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Marinesoldatin im Büro

Hauptbootsmann Jana J.

Foto: © Bundeswehr / S. Ink

Hauptbootsmann Jana J. – Personalbootsmann auf der Fregatte HAMBURG

„Mein Beruf prägt mich und macht mich reifer“, gerade die Vielseitigkeit fordere sie, sagt Jana J. . Sie versieht ihren Dienst auf der Fregatte Hamburg, in der Wachtmeisterei. Die Wachtmeisterei ist die Personalbearbeitende Stelle an Bord eines Schiffes.

Der Freund ihrer Mutter hat Hauptbootsmann J. auf die Bundeswehr gebracht. „Du gehst zur Bundeswehr“ sagte er damals, sicher mit einem Augenzwinkern.

Schon in der Ausbildung suchte sie einen der Karriereberater auf und wurde als gelernte Bürokauffrau direkt als Obermaat und Soldat auf Zeit für acht Jahre eingestellt. Grinsend ergänzt sie:“ Ich bin ja keine Sportskanone aber den Sporttest habe ich damals dann doch bestanden.“

Hauptbootsmann Jana J.im Gespräch mit einem Kameraden

Hauptbootsmann Jana J.

Foto: © Bundeswehr / S. Ink

„Ich kenn’ das Wasser, brauch’ das Wasser und lieb’ das Wasser“, begründet Jana J ihre Wahl zur Marine zu gehen, eine andere Option hätte es auch gar nicht gegeben. Nachdem Sie 2010 die Laufbahn der Portepeeunteroffiziere (Bootsleute) eingeschlagen hat, wurde Sie am 02. Januar 2013 auf die Fregatte HAMBURG versetzet. Am 3. Januar ging es zum ersten Mal auf große Fahrt. „Ein Absoluter Sprung ins kalte Wasser, aber nach einer Woche war ich dann begeistert. Klar gibt es auch Heimweh, aber das Leben an Bord und die Kameradschaft sind doch etwas ganz Besonderes“, fasst sie ihre erste Erfahrung auf See zusammen.
Nach den Törns zeigt sich ihr Freundeskreis auch immer sehr interessiert und wissbegierig. Es gibt immer viel zu erzählen, das müssen nicht immer schöne Dinge sein. Gerade der erste Einsatz brachte viel Sturm und damit auch Seekrankheit mit sich. Da gab es wegen dem Seegang über fünf Tage kaum Schlaf.

„Einen Alltag an Bord gibt es nicht, jeder Tag ist anders, das ist für mich der schönste Unterschied zur zivilen Berufswelt“, resümiert sie kurz. Ich muss Auslaufmeldungen schreiben und Fernschreiben auf der Brücke abzeichnen lassen. Regelmäßig kommen Gefechtsübungen, bei denen wir das Leben an Bord unter Gefechtsbedingungen kennenlernen und üben.“, beginnt sie. Weiter erzählt sie: „Im Gefecht sind meine Aufgaben Andere als im Tagesdienst. Da habe ich meinen Posten im Gefechtsstand, kommuniziere mit anderen Gruppenständen an Bord und bin das Sprechorgan des Schiffsbetriebstechnikoffiziers. Darüber hinaus behalte ich den Überblick über die Personallage und übermittle die Befehle.“In einer Auslaufmeldung wird u.a. erfasst wer an Bord ist, wer krank ist oder gar krank zuhause. 

Wenn Zeit ist, werden die allgemeinen Pflichten erfüllt. Das bedeutet: Schießen, den Basisfitnesstest (BFT) (Anm. d. Red. Der gleiche wie bei der Eignungsfeststellung) oder das Deutsche Sportabzeichen ablegen.
Dabei gefällt ihr besonders gut, dass „man eng zusammen arbeitet“. „Gerade seegehende Einheiten leben eine noch engere Kameradschaft“, sagt sie und fährt fort: „Das bedeutet auch, dass man sich für Kameraden einsetzt. Besonders auch für Dienstgradniedrigere. Fürsorge darf man dabei nie vergessen." 

Eine Marinesoldatin an ihrem Schreibtisch

Hauptbootsmann Jana J.

Foto: © Bundeswehr / S. Ink

Janas Freund ist ebenfalls bei der Marine und ehemaliger Seefahrer, daher kennt er ihren Beruf und steht voll hinter ihr. Auch ihre Mutter, die anfangs sehr skeptisch war, ist nun „stolz wie Oscar“. 

Sie selbst möchte gerne noch einige Zeit zur See fahren, bevor das Thema Familie aktuell wird. „Seefahrt und Kind, beides zusammen wäre mir zu heftig“, erklärt sie kurz. „Darum sollte gerade der Weg zur Marine sehr gut überlegt sein, man muss es leben“, rät sie allen interessierten. „Man kann nicht täglich zuhause anrufen oder mal eben eine SMS schreiben“, fährt sie fort.

Den Entschluss zur Bundeswehr zu gehen bereut sie keineswegs. „Definitiv ist Berufssoldat mein Ziel“, sagt Hauptbootsmann Jana J. abschließend mit einem Grinsen.
 

Autor: S. Sanders