Portrait eines Hauptfeldwebels der Luftwaffensicherungstruppe

Hauptfeldwebel M. ein Feldwebel des Truppendienstes

Foto: © Bundeswehr / H. Cabanski

Hauptfeldwebel Peter-Paul M. – ein Feldwebel mit Führungsverantwortung

Man findet sie im Heer, in der Luftwaffe oder auch in der Marine – die Feldwebel des Truppendienstes. Sie sind Vorgesetzte, die sich bereits als junge Dienstgrade der Verantwortung stellen, Soldatinnen und Soldaten zu führen und auszubilden. Genau das macht den Reiz dieser Verwendung aus. Einer von ihnen ist Hauptfeldwebel Peter-Paul M., Feldwebel der Luftwaffensicherungstruppe. Der 28jährige ist Angehöriger des Objektschutzregimentes der Luftwaffe „Friesland“ in Schortens.

Hier leistet er seinen Dienst als Gruppenführer und stellvertretender Zugführer einer Infanteriestaffel. „Der Umgang mit den meist jungen Untergebenen fordert von jedem Vorgesetzten Einfühlungsvermögen, pädagogisches Geschick und oft genug auch Durchsetzungsvermögen. Sie können sich vorstellen, dass gerade in den ersten Monaten viel Neues auf die Soldatinnen und Soldaten einprasselt. Die „persönliche Komfortzone“ wird um einiges beschnitten. Seinen Platz in der Gruppe zu finden oder auch die Unterkunft mit anderen teilen zu müssen, stellen ganz spezielle Anforderungen an die jungen Soldatinnen und Soldaten. Hier steht man als Gruppenführer oft als Vermittler und Lenker in der Verantwortung“, erklärt Hauptfeldwebel M. und schmunzelt.

Ausbilden und Führen

Ein Soldat steht an einem Element der Hindernisbahn

Hauptfeldwebel M. mit seiner Gruppe auf der Hindernisbahn

Foto: © Bundeswehr / H. Cabanski

Ein weiterer Kernauftrag des Hauptfeldwebels ist das Ausbilden und Führen seiner Soldaten. „Viele infanteristische Aufträge wie der Orts- und Häuserkampf, Verteidigungs- und Angriffsverfahren oder auch der Waldkampf können nur im Kollektiv erfüllt werden. Meine Aufgabe als Vorgesetzter ist hierbei in erster Linie die Ausbildung meiner Soldaten. Verhaltensmuster und Verfahren werden solange geübt, bis sie in Fleisch und Blut übergehen. Das gibt den Soldaten gerade unter gefechtsmäßigen Bedingungen – sei es bei Übungen oder auch im Rahmen von Auslandseinsätzen die Sicherheit, die sie brauchen, um diesen körperlich aber auch mental fordernden Auftrag erfüllen zu können. Die Gruppe soll sich als Team erkennen. Wenn ich zum Beispiel beim Geländedienst sehe, dass leistungsstärkere Soldatinnen oder Soldaten schwächere Kameraden aus eigenem Antrieb unterstützen und ihnen helfen, ist das für mich ein Indikator, dass das Gefüge in der Gruppe stimmt. Das gibt mir das schöne Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein“, sagt M.

Das Erlernte unter Einsatzbedingungen umsetzen

Wie wichtig die fundierte Ausbildung der Soldaten ist, konnte Hauptfeldwebel M. bei mehreren Auslandseinsätzen in Afghanistan erkennen. Hier wurde der Hauptfeldwebel als Gruppenführer eingesetzt. „Im Prinzip mussten meine Soldaten und ich das bei diversen Ausbildungen und Übungsplatzaufenthalten erlernte hier unter Einsatzbedingungen umsetzen. Natürlich ging das nicht bruchfrei. Ausbildungsbetrieb ist eben nicht Einsatz“, erläutert M. Aber auch situationsangepasst führen zu können, zeichnet einen militärischen Führer aus.

Ich weiß, dass ich mich auf meine Soldaten verlassen kann

Soldaten stürmen ein Gebäude auf einem Truppenübungsplatz

Bei Truppenübungsplatzaufenthalten werden Angriffs- oder Abwehrverfahren im Gruppenrahmen geübt

Foto: © Bundeswehr / S. Sanders

„Im Einsatzland ist man als Gruppenführer rundum gefordert. Die personelle und materielle Einsatzbereitschaft der Gruppe spielt hier eine entscheidende Rolle. Ich weiß, dass ich mich auf meine Soldaten verlassen kann – sei es bei einer Patrouille oder auch bei Kontaktaufnahmen mit Dorfbewohnern oder einheimischen Sicherheitskräften. Jeder kennt die Verfahren und seine Aufgaben. Das gibt einem die Ruhe und Sicherheit, die man als Vorgesetzter braucht. Eine entscheidende Rolle spielen dabei meine „alten Hasen“ (Anm. d. Red.: Längerdienende Mannschaftdienstgrade), die aufgrund ihrer Dienstzeit immer als feste Größe in der Gruppe agieren“, so der Hauptfeldwebel.

Genau die richtige Entscheidung

Für M. war die Entscheidung, Feldwebel der Luftwaffensicherungstruppe zu werden, genau die richtige. Der gebürtige Rüganer konnte sich auch nie vorstellen, irgendeinen Bürojob zu machen.
„Für mich war von Anfang an wichtig, dort eingesetzt zu werden, wo ich meiner Meinung nach soldatisch gefordert werde. Das bietet mir der Objektschutz auf jeden Fall. Ich kenne kein ziviles Arbeitsfeld, wo einem bereits in meinem Alter die Gelegenheit geboten wird, für 10-15 Soldaten in jeder Beziehung verantwortlich zu sein“, sagt er. Seine berufliche Zukunft sieht der Luftwaffensicherer bei seinem jetzigen Arbeitgeber.

Autor: H. Cabanski