Portrait eines Hauptfeldwebels der Luftwaffe

Hauptfeldwebel Christian B.

Foto: © Bundeswehr / R. de Castro

Wetterbeobachtung in Flecktarn

Was früher mit Hilfe von Wetterstationen und Messapparaturen abgelesen und notiert wurde, wird heute zum größten Teil am Rechner erledigt. Hier werden den GeoInformations-Feldwebeln der Bundeswehr Daten und Werte wie Windgeschwindigkeiten, Luftdruck und Temperatur geliefert, die dann ausgewertet und bearbeitet werden können. Einer dieser „Militärischen Wetterfrösche“ ist Hauptfeldwebel Christian B. Er ist Soldat in der GeoInfo-Beratungsstelle des Jagdbombergeschwaders 31 "Boelcke" in Nörvenich.

Der 1976 in Grevesmühlen geborene Hauptfeldwebel wechselte am 03.01.2005 aus der Laufbahn eines zivilen Beamtenstatus in die eines Berufssoldaten. „Aufgrund der immer länger werdenden Einsatzzeiten in Auslandseinsätzen wurde den Verantwortlichen schnell klar, dass die dringend erforderlichen Spezialistenstellen in den Einsatzländern durch die geringe Zahl der damals im Wetterdienst ausgebildeten Soldaten personell nicht abgedeckt werden konnten und so gab man den zivilen Beamten die Gelegenheit, sehr unbürokratisch Soldat zu werden, erklärt B. seinen Schritt zum Uniformträger.

Einfacher Wechsel

„Für mich gestaltete sich der Wechsel relativ einfach, denn als Beamter war ich schon im gleichen Geschwader tätig. Vorteile beim militärischen GeoInformationsdienst gegenüber meiner zivilen Tätigkeit waren für mich die Gelegenheit, ein größeres und meiner Meinung nach auch interessanteres Aufgabenspektrum zu bekommen und die Möglichkeit, im Ausland eingesetzt zu werden – auch habe ich mich immer schon für die soldatischen Tätigkeiten wie Geländeausbildung, Marsch oder auch das Schießen interessiert“, erinnert sich der Hauptfeldwebel.

Hauptaufgabe: Wetterbeobachtung

Ein Hauptfeldwebel des MilGeo Beratungsdienstes öffnet ein Prüfgerät

Der MilGeoBeratungsfeldwebel beim Erfassen von Wetterdaten

Foto: © Bundeswehr / R. de Castro

Die Hauptaufgabe des GeoInfo-Feldwebels ist die Wetterbeobachtung anhand von eigenen Beobachtungen und Messdaten. Die gesammelten Daten werden aufbereitet und dem GeoInformationsberater-Offizier als Grundlage für das der fliegenden Besatzungen bereitgestellt. Weitere Aufgaben sind die Pflege und Wartung der eingesetzten Geräte.

Ungefähr zwei Jahre dauert die Ausbildung zum GeoInfoFeldwebel Wetterberatung - das ist auch gleichzeitig der Einstiegsdienstgrad, denn Unteroffiziere ohne Briefing gibt es in dieser Verwendung nicht. Dem GeoInfoFeldwebel sind keine Soldaten unterstellt, er unterstützt aber seine Vorgesetzten bei der Ausbildung neuer Wetterbeobachter in der Dienststelle. Bei dieser Ausbildung werden dem neuen Mitarbeiter die Besonderheiten bei der Wetterbeobachtung am Flugplatz, wie spezielle Wind- oder Nebelgegebenheiten erklärt, die tägliche Routine wird nochmal geübt und am Ende auch im Prüfverfahren abgefragt. Nach der Lizenzierung darf der "Neue" eigenverantwortlich Wetterbeobachtung weltweit durchführen.

Zu ungewöhnlichen Zeiten zu Hause

„Da wir, wie das fliegende Personal auch, rund um die Uhr im Schichtbetrieb arbeiten, bekommen wir natürlich auch Schichtzulagen und eine Flugsicherheitszulage. Der Schichtdienst hat natürlich seine Vor- und Nachteile, aber die sieht jeder anders – mir gefällt es zum Beispiel auch mal zu ungewöhnlichen Zeiten zu Hause zu sein und mit meinen Kindern zu spielen“, erläutert B. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine übrige Freizeit verbringt er mit seinem Hobby – dem Motorradfahren. "Aber klar ist auch – das ganze läuft nur relativ reibungsfrei, weil meine Frau von Anfang an mitgezogen hat und mich unterstützt,“ erklärt B.

Überall, wo Flugbetrieb herrscht, ist auch die Wetterberatung

Ein Soldat sitzt mit Tabellenblättern vor einem Rechner

Eine Vielzahl an Daten ergeben eine zuverlässige Beratung

Foto: © Bundeswehr / R. de Castro

Bei 11 Einsätzen mit über 500 Einsatztagen in Bosnien, Termez, Kabul oder Mazar e´Sharif weiß B. wovon er spricht. „Generell muss der GeoInfoFeldwebel bereit sein, auch im Ausland eingesetzt zu werden, denn überall, wo Flugbetrieb herrscht, ist auch die Wetterberatung. Aber es ist auch für uns Wetterfrösche etwas ganz Besonderes, wenn man sieht, wie unter ganz anderen Wetterbedingungen wie in Deutschland plötzlich eine dunkele Gewitterwolke wie eine Walze vom Gebirge in eine Tal rollt oder wenn in Afghanistan ein Sandsturm von jetzt auf gleich losbricht – das sind Erlebnisse, die wirklich haftenbleiben – genau wie der Sand, den man unweigerlich bei der Beobachtung dieses Phänomens zwischen die Zähne bekommt," erzählt B. und lacht.

Auf die Frage nach seinen Vorstellungen für die Zukunft antwortet er ohne lange zu zögern:

„Ich würde gerne noch andere Einsatzgebiete kennen lernen wie zum Beispiel die Tropen und im Einsatz noch mehr Erfahrungen mit gänzlich anderen Wetterverhältnissen sammeln und hoffe dann irgendwann mal Oberstabsfeldwebel werden zu können."

Bewerbung

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Autor: H. Cabanski