Ein Luftwaffensoldat sitzt in einem Aufklärungsflugzeug an einer Kontrollkonsole

Benjamin Haffke in seinem dienstlichen Element

Foto: © Bundeswehr / Peter Müller

IT über den Wolken

Oberfeldwebel Benjamin Hafke ist als Anwendungsprogrammierer der Luftwaffe beim NATO E-3A Verband in Geilenkirchen stationiert. Der IT-Feldwebel programmiert und pflegt die Radarsoftware für die AWACS-Maschinen.

Nach einer zivilen Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration sowie den laufbahnspezifischen Lehrgängen für Unteroffiziere mit Portepee absolvierte Oberfeldwebel Hafke einen weiteren Programmierlehrgang bei der Bundeswehr im bayrischen Feldafing am Starnberger See. Im Anschluss daran wurde er zur NATO Air Base nach Geilenkirchen-Teveren, nahe der niederländischen Grenze, versetzt.

Arbeitsalltag Anwendungsprogrammierer

Ein Aufklärungsflugzeug während eines Fluges

Ein Arbeitsplatz auch über den Wolken

Foto: © Bundeswehr / NATO E3A Verband

Das Aufgabenspektrum von Oberfeldwebel Hafke ist weit gefächert. Im NATO E-3A Verband befasst er sich mit der Software für die AWACS-Flugzeuge. Mit dieser Software lässt sich ein genaues Lagebild erstellen, Luftfahrzeuge können im Luftraum eindeutig identifiziert werden. Die Software bedient von einem Server aus mehrere Bildschirmarbeitsplätze, sogenannte Radarkonsolen, in einer AWACS-Maschine. Der Server selbst wird vor jedem Flug mit entsprechenden Festplatten ausgestattet, damit immer die neuesten Informationen mit den entsprechenden Updates für jeden Nutzer an Bord verfügbar sind. Oberfeldwebel Hafke sorgt vor, dass eine reibungslose Verbindung zwischen den einzelnen Radarkonsolen und dem Server gegeben ist. Macht er einen Fehler, kann es passieren, dass die Software nur teilweise oder fehlerhaft funktioniert, was die Auftragserfüllung während des Fluges extrem erschweren würde.

Zudem ist Oberfeldwebel Hafke für die Behebung auftretender Probleme in den Programmen verantwortlich. Die Bediener der AWACS-Frühwarnflugzeuge melden diese Probleme dann an Oberfeldwebel Hafke und seine Kameraden, die sich im Anschluss an die Landung auf dem Heimatstützpunkt mit der Behebung der Fehler auseinandersetzen. Natürlich beschäftigt sich Oberfeldwebel Hafke nicht ausschließlich mit dieser Software. Wie jeder handelsübliche PC auch benötigen die Radarkonsolen ein Betriebssystem. Das Installieren des Betriebssystems sowie die Verbesserung und Problembehebung dessen zählen ebenfalls zum Aufgabenpaket unseres Programmierers.

Ein abwechslungsreicher Beruf

Ein Soldat arbeitet in einem Büro an einem Computer

Den Rechner immer in Griffweite

Foto: © Bundeswehr / Peter Müller

„Besonders der Kontakt zu den Soldaten anderer Nationen“, so Oberfeldwebel Hafke, macht für ihn den Reiz seines Jobs aus. Auf dem Geilenkirchener Flugplatz steht er im ständigen Kontakt zu Soldaten vieler verschiedener Nationen. Hier sind vor allem gute Englischkenntnisse gefragt. Ein weiterer Punkt, der entscheidend für die Wahl seines Arbeitsplatzes war, ist die große Komplexität der Software, mit der er tagtäglich arbeitet. Bevor ein Programm tatsächlich in den AWACS-Maschinen zum Einsatz kommt, wird es in einem Simulator getestet. Der Simulator verfügt über einen identischen Aufbau einer Boeing 707 und liegt direkt im Gebäude des Arbeitsplatzes von Oberfeldwebel Hafke. Hier verbringt er viele Stunden mit der Verbesserung und Problembehebung der Software. Weiterhin hat der junge Oberfeldwebel die Möglichkeit, direkt am Flugzeug zu arbeiten. Ein Beispiel hierfür ist die aktuelle Umrüstung der AWACS-Flotte: Neue Hardware wird integriert, was gleichzeitig bedeutet, dass neue Software installiert werden muss. Und so kann es auch vorkommen, dass Oberfeldwebel Hafke selbst an Board der AWACS-Flieger Platz nimmt und die Funktionalität der Software begutachten kann: IT über den Wolken.

Auch privat vom PC begeistert

Ein Soldat spielt in seiner Freizeit Billard

Benjamin Haffke in seinem - privaten - Element

Foto: © Bundeswehr / Benjamin Hafke

Eine wichtige Vorrausetzung für einen IT-Feldwebel ist sein großes Computerverständnis. So trifft es sich gut, dass Oberfeldwebel Hafke sich auch privat viel mit dem PC beschäftigt und unter anderem auch kleinere Programme schreibt. Er verbringt seine Freizeit aber nicht ausschließlich am PC. Der Kontakt zu seinen Freunden und Kameraden - auch außerhalb des Dienstes - ist ihm wichtig. Mit ihnen geht er gerne ins Kino oder spielt Billard. Für die Zukunft hat er sich zudem fest vorgenommen, wieder in einem Sportverein tätig zu werden - am liebsten in einer Kampfsportart. Und auch für seine weitere Zeit bei der Bundeswehr hat Oberfeldwebel Haffke feste Pläne. In diesem Jahr hat er sich zum ersten Mal für die Zulassung zum Offizier des militärfachlichen Dienstes beworben. Wir wünschen ihm dazu viel Erfolg und das notwendige Quäntchen Glück…