanie besteht aus deutschen und niederländischen Soldaten, die gemeinsam ihren Auftrag erfüllen.

Vielschichtige Ausbildungsmöglichkeiten

Eine Soldatin sitzt an einem Schreibtisch und arbeitet mit einem Computer

Feldwebelanwärterin mit 16 Jahren Dienstzeit

Foto: © Bundeswehrt / Uli Reinecke

Mandy Rafalski hat sich bei der Bundeswehr für 16 Jahre verpflichtet. Sie ist als Personalunteroffizier eingesetzt, bis ihre künftige Stelle frei wird. „Dann werde ich Materialbewirtschaftungsfeldwebel im Korpsstab. Mein Ziel ist es, Berufssoldat zu werden“, sagt sie. Ihr militärischer Werdegang zeigt, welche vielfältigen Möglichkeiten Soldaten der Bundeswehr offen stehen können. Der Allgemeinen Grundausbildung im Jahr 2007 beim damaligen Instandsetzungsbataillon 7 folgte die Versetzung zum Panzergrenadierlehrbataillon 92 nach Munster. „Von 2007 bis 2009 war ich dort als ausgebildeter Versorgungsunteroffizier für den Nachschub zuständig. Die Unteroffizierlehrgänge eins und zwei habe ich an der Logistikschule in Garlstedt absolviert“, so die jetzige Feldwebelanwärterin. Da ich ein Typ bin, der gerne weg von zu Hause wollte, fallen mir Versetzungen nicht schwer“, ergänzt sie.

Internationale Auslandsverwendung

Eine deutsche Soldatin und ein holländischer Soldat vor einem Militärfahrzeug

Sie arbeitet gerne im multinationalen Umfeld

Foto: © Bundeswehr / Stefan Busse

Auf eigenen Antrag wurde Rafalski 2009 nach Brunssum zum NATO-Hauptquartier (Allied Joint Force Command) in die Niederlande versetzt. „Dort fühlte ich mich sehr gut aufgehoben, die Arbeit als „Admin“ (Administrator) für die ISAF-Abteilung hat mir viel Spaß gemacht“. In dieser Zeit hat Rafalski die Ausbildung vieler hochrangiger Stabsoffiziere bei deren Einsatzausbildung im NATO Rahmen administrativ unterstützt. „Viele Generale ergänzen in Brunssum ihre Einsatzausbildung, bevor sie nach Afghanistan in den Einsatz gehen“, erklärt sie. Bei dieser Verwendung profitierte die Realschülerin aus Magdeburg von ihrem sechswöchigen Englischlehrgang in den Streitkräften. „Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Nationen war genau mein Ding“.

 

Wunscharbeitsplatz NATO-Hauptquartier

Eine deutsche Soldatin im Gespräch mit Soldaten anderer Nationen

Wunschverwendung im multinationalen Hauptquartier

Foto: © Bundeswehr / Stefan Busse

Da eine „integrierte Verwendung“ im Ausland in der Regel nur bis zu einer Verwendungsdauer von drei Jahren möglich ist, wurde sie auf eigenen Wunsch im Anschluss ins Deutsch-Niederländische Korps nach Münster versetzen. Mit ihrer Weiterverpflichtung auf 16 Jahre steuert sie nun die Laufbahn der Feldwebel an. „Dabei habe ich die Möglichkeit weiterhin im multinationalen Umfeld meinen Dienst zu versehen“, freut sich die 25-jährige über die Anschlussverwendung. Auf ihrem derzeitigen Dienstposten, arbeitet sie dem niederländischen Kompaniefeldwebel und dem deutschen Kompanietruppführer zu. „Wir sind hier wie eine große NATO-Familie“, beschreibt Stabsunteroffizier Rafalski ihren Wunscharbeitsplatz beim I. Deutsch-Niederländischen Korps in Münster.