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Eine Soldatin prüft die Leuchten an einem Schiff

Hauptgefreiter Thea B.

Foto: © Bundeswehr / S. Ink

„Ich kenne jeden Winkel des Schiffes“ - Schiffsbetriebstechniker an Bord einer Fregatte.

„Ich wollte meinen eigenen Horizont erweitern und etwas von der Welt sehen. Persönliche Erfahrungen machen und auch den Charakter formen“, begründet Hauptgefreiter Thea B. ihre Entscheidung. Die gelernte Fachkraft für Lebensmitteltechnik wollte etwas Anderes machen, als ein Leben lang nur den gelernten Beruf ausüben. „Mit Anfang zwanzig nur in der Halle? – das wäre nichts für mich“, sagt Thea B.

Gesagt, getan. Seit Oktober 2014 ist Thea B. nun Soldatin bei der Deutschen Marine. Nach der Grundausbildung wurde die Frau Hauptgefreiter dann im Januar 2015 auf die Fregatte HAMBURG versetzt. „Angefangen habe ich als freiwillig Wehrdienstleistende um zu sehen worauf ich mich da einlasse. Jetzt bin ich Soldat auf Zeit mit einer Verpflichtungszeit von vier Jahren “, ergänzt sie.
Für den Anfang „waren es nur ein paar kleine Fahrten, je circa vier Wochen. Unter anderem haben wir auch an einer Gefechtsübung teilgenommen um unser Einsatzzertifikat zu bekommen.“ 

Eine Soldatin liest Werte an einem Computer ab

Hauptgefreiter Thea B.

Foto: © Bundeswehr / S. Ink

Im gleichen Jahr lief die Fregatte auch Richtung Mittelmeer aus. Einsatzfahrt für mehr als fünf Monate. „So ein langer Törn ist dann schon anstrengend – auch persönlich. Man ist fünf Monate immer von den gleichen Leuten umgeben“ sagt Thea und resümiert: „Ich würde es aber wieder machen.“ Auch wenn man sich mal streitet, „Am Ende sind wir eine kleine Familie, die zusammenhält.“

„Kameradschaft und Teamwork sind sehr wichtig. Viele schwere Geräte kann man alleine gar nicht oder nur schwer bedienen oder reparieren. Es ist ein Geben und Nehmen, man hilft sich auch unter den verschiedenen Abschnitten“, fasst Thea B. die Arbeit an Bord zusammen.

Als Schiffsbetriebstechniker, genannt Heizer „sind wir dafür da, dass das autarke System, also die Lüftung sowie das Ab,- und Frischwasser, funktioniert. Dazu kommt die Verfahranlage für den Bordhubschrauber. inklusive dem Betanken und Laschen (Anm. d. R.: einhaken). Unsere Aufgabe ist es, den Alltag an Bord zu gewährleisten. Im Alltag können das Klempnerarbeiten sein oder Montagearbeiten.“ Am besten gefällt Hauptgefreiter B. dabei die Arbeit an den Anlagen, und Motoren.
Auf See bedeutet das wenig Schlaf und viel Arbeit. Der Wachdienst und die regelmäßigen Ronden rauben viel Zeit. „Dafür wird man dann aber schon mal mit einem Helikoptermitflug entschädigt“, sagt Thea B. mit einem Augenzwinkern.

Das Leben an Bord prägt auch den eigenen Charakter. „Viele Rituale, die man von der Bundeswehr kennt, nehme ich auch mit nach Hause – gerade das Thema Ordnung und Sauberkeit ist an Bord sehr wichtig. Zuhause mache ich es genauso“, erklärt sie kurz. Aufgrund der vielen Entbehrungen auf See wisse sie so den „Luxus“ zuhause viel mehr zu schätzen; ebenso die Freundschaften.

Eine Soldatin beim Ablesen eines Ölmessstabes

Hauptgefreiter Thea B. - Schiffsbetriebstechnikerin

Foto: © Bundeswehr / S. Ink

„Meine Freunde habe ich auf See sehr vermisst.“Ihre Freunde und auch die Familie stehen aber hinter ihr und ihrer Berufswahl. „Die Seefahrt gehört zu meinem Beruf eben dazu. Gerade meine Eltern standen hinter meiner Entscheidung zur Marine zu gehen.“ Sie selber war eher skeptisch, ob der Schritt der richtige war. „Im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich mich dafür entschieden habe“ – sie hätte es sonst auch bereut, wenn sie es nicht getan hätte.

Nach vier Jahren wird für Hauptgefreiter Thea B. die Dienstzeit 2018 zu Ende gehen. Da möchte sie über den Berufsförderungsdienst (BFD) eventuell ihren Meister machen. Gerne auch einige Praktika, um sich in der zivilen Berufswelt wieder neu orientieren zu können.