Zwei Kampfschwimmer stehen mit Gewehr in Anschlag im Wasser

Kampfschwimmer beim Anlanden

Foto: © Bundeswehr / Bienert

Der Weg zum Kampfschwimmer

Die Kampfschwimmerkompanie ist für Sonderunternehmen und Einsätze zu Wasser, in der Luft und an Land einsetzbar. Zum Auftrag der Kampfschwimmer gehört der Kampf gegen den internationalen Terrorismus, das Aufklären von Häfen, Küstenanlagen und Schiffsansammlungen, das Gewinnen von Informationen und die Teilnahme an bewaffneten Evakuierungsoperationen. Die Ausbildung ist lang und entbehrungsreich und gehört zum Anspruchvollsten, was die Bundeswehr zu bieten hat.

Oberbootsmann Dirk Schneller nickt zufrieden mit dem Kopf und erlaubt sich ein kleines Lächeln. Die Teilnehmer der Kampfschwimmervorausbildung, die er zur Zeit ausbildet, klettern erschöpft aus dem Übungsbecken. Sie haben ihre Sache heute gut gemacht. Fünf Wochen lang werden die Lehrgangsteilnehmer hier körperlich und mental fit gemacht, ihre Schwimmtechnik verbessert und Ihnen die das Tauchen mit Atemgeräten beigebracht.

"Der Dienst in der Kampfschwimmerkompanie zeichnet sich insbesondere durch die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit aller Soldaten aus“, erklärt der 24-jährige Ausbilder.

Vier Kampfschwimmer stehen sichernd vor einem Gewässer

Kampfschwimmer in der Gruppensicherung

Foto: © Bundeswehr / Bienert

Die Kampfschwimmerbasisausbildung

Die für Spezialaufträge ausgebildeten und ausgerüsteten Soldaten sind sportlich austrainiert, waffentechnisch hervorragend ausgerüstet und einzigartig in der Bundeswehr. „Während der Ausbildung wird man zum Tauchspezialisten, zum Fallschirmspringer, zum Waffen- und Landkampfspezialisten und zum Führer von Kraftfahrzeugen und Booten ausgebildet“, erläutert Schneller. Nach der Vorausbildung folgt für die Teilnehmer des Lehrgangs die Kampfschwimmereinsatzausbildung, in der die Grundzüge der Kampfschwimmereinsätze erlernt werden.

"Damit ist es noch nicht vorbei"

"Damit ist es aber noch lange nicht vorbei“, lacht der durchtrainierte Kampfschwimmer, „zur Basisausbildung gehören noch der Kraftbootführerschein, die Ausbildung Sprenghelfer der Marine im Taucheinsatz und die Einzelkämpfervorausbildung. Da wird noch einiges von den Teilnehmer abverlangt.“ Nicht alle Teilnehmer absolvieren diese Ausbildung erfolgreich. „Hier zu scheitern, ist aber bestimmt keine Schande,“ versichert Oberbootsmann Schneller. „Wer es bis hierher geschafft hat, hat bereits bewiesen, dass in ihm besonderes steckt.“ Im Anschluss folgt der zweite Teil der Bootsmannausbildung. Die Soldaten durchlaufen an der Marineunteroffizierschule in Plön den Unteroffizierlehrgang 2 und besuchen noch weitere Lehrgänge:

  • Einsatzleiter Kampfschwimmer;
  • Sprengleiter Marine mit Taucheinsatz;
  • Kampfschwimmer Kampftruppenführer;
  • Freifallspringerlehrgang;
  • Englischlehrgang.

Außerdem werden noch Sanitätslehrgänge und Überlebenslehrgänge am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf besucht

Kampfschwimmer unter Wasser in Tarnbekleidung mit Gewehren im Anschlag

Kampfschwimmer in der Unterwasserannäherung

Foto: © Bundeswehr / Bienert

Die Kampfschwimmerkompanie

Nach dem Bestehen dieser Lehrgänge beginnt der Einsatz als Kampfschwimmerbootsmann in der Kampfschwimmerkompanie. „Erst jetzt sind die Kampfschwimmer bereit für Sonderunternehmen und Einsätze zu Wasser, in der Luft und an Land einsetzbar.“, erklärt Schneller. „Zum Auftrag der Kampfschwimmer gehört der Kampf gegen den internationalen Terrorismus, das Aufklären von Häfen, Küstenanlagen und Schiffsansammlungen, das Gewinnen von Informationen und die Teilnahme an bewaffneten Evakuierungsoperationen. Aber auch der Schutz von eigenen Schiffen und Marineanlagen im In- und Ausland.“

Spezielle Anforderungen

  • Bewerber müssen medizinisch für diese Tätigkeit geeignet sein;
  • sie laufen 5000 Meter in maximal 22 Minuten;
  • sie schwimmen 1000 Meter unter 24 Minuten;
  • sie bewältigen mindestens
    - 30 Meter Streckentauchen mit einer Wende
    - 60 Sekunden Zeittauchen
    - 8 Klimmzüge im Ristgriff und
    - 15 Wiederholungen beim Bankdrücken mit 50 kg;
  • sie verpflichten sich erst einmal für mindestens vier Jahre bei der Bundeswehr und nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung für weitere acht Jahre.