Ein Marinesoldat steht an einem Teststand

Am Teststand

Foto: © Bundeswehr / M. Olivos

Flugzeugmechaniker bei der Marine

Nordholz, 22.08.2011.

Ein leichter Geruch von Öl liegt in der Luft. Leise spielt Radiomusik im Hintergrund der Hydraulikwerkstatt. Obermaat Felix Grunert steht am Hydraulikteststand und schließt seine Verbindungsschläuche an einen Ruderbooster an, der die hydraulischen Bewegungsabläufe des Seitenruders sicherstellt. Aufmerksam verfolgt er die verschiedenen Anzeigeninstrumente und kontrolliert, ob der Druckbereich gehalten wird.

Flugzeugmechaniker sind Garanten dafür, dass ein Luftfahrzeug flugklar ist. Ohne sie könnte kein Flugbetrieb stattfinden. In den einzelnen Werkstätten der großen Werft des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“ (MFG 3) erledigen sie Inspektionen, Instandsetzungen und sonstige technische Arbeiten am Seefernaufklärer P-3C ORION.

Es gibt insgesamt vier Abteilungen, in denen sich die Soldaten und zivilen Mitarbeiter die Arbeit teilen: Avionik, Elektrik, Triebwerk und Flugwerk. Obermaat Felix Grunert arbeitet in der Hydraulikwerkstatt. Der 28-jährige Marinesoldat ist ausgebildeter Fluggerätmechaniker. Er ist verantwortlich für den Fachbereich Flugwerk der P-3C ORION.

Man unterscheidet zwischen Werkstattbereich und Flugdienst. In den Werkstätten ist man auf die Komponenten spezialisiert, die sich innerhalb eines Flugzeuges befinden.

„Während die einen sich um die Mechanik des Flugwerks kümmern, schrauben die anderen am Propeller und an den Turbinen“, erklärt Obermaat Grunert die Aufgaben.

Mit wachsamen Augen

Im Flugdienst steht wiederum der gesamte Flieger im Vordergrund. Vor jedem Flug und nach jeder Landung wird ein technischer Rundgang um das Flugzeug gemacht. Hierbei werden Ventile, Zylinder und die Füllstände aller hydraulischen Komponenten kontrolliert.

Ein umfassender Kontrollcheck ist erforderlich. „Der Seefernaufklärer ist ein vielseitiges Waffensystem und muss gründlich auf Leckagen geprüft werden. Immerhin hat die Flugsicherheit oberste Priorität“, hebt Grunert hervor.

Seine Laufbahn bei der Bundeswehr begann er im Dezember 2002 mit der Grundausbildung an der Marinetechnikschule Parow. Anschließend ging es an die Marineunteroffizierschule in Plön. Direkt im Anschluss folgte die zivile Lehre zum „Fluggerätmechaniker der Fachrichtung Instandhaltungstechnik“ bei Eurocopter Deutschland GmbH an der Luftfahrttechnischen Schule in Kassel.

Ein Soldat der Marine schraubt an einem Motor

Sorgfalt bei der Arbeit

Foto: © Bundeswehr / A. Hirschhausen

Im Gegensatz zum Zivilleben dauert die Ausbildung bei der Bundeswehr nur 21 Monate. „Das hieß intensive Stoffvermittlung und viel Lernen bis zur Abschlussprüfung“, erinnert er sich. Im Dezember 2004 war es soweit: Als frisch gebackener Geselle kam er in die Technische Staffel Flugzeug des MFG 3. Zunächst musste er aber - wie alle anderen Soldaten - eine Ergänzungsausbildung absolvieren. Dabei wurde er auf die Besonderheiten der BREGUET ATLANTIC ausgebildet. Als Lehrgangsbester hat er die Ausbildung abgeschlossen. „Nun war ich berechtigt, als Unteroffizier am Seefernaufklärer BREGUET ATLANTIC zu schrauben.“ Das tat er auch bis zur Außerdienststellung der „alten Lady“, wie das Flugzeug gern von Technikern genannt wurde.

Technik, die begeistert

Für den neuen Seefernaufklärer vom Typ Lockheed P-3C ORION musste Felix Grunert 2006 wieder die Schulbank „drücken“. Eine neue Typenschulung war erforderlich, die sogenannte waffenspezifische Ergänzungsausbildung.

„Zunächst war ich schon etwas traurig, nicht mehr an der BREGUET ATLANTIC arbeiten zu dürfen. Gleichzeitig war ich aber neugierig auf die Herausforderung der neuen Technik, die die Einführung der P-3C ORION mit sich brachte “, beschreibt er seine Eindrücke vom damaligen Wechsel der Seefernaufklärer.

Der Nordholzer Marinesoldat hat bei vielen Manövern und Auslandseinsätzen eigene Praxiserfahrungen sammeln können.

„Als Soldat ist es heutzutage keine Seltenheit, dass man seine Arbeit unter anderen klimatischen Bedingungen verrichten muss“, erzählt der Marinetechniker.

Die Zukunft gehört der Flugzeugtechnik

Spaß an der Arbeit, die tägliche Herausforderung am Flugzeug und die erstklassige Weiterbildung sind für ihn Grund genug, sich weiter im Bereich Flugzeugtechnik zu orientieren. „Ich werde nächstes Jahr in den Berufsförderungsdienst gehen und plane dann ein Studium in der Fachrichtung Luftfahrt. Ich denke, ich bin bestens vorbereitet“, fasst er seine Pläne für die Zukunft zusammen.