Ein Minentaucher während eines Tauchgangs in der Ostsee

Minentaucher im Einsatz in der Ostsee

Foto: © Bundeswehr / Redaktion Personal

Minentaucher - spezialisierte Einsatzkräfte der Marine

Der Dienst als Minentaucher zeichnet sich insbesondere durch die Einsatzbereitschaft sowie überdurchschnittliche Team- und Leistungsfähigkeit aus. Diese für spezielle Aufträge ausgebildeten und ausgerüsteten Soldaten sind sportlich austrainiert, waffentechnisch hervorragend ausgerüstet und einzigartig in der Bundeswehr. Obergefreiter Kevin Krüger möchte einer dieser Spezialisten werden.

Obergefreiter Kevin Krüger schwimmt an den Beckenrand, nimmt seinen Atemregler aus dem Mund und stützt sich erschöpft aber glücklich auf den Beckenumrandung. Gerade hat er einen wichtigen Ausbildungsabschnitt seiner Minentauchereinsatzausbildung abgeschlossen. „Es war ein hartes Stück Arbeit bis hierher. Aber es hat sich gelohnt“, freut sich der 21 jährige Soldat, der privat viel Sport treibt. „Schon vor meiner Bundeswehrzeit bin ich getaucht und war aktiv in einem Schwimmsportverein. Als ich als Grundwehrdienstleistender zur Marine eingezogen wurde, habe ich von den Minentauchern gehört und habe mich über meinen damaligen Chef als Soldat auf Zeit in der Verwendungsreihe 37 Minentaucher beworben."

Die Minentaucher sind vielseitig ausgebildete Soldaten, die als Taucher, Feuerwerker, Kraftbootfahrer, Kampfmittelbeseitiger über sowie unter Wasser eingesetzt werden. Zum Auftrag der Minentaucher gehören unter anderem das Suchen, Identifizieren und Vernichten oder das Bergen von Seeminen und anderen Kampfmitteln. Aber auch das Bedienen von Unterwasserdrohnen und der Schutz von eigenen Schiffen und Marineanlagen vor Kampfmitteln im In- und Ausland, sowie die Durchführung von Rettungs- und Bergungseinsätzen zählen zu den Aufgaben.

„Zuerst musste ich umfangreiche medizinische Untersuchung absolvieren, um nachzuweisen, dass ich gesundheitlich für die körperlich sehr fordernde Ausbildung geeignet bin.“, erklärt der sportlich durchtrainierte Obergefreite.

Voraussetzungen vor Beginn der Ausbildung sind darüber hinaus:

  • medizinisch für diese Tätigkeit geeignet sein,
  • 5000 Meter unter 23 Minuten laufen,
  • 1000 Meter in 24 Minuten schwimmen,
  • mindestens 45 Sekunden Zeittauchen bewältigen,
  • mindestens 25 Meter Streckentauchen mit einer Wende bewältigen,
  • Abtauchen aus der Schwimmlage in 3 Meter Tiefe, Abbergen von zwei auf den Grund liegenden Tauchringen, die jeweils 5 Kilogramm wiegen und 10 Meter voneinander entfernt liegen, ·
  • mindestens 6 Klimmzüge im Ristgriff erreichen.

Eine Gruppe Soldaten beim militärischen Fitnesstraining im Gelände

Ohne eine überdurchschnittliche Kondition geht nichts

Foto: © Bundeswehr / Redaktion Personal

Erster Abschnitt der Ausbildung zum Minentaucher ist einen sechswöchigen Schwimmtaucherlehrgang in Neustadt. Darauf folgt die Minentauchervorausbildung und die Minentauchereinsatzausbildung. Während dieser Abschnitte erlernen die angehenden Minentaucher die Grundzüge von Minentauchereinsätzen.

„Damit kann der Minentauchermaatanwärter aber erst die Hälfte der Sachen, die er vor seinem ersten Einsatz mindestens können muss.“, lacht Krüger und zählt auf, was dann folgt: „Die Soldaten machen den Kraftbootführerschein und durchlaufen die Ausbildung zum Sprenghelfer der Marine mit Taucheinsatz. Danach folgt im Rahmen der Schiffsicherungsausbildung noch die Schulung zum Truppführer.“

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Minentauchermaatenausbildung wird man als Minentaucher an Bord eines Minenjagdbootes oder in der Minentaucherkompanie eingesetzt. Zum Auftrag der Minentaucher gehören unter anderem das Suchen, Identifizieren und Vernichten oder das Bergen von Seeminen und anderen Kampfmitteln, das Bedienen von Unterwasserdrohnen und der Schutz von eigenen Schiffen und Marineanlagen vor Kampfmitteln im In- und Ausland sowie die Durchführung von Rettungs- und Bergungseinsätzen.

„Ich werde wohl noch ein paar Jahre Dienstzeit darauflegen und die Bootsmannlaufbahn einschlagen.“, sinniert der zukünftige Minentauchermaat Krüger. „Ich kann mir einfach keinen besseren Job vorstellen.“