Portrait eines Transportpiloten der Luftwaffe

Transportluftfahrzeugführer Jörg Schumacher

Foto: © Bundeswehr / Jörg Frerichs

Oberleutnant Jörg Schumacher - Transportluftfahrzeugführer

"Die Fliegerei ist sicher ein Kindheitstraum von mir", sagt Jörg Schumacher. "Aber mir war es wichtig, mit meinem Beruf einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten. Deswegen bin ich Offizier der Bundeswehr geworden."

Jörg Schumacher ist Transportluftfahrzeugführer bei der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) und fliegt zur Zeit einen Airbus A 310 im weltweiten Flugbetrieb.

Die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung stellt mit sieben Airbus A 310 in verschiedenen Versionen sowie sechs Challenger 601 und drei Cougar AS-532 Hubschraubern einen wesentlichen Teil der Lufttransportkapazität der Bundeswehr, die auch durch den politisch-parlamentarischen Bereich genutzt wird.

Internationale Ausbildung

Ein Transportpilot der Luftwaffe prüft vor dem Start Anbauteile seines Flugzeuges

Der Check vor dem Abflug ist obligatorisch

Foto: © Bundeswehr / Jörg Frerichs

Seine Karriere zum Piloten eines Airbus A 310 startete Oberleutnant Schumacher 2002 in Bayreuth. „Meine Familie hat meine Entscheidung, Soldat zu werden, sehr gelassen gesehen. Meine damaligen Freunde und Klassenkameraden hielten dagegen zunächst gar nichts von meinen Zukunftsplänen,“ so Schumacher, „nachdem ich allerdings jetzt einen Airbus steuere, sehen einige das mit anderen Augen.“ Nach der allgemeinen militärischen Ausbildung und der Offizierausbildung in Fürstenfeldbruck begann Schumacher mit seinen Kameraden die eigentliche fliegerische Ausbildung, unter anderem an der Verkehrsfliegerschule der Deutschen Lufthansa in Bremen.

„Dies war eine sehr schöne Zeit; besonders die 5-monatige Praxisphase in Goodyear, Arizona hat mir besonders gefallen“, erzählt der sportliche 26-jährige, der sich mit Mountainbike fahren fit hält. Nach der fliegerischen Grundausbildung erfolgte bei der Flugbereitschaft BMVg und der Lufthansa Flight Training GmbH in Berlin die Typenausbildung auf dem Airbus A 310.

Ein besonderes Aufgabenspektrum

Mit Abschluss der Ausbildung übernimmt Schumacher bei der Flugbereitschaft im wesentlichen die gleichen Aufgaben wie seine zivilen Verkehrsfliegerkollegen. Er transportiert gemeinsam mit seiner Crew Personal und Material von Deutschland weltweit an ihre Einsatzorte.

Häufig stehen aber auch wichtige Politiker oder sogar der Bundespräsident auf der Passagierliste, denn eine weitere wichtige Aufgabe der Flugbereitschaft, sind VIP-Transportflüge für den politisch-parlamentarischen Bereich.

„Ob wir jedoch einen Bundesminister oder eine Kompanie Soldaten befördern – die Verantwortung für die uns anvertrauten Personen bleibt die gleiche“, betont Schumacher.

Etwas besonderes sind die so genannten MedEvac-Einsätze. Der englische Begriff Medical Evacuation oder deutsch: Medizinische Evakuierung bezeichnet den Transport kranker und verletzter Personen aus unsicheren Gebieten. Zu diesem Zweck steht der Flugbereitschaft ständig ein umgebauter Airbus A 310 zur Verfügung, der bis zu 56 Patienten, davon sechs in Intensivbetten, transportieren kann.

Ein Transportpilot der Luftwaffe sitzt in dem Cockpit eines Flugzeuges

Kontrolle der Instrumente vor dem Start

Foto: © Bundeswehr / Jörg Frerichs

„MedEvac-Einsätze erfolgen in der Regel sehr kurzfristig. Spätestens 24 Stunden nach Alarmierung soll die MedEvac-Maschine mitsamt Ärzteteam in der Luft sein. Um schnell den Einsatzort zu erreichen, gibt es mit vielen Staaten Sondervereinbarungen, die kurzfristige Überflüge über fremdes Staatsgebiet möglich machen“, erklärt Oberleutnant Schumacher. „Wir wollen, dass die Kameraden so schnell und so gut versorgt wie möglich nach Hause kommen.“

Der Transport aus der unmittelbaren Gefahrenzone wird in der Regel von Transalls oder Hubschraubern übernommen. Oberleutnant Schumacher übernimmt mit dem Airbus A 310 dann den Langstreckentransport der Patienten zurück nach Deutschland. „Bei MedEvac-Einsätzen ist man manchmal 24 Stunden unterwegs“ , erläutert Schumacher. „Das ist zwar anstrengend; aber gleichzeitig bin ich in solchen Momenten froh, dass ich meinen in meinem Wunschberuf arbeiten und gleichzeitig eine sinnvolle Aufgabe erfüllen kann.“

Bewerbung

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Autor: Frank Kurenbach