Portrait eines Minentauchers im Taucheranzug

Oberbootsmann Brian Schlüter

Foto: © Bundeswehr / R. de Castro

Oberbootsmann Brian Schlüter – Minentaucherbootsmann bei der Marine

„Mein ziviler Ausbildungsberuf hat mich nicht ausgefüllt, ich wollte die Welt kennen lernen. Die Bundeswehr hat mir die Möglichkeit dazu gegeben“, sagt Oberbootsmann Brian Schlüter über den Grund seiner Entscheidung Minentaucher werden zu wollen.

Im Januar 2002 trat Schlüter zunächst im Schiffsicherungsdienst als freiwillig länger dienender Grundwehrdienstleistender in die Bundeswehr ein. Nach dieser Zeit stand für ihn fest:

„Die Seefahrt und die damit verbundenen vielen Reisen sind für mich genau das Richtige“.

Er wechselte in die Verwendung eines Minentaucherbootsmanns. „Ich habe mir schon damals den Beruf eines Minentauchers als sehr interessant und abwechslungsreich vorgestellt. Heute weiß ich, dass es genau so ist, wie ich es mir damals gedacht habe. Es ist eine Verwendung, die viel von einem fordert, in der man aber auf Grund der hohen Spezialisierung auch gut gefördert wird“, sagt Schlüter. Die mittlere Reife, und zusätzlich eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung, hatte er ja vor seiner Zeit bei der Bundeswehr erworben. So stand seinem Wunsch, nach einer zweijährigen Ausbildung Minentaucherbootsmann zu werden, nichts mehr im Weg.

Hohe Eigenmotivation ist Voraussetzung

„Während der Ausbildung durchläuft man als Bootsmannanwärter verschiedene Abschnitte. Dazu gehören sogenannte Laufbahnlehrgänge um überhaupt den Dienstgrad eines Bootsmanns erlangen zu können. Aber auch viele Speziallehrgänge, wie z.B. Schwimmtaucherlehrgang, Minentaucherausbildung, Kampfmittelbeseitigungsfeldwebel und Kraftbootführerausbildung“, erklärt Schlüter. Mit Qualifikationen wie Kranführerschein und Gefahrguttransporter-Ausbildung hat er sich weiter spezialisiert. Aufgrund der hohen Qualifikation und der besonderen Tätigkeit erhaltenMinentaucher außer ihrem Gehalt eine Stellenzulage, sowie eine Minentaucherzulage. Beide Zulagen zusammen betragen ca. 700 Euro Brutto monatlich. Darauf angesprochen, sagt Schlüter:“Die Zulagen sollten nicht die Hauptmotivation bei der Wahl dieses Berufes sein. Man muss diese Arbeit wirklich mögen, um sie gut machen zu können.“

Kein Tag wie der andere

Ein Minentaucher kontrolliert seine Taucherausrüstung

Brian Schlüter beim vorbereiten der Ausrüstung für einen Tauchgang

Foto: © Bundeswehr / R. de Castro

Auf seinen normalen Tagesablauf angesprochen, lacht Schlüter: „Den normalen Tagesablauf gibt es bei uns nicht. Jeder Tag ist anders. Das hängt nicht zuletzt davon ab, ob ich in der Kompanie, einem Schiff oder einer Übung meinen Dienst versehe. In der Kompanie beginnt der Dienst morgens einer täglichen Besprechung der Kompanieangehörigen. Hier wird besprochen was für den Tag geplant ist, und Sachstände von Aufträgen der letzten Besprechungen abgestimmt“. Danach steht Sport auf dem Dienstplan. „Abhängig von anstehenden Aufgaben im Tagesdienst, wird der Sport am Vormittag oder in den Nachmittagstunden gemacht“, erläutert Schlüter. „Wir führen Wartungen an Ausrüstung und Gerät, sowie Übungstauchvorhaben und Übungsentschärfungen durch“. Dieses findet in unterschiedliche Szenarien zu Land, zu Wasser, am Strand oder in Hafenanlagen statt. „Ein besonderes Highlight sind unsere Tieftaucheinsätze“, ergänzt Oberbootsmann Schlüter sein Aufgabenspektrum.

„Während eines Aufenthalts auf dem Truppenübungsplatz Putlos hatten wir den Auftrag, an der Ausbildung von Boardingsoldaten zum sichern enger Räume teilzunehmen. Dies war verbunden mit Schießausbildung.

Nachmittags bekamen wir den Auftrag zu einer Fotoaufklärung, verbunden mit dem entschärfen von Explosivmitteln. Der Auftrag war sehr anspruchsvoll, da er nur mit vorher festgelegten Beförderungsmitteln und eingeschränktem Material durchgeführt werden sollte“. Diese Art von Manövern bzw. Einsätzen, die immer mit einem Aufenthalt auf einem Schiff verbunden sind, können bis zu sechs Monaten dauern.

Beitrag zur Sicherheit

„Teilweise lange Abwesenheiten von zu Hause waren für mich und meine Familie bis jetzt kein Problem. Meine Frau steht hinter mir und meinem Beruf. Sie ist bei längerer Abwesenheit trotz der Entfernung ein starker Rückhalt für mich. So war es auch während meiner Teilnahme an verschiedenen Manövern mit verbündeten Streitkräften, wie z.B. dem Manöver Open Spirit“. Dort hat er damals in kurzer Zeit eine große Anzahl von Seeminen aus dem zweiten Weltkrieg in dem Hafengebiet der Hauptstadt Thalinn in Estland entschärft.

„Das war einer der schönsten Einsätze für mich, an den ich gerne zurück denke“, schwärmt Schlüter.

In der Zukunft möchte Schlüter gerne als Berufssoldat bei der Minentaucherei bleiben. Sollte sich das verwirklichen lassen, steht seinem Wunsch, die Welt weiter zu bereisen, nichts im Wege.

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Autor: dh