Ein Boardingsicherungsteamführer im Portrait

Stabsbootsmann Orben

Foto: © Bundeswehr / H. Cabanski

Stabsbootsmann Maurice Orben – Boardingsicherungsteamführer

Das Kraftboot fährt mit seiner Besatzung dem kleinen Schlauchboot auf der Förde entgegen, umkreist es, und legt dann bei, um die Personen zu überprüfen. An Bord des Kraftboots ist ein Halbteam der Boardingkompanie unter der Führung von Stabsbootsmann Maurice Orben.

Diesmal war es nur eine Übung für die fünf Soldaten. „Vom Festmachen bis zum Abschluss einer Bootsüberprüfung gilt es voll konzentriert zu sein. In solchen Situationen verlasse ich mich auf meine Männer“, beginnt Stabsbootsmann Orben das Gespräch. Schon oft hat er diese Momente in der Realität erlebt. In den letzten Jahren hat er dreimal an dem NATO-Einsatz ATALANTA teilgenommen.

Hartes Auswahltraining - Spannendes Aufgabenspektrum

Ein Boardingsicherungsteamführer mit seinem Team in taktischer Aufstellung

Stabsbootsmann Orben führt sein Boardingteam

Foto: © Bundeswehr / M. Liekefett

Der Weg des Stabsbootsmanns zu der Boardingkompanie ist ungewöhnlich. Denn nach seiner Ausbildung zum Forstwirt begann Orben seine Laufbahn in der Bundeswehr zunächst bei den Panzergrenadieren. Dort war er zuletzt Zugführer und Ausbilder für Scharfschützen sowie Spezialist für das Nahbereichsschießen. „Die Boardingkompanie benötigte einen Ausbilder für Scharfschützen. So hatte ich die Gelegenheit, die Boardingkompanie kennen zu lernen. Ich wusste vom ersten Moment an, dass dies meine neue militärische Heimat werden sollte. Nicht nur das spezielle Handlungsfeld, auch die hohe Professionalität und der Teamgeist haben mich begeistert“, so Stabsbootsmann Orben zu seinen Eindrücken. Doch zunächst musste Orben, genau wie alle anderen Anwärter, das Boarding Basic Training durchlaufen und bestehen. „Das war schon eine knackige Angelegenheit für einen 40 jährigen, aber zum Glück habe ich mich ja auch in meiner vorherigen Verwendung fit gehalten“, scherzt der sympathische Stabsbootsmann.

Ausbildung vermittelt Routine - Obwohl es im Einsatz keine Routine gibt

Ein Bordingsicherungsteamführer seilt sich auf einer Hindernisbahn ab

Stabsbootsmann Orben beim Roping

Foto: © Bundeswehr / M. Liekefett

„Der Tag in der Kompanie ist für das Boardingteam geprägt von Sport für die allgemeine körperliche Ausdauer, aber auch von Waffen- und Nahkampfdrill. Denn das sind die Grundlagen die jeder Boardingsoldat drauf haben muss. Zusätzlich werden immer wieder spezielle Ausbildungen wie Fastroping, Annäherung mit dem Kraftboot sowie Überprüfen und Sichern von Schiffen durchgeführt. Hier werden die Soldaten nicht nur für die Aufgaben im Einsatz befähigt, sondern werden auch geschult, als Team zu arbeiten. Was bei unserer Arbeit überlebenswichtig ist“, erklärt Stabsbootsmann Orben den Tagesablauf. „Als Teamführer gehört die Vorbereitung solcher Ausbildungen natürlich auch zu meinen Aufgaben. Gleichzeitig erledige ich die administrative Arbeit, wie zum Beispiel das Zusammenstellen der Dokumente vor einem Auslandseinsatz“, ergänzt Orben.

„Im Einsatz, auf dem Schiff, ist der Tag für das Boardingteam ähnlich strukturiert. Während wir auf einen Einsatz warten, halten wir uns mit den gleichen Übungen fit wie in der Kompanie. Kommt es zu einem verdächtigen Schiffskontakt oder erhält der Kommandant der Fregatte ein Hilfegesuch, ist der erste Weg des Boardingsicherungsteamführers auf die Brücke. Dort erhalte ich eine Einweisung in die Lage und werde um eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen gebeten. Es kann sein, dass der Kommandant zunächst um eine Gesprächsaufklärung per Funk bittet, aber auch das Boarding des verdächtigen Schiffes kann befohlen werden“, erklärt Stabsbootsmann Orben. Während Orben auf der Brücke der Fregatte ist, bereitet sich das Team auf das Boarding vor.

„Wenn es zum Boarding kommt, gibt es zuerst ein ausführliches Briefing des Teams. Danach wird der Boardingauftrag durchgeführt“, so Orben.

Neue Wege - Alten Kameraden verbunden

Der Boardingteamführer ist stolz auf seine Soldaten. „Ich habe noch nie ein besseres Gefühl als militärischer Führer gehabt und empfinde es als Privileg, mit diesen Männern arbeiten zu dürfen. Doch nach meinem nächsten Einsatz werde ich die Boardingkompanie verlassen. Nach meiner Zeit in diversen Kampfverbänden, möchte ich nun näher bei meiner Familie sein. Nichtsdestotrotz ist es mir eine Herzensangelegenheit dem klassischen infanteristischen Handwerk treu zu bleiben. Dies ist einer der großen Vorteile des Arbeitgebers Bundeswehr, es stehen immer Wege für Weiterentwicklung und Neuorientierung offen. So werde ich als Scharfschützenführer im Seebataillon weiter ein Auge auf meine Jungs vom Boardingteam haben“, endet Stabsbootsmann Orben.

Autor: dh