Ein Soldat sitzt an einem Schreibtisch und schaut auf einen Computermonitor

Am Schreibtisch: Blick auf das Engineering Support System (ESS)

Foto: © Bundeswehr / S. Sanders

Stabsfeldwebel Raphael Mörs-Zander – Qualitätssicherungsmeister Zweistrahliges MehrzweckkampfflugzeugEurofighter

„Mit einem Blick auf das (ESS) für das Waffensystem EUROFIGHTER sehe ich, welche Maschine in welcher Konfiguration zu einer bestimmten Zeit zum Flug vorbereitet sein muss. In verschiedenen Detailstufen kann ich alle Wartungs- und Rüstungsarbeiten überwachen, und so das Einhalten von Zeitplänen sicherstellen“, beginnt Stabsfeldwebel Mörs-Zander das Gespräch.

Der gelernte Maschinenschlosser kam nach seiner Ausbildung und nach kurzer Gesellenzeit im Betrieb direkt als Soldat auf Zeit zur Bundeswehr. „Geräte zum Laufen bringen fand ich schon während meiner Ausbildung gut. Bei der Bundeswehr war ich von Anfang an davon fasziniert, wie die Technik auf noch engerem Raum funktioniert. Und diese gebündelte Technik macht auch das Arbeiten daran noch komplexer und gleichzeitig hochinteressant“, beschreibt Mörs-Zander seine Gründe sich für den Arbeitgeber Bundeswehr zu entscheiden.

Über die Technikerausbildung zum Qualitätssicherungsmeister

Ein Soldat schaut in das Cockpit eines Kampfjets

Der Qualitätssicherungsmeister überprüft das Cockpit des Kampfjets

Foto: © Bundeswehr / S. Sanders

Zu Beginn seiner Karriere durchlief Mörs-Zander die Ausbildung zum 1. Luftfahrzeug-Wartungsmechanikermeister für das Waffensystem TORNADO. Diese Ausbildung war in mehrere Abschnitte gegliedert und dauerte insgesamt zwölf Monate. Nachdem das damalige Jagdbombergeschwader 31 in Nörvenich auf das Waffensystem EUROFIGHTER umgestellt wurde, schulte auch der Stabsfeldwebel auf das neue System um. „Die Umschulung dauerte inklusive der Englisch-Lehrgänge sieben Monate. Und da bei dem neuen Waffensystem das Qualitätssicherungswesen einen hohen Stellenwert hat, wurde entsprechendes Personal benötigt. So nahm ich an den Lehrgängen zum Qualitätssicherungsmeister teil. Diese gliederten sich in die Abschnitte: Grundlagen Prüftätigkeiten, die Flugsicherheit sowie ein sechswöchiges Praktikum mit Abschlussprüfung. Zusätzlich erlangte ich die Freigabe für Bodenprüfläufe der Triebwerke, eine Qualifikation für die es noch einmal zwei Wochen Theorie und zwei Wochen Praxistraining braucht“, beschreibt der Stabsfeldwebel seine Ausbildung.

Wenig Routine - Viel Verantwortung

„Meinen typischen Tagesablauf gibt es nicht. Da die anfallenden Arbeiten an dem System EUROFIGHTER so vielseitig sind, ist kein Tag wie der Andere. Nach dem morgendlichen Blick in das ESS bekomme ich einen Eindruck von den Betriebszuständen der einzelnen Maschinen und den daraus resultierenden Arbeiten für den Tag. So kann es sein, dass ich Maßnahmen überprüfen muss, welche am EUROFIGHTER von Technikern durchgeführt wurden.

Aber auch wenn keine prüfpflichtigen Arbeiten anstehen bin ich in den Flugzeughallen unterwegs und schaue, wo die Arbeitsabläufe eventuell optimiert werden können. Ich verbringe jedoch auch einen guten Teil des Tages im Büro. In der täglichen Post sind häufig neue Vorschriften zu technischen Verfahren, sogenannte „Handling Procedures“, diese halten den Instandsetzungsstandard an allen Waffensystemen EUROFIGHTER in Deutschland auf dem gleichen Stand.

Natürlich müssen nicht nur die Vorschriften aktuell gehalten, sondern das Wartungspersonal zu eben diesen Neuerungen ständig geschult werden. Auch das gehört in meinen Verantwortungsbereich. Einer meiner wichtigsten Aufgaben ist jedoch das Begleiten der Startvorbereitung. In der Zeit bis zum endgültigen Start bin ich nahe bei den Maschinen, den Piloten und den Technikern. Wenn es in dieser Phase zu technischen Problemen kommt, ist meine Erfahrung gefragt“, beschreibt Stabsfeldwebel Mörs-Zander seinen Tag.

Motto: Miteinander - dienstlich und privat!

Ein Soldat der Luftwaffe steht vor einem Kampfjet

Stabsfeldwebel Mörs-Zander vor dem Waffensystem Eurofighter

Foto: © Bundeswehr / S. Sanders

Stabsfeldwebel Mörs-Zander hat im Rahmen seiner Tätigkeit auch schon viel von der Welt gesehen. „In meiner Zeit bei der Bundeswehr war ich schon mehrfach in den USA, in Kanada, Norwegen und in anderen Staaten verbündeter NATO-Partner. Das gehört dazu. Das Technikpersonal ist bei den stattfindenden Kommandos dabei. Kommandos sind Übungen die im Rahmen der Bündnispartner stattfinden. Dort trainieren die Piloten bestimmte Flugsituationen. Zum reibungslosen Ablauf ist es wichtig, dass die Maschinen einwandfrei funktionieren“, so Mörs-Zander und sagt weiter: „Die zeitliche Belastung ist hoch. Denn zu den Kommandos kommen noch Auslandseinsätze hinzu. So war ich zum Beispiel bereits als Flugsicherheitsfeldwebel in Faisabad/Afghanistan.

Zu den längeren Abwesenheiten kommt der Dienst im Schichtbetrieb hinzu, deswegen ist es wichtig, von der Familie die nötige Unterstützung bzw. das Verständnis für den Beruf zu haben. Dieses Verständnis habe ich vor allem von meiner Frau. Sie kennt das Leben in einer Soldatenfamilie, da Sie selbst Tochter eines Soldaten ist. Zum Ausgleich für meine Abwesenheit gehört meine Zeit nach Dienst am Standort komplett der Familie. Wir leben in einem Mehrgenerationenhaus und mögen diese Art von miteinander und füreinander da sein. Genau diese Einstellung ist auch in meinem Beruf immens wichtig. Es geht nur gemeinsam: Ein Pilot kann ohne Techniker genauso wenig Fliegen, wie ein Pianist ohne Klavierbauer das Instrument zu seiner Höchstleistung bringen kann“, beendet Stabsfeldwebel Mörs-Zander das Interview.

Autor: dh