Portrait einer Marinesoldatin

Bootsmann Sabrina John

Foto: © Bundeswehr / Redaktion Personal

Bootsmann für Elektronische Kampfführung - Bootsmann Sabrina John

Die sympathische Frau mit den blitzenden Augen ist auf die offene Brücke des Schnellbootes gekommen.

„Manchmal muss man einfach wieder den Kopf frei bekommen – das geht nirgendwo schneller als hier oben mit dem Fahrtwind im Gesicht.“,

lacht sie und ist schon wieder auf dem Weg in die Operationszentrale – ihrem Arbeitsplatz an Bord.

Frau Bootsmann

Sabrina John wird an Bord als Frau Bootsmann angeredet. Ihr Dienstgrad in der Marine ist vergleichbar mit dem Feldwebel bei Heer und Luftwaffe. Sie ist noch in der militärisch fachlichen Ausbildung zum Bootsmann für die elektronische Kampfführung an Bord.

Seit gut 4 Jahren ist die heute 22-jährige bereits in der Marine und hat ihre Karriere seit dem erfolgreich voran getrieben. Für sie war es schon in der Schule klar, dass sie keinen alltäglichen Job machen wollte. „Und schon gar keinen Bürojob!“ Vielseitig sportlich interessiert wollte sie auch diese Interessen nicht ganz aufgeben. „Ich habe mich für die Bundeswehr entschieden, um meine beruflichen Perspektiven zu entwickeln. Ich konnte während meiner Dienstzeit bereits eine zivilberuflich anerkannte Ausbildung zur Bürokauffrau machen und bin jetzt gerade dabei, das Abitur im Fernstudium zu machen. Mit der Ausbildung zum Bootsmann verlängert sich meine Dienstzeit auf 12 Jahre und damit erhalte ich einen Anspruch auf 24 Monate Berufsförderung während der Dienstzeit und 36 Monate nach Dienstzeit.

Der Mensch entscheidet

Ihre Aufgaben an Bord werden dabei wohl auch zukünftig ihren Intellekt, ihre Flexibilität und ihre geistige Klarheit fordern. Buchstäblich mit allen Sinnen analysiert sie die elektromagnetische Umwelt, die von einer hochsensiblen Elektronik aufgefangen und verarbeitet wird: „Das meiste geschieht vollautomatische, aber zum Schluss entscheidet doch der Mensch.“ In ihrem Job ist die 22-jährige aus Neumünster ein echter Profi und hat sich ganz sicher auch aufgrund der kompetenten Beratung ihres Wehrdienstberaters in Kiel für die richtige Laufbahn entschieden.

„Ich bin zur Bundeswehr gegangen, weil ich eine echte Herausforderung gesucht habe und neue Erfahrungen sammeln möchte.“

Und das obwohl ihr 4 Jahre älterer Bruder ihr zunächst von einer Verpflichtung abgeraten hatte. „Meine Familie aber auch mein Bruder haben meine Entscheidung inzwischen akzeptiert.“

Persönliche Erfahrungen

Eine Marinesoldatin sitzt mit einem Headset auf dem Kopf vor einer Konsole im Inneren eines Schnellbootes

Bootsmann Sabrina John an ihrem Arbeitsplatz

Foto: © Bundeswehr / Redaktion Personal

Und auch in den Gesprächen mit ihren besten Freunden spielt ihr Beruf häufig eine Rolle. „Die sind immer interessiert, was ich Neues zu erzählen habe.“ Und dieses Interesse nimmt auch bei langer Abwesenheit auf See nicht ab: „Gute Freundschaften halten auch mal eine längere Zeit ohne persönlichen Kontakt aus. Dafür nutze ich die Zeit, wenn wir uns wieder sehen, um mich wirklich mit ihnen zu beschäftigen“ und ihnen zum Beispiel vom Ruf der Muezzine zu berichten, der sie bei einem Besuch in Beirut während ihres UNIFIL-Einsatzes vor der libanesischen Küste ganz besonders beeindruckt hat. „Ich erzähle ihnen von der Welt, wie ich sie ganz persönlich erlebt habe.“ Und fährt mit Blick auf ihre Kameradinnen und Kameraden fort: „Man lernt hier so viele unterschiedliche Menschen kennen und muss sich mit Ihnen arrangieren – an Bord kann man sich einfach nicht aus dem Weg gehen und jeder muss seinen Anteil am Klima unter der Besatzung beitragen.“

Zukunftspläne

Die vielseitige junge Frau hat auch ihre privaten Ziele klar im Visier: „Ich möchte mich auch in Zukunft politisch engagieren und würde gern Politik und Geschichte studieren.“ Aber noch mehr reizt sie ein Medizin-Studium. „Für mein Abitur liege ich jetzt bei einem Notendurchschnitt von 1,4…“ Die Sympathien und besten Wünsche der ganzen Crew sind ihr für eine erfolgreiche Zukunft sicher.