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Ein Soldat lehnt auf Rohren und prüft mit einer Taschenlampe

Obermaat Malte W. während seines Kontrollgangs

Foto: © Bundeswehr / S. Ink

Obermaat Malte W. – Ein Marinesoldat in seiner Wunschverwendung

„Die Seefahrt fasziniert mich eigentlich schon seit meiner Kindheit. Dazu kommt, dass das nasse Element immer mein Ding war, was auch meine Hobbies wie Segeln oder auch Tauchen zeigen“, sagt Obermaat Malte W.

Keine Wunder also, dass der gelernte Elektriker für Energie- und Gebäudetechnik sich diesen Berufswunsch erfüllte. Er trat am 2.März 2009 in die Bundeswehr ein und wurde Marinesoldat.

„Ich konnte direkt nach meiner Ausbildung in meiner Wunschverwendung als Schiffselektrotechniker eingestellt werden. Also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen hatte ich die Möglichkeit, zur See zu fahren und zum anderen wurde ich auch noch berufsnah eingesetzt. “, erklärt uns der sympathische Marinesoldat.

Bevor er allerdings als Besatzungsmitglied einem Schiff fest zugewiesen wurde, musste Obermaat W. – wie viele für den seefahrenden Dienst vorgesehene Soldatinnen und Soldaten – mehrere seemännische Praktika durchlaufen. Die Marine kann so erkennen, ob die Frau oder der Mann auch tatsächlich seefest ist, aber auch die Aspiranten wissen nach diesen Praktika, ob es wirklich die erhoffte Verwendung ist, oder ob es nicht besser doch eine Dienststelle an Land werden soll.
„Ich habe meine Praktika auf den Fregatten EMDEN und HAMBURG absolviert. Für mich war das natürlich ein Erlebnis. Obwohl wir alle neu im Geschäft waren, klappte die Zusammenarbeit. Wir funktionierten als Crew. Das lag aber auch zu einem großen Teil daran, dass die Stammbesatzungen uns hilfreich zur Seite standen. Immer wieder wurde uns erklärt, was Kommandos bedeuten und wie man sie im Team richtig und präzise umsetzt. Die Handgriffe müssen halt sitzen, denn man darf bei aller Leidenschaft für die Seefahrt nie vergessen, dass wir als Soldaten auf einem Kriegsschiff unseren Dienst leisten.“

Ein Soldat überwacht die Systeme des Schiffs am Computer

Im Leitstand laufen alle Informationen zusammen

Foto: © Bundeswehr / S. Ink

 Im Juni 2010 war es für den jungen Soldaten dann so weit. Er wurde Besatzungsmitglied der Fregatte HAMBURG. Als Schiffselektrotechniker ist er neben seinem Schifftechnischen Offizier und dem Elektrotechnik-Meister (Anm. d. Red.: Bootsmanndienstgrad, analog dem Feldwebeldienstgrad im Heer und in der Luftwaffe) mitverantwortlich für den reibungslosen Betreib aller elektrischen Anlagen an Bord des Schiffes.

„Als Elektrotechnik-Maat – wie die Tätigkeit dieses Unteroffizierdienstgrads bei der Marine intern auch genannt wird – gestaltet sich mein Arbeitstag eigentlich nie gleich. Natürlich gibt es Routinevorgänge, wie der Einsatz im Schiffstechnischen Leitstand, wo ich im Team mit zwei anderen Schiffstechnikern die Bedienung oder Kontrolle der einzelnen Schiffsanlagen an einer Schaltkonsole vornehme und Alarme, die bei Störungen der Anlagen ausgelöst werden überwache. Aber auch die praktischen Arbeiten an den elektrischen Anlagen im Schiff gehören zu meinem Aufgabengebiet. Sei es der Tausch eines defekten Relais, die Fehlersuche an einem elektrischen Gerät, Wartungs- oder Instandsetzungsarbeiten, die Prüfung von Verschraubungen oder auch nur der Wechsel von Leuchten.

Ein Soldat schiebt sich in eine schmale Lücke um ein bauteil zu prüfen

Auch versteckte Bauteile müssen Überprüft werden

Foto: © Bundeswehr / S. Ink

Man kann das ganz gut mit einer zivilen Elektrikertätigkeit vergleichen, wenn auch die Dimensionen auf einem Schiff deutlich größer sind.“ Was allerdings einzigartig ist und in keiner zivilen Anstellung eine solche Bedeutung findet, ist die Kameradschaft an Bord. Obermaat W. hat das besonders kennen und lieben gelernt. „Ich kenne das Arbeiten in der zivilen Wirtschaft und das Arbeiten als Soldat an Bord einer Fregatte. Bei der Marine lernte ich sehr früh, Verantwortung für mich und andere zu übernehmen. Jeder versteht, dass man nur gemeinsam zum Ziel kommen kann. Jeder für sich klappt ganz einfach nicht. Aber man erkennt auch, welche Energien frei werden, wenn eine Truppe das gleiche Ziel hat und jeder mit anpacken muss, wenn es gelingen soll. Man fühlt sich nicht nur als Team, man ist es“. Neben den Fachaufgaben an Bord wurde W. zum Atemschutzgeräteträger und später auch zum Atemschutzgerätetruppführer ausgebildet. In dieser Funktion leitet er an Bord der Fregatte einen Brandabwehrtrupp. Bald wird sich für ihn der Höhenretterlehrgang anschließen.

Ein Soldat schaut mit einer Taschenlampe tief in den Sicherungskasten

Der Fehler liegt manchmal im Detail

Foto: © Bundeswehr / S. Ink

„Nachdiesem Lehrgang bin ich in der Lage, Kameraden aus Höhen, zum Beispiel von Aufbauten des Schiffes, zu retten.

Nach circa 250.000 Seemeilen plant der junge Soldat seine zivile Karriere.
„Meine Zeit bei der Marine hat mir viel Spaß und berufliche Erfüllung gebracht. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man sich mit dem Thema „Rückkehr in das Zivilleben“ beschäftigen muss. Hierbei habe ich den Berufsförderungsdienst als wertvollen Partner kennengelernt. Zusammen mit den Beratern plane ich eine Ausbildung zum Elektriker für erneuerbare Energien. Dazu stehen mir als Soldat auf Zeit Berufsförderungszeiten zur Verfügung.
 

Autor: S. Sanders