Ein Marinesoldat im Portrait

Obermaat Manuel Eckert vor U 31

Foto: © Bundeswehr / M. Liekefett

Obermaat Manuel Eckert – 1. Zentraler Maat auf U 31

In der Zentrale des Uboots U 31 sitzt ein Obermaat vor einer Konsole. Auf dem Monitor vor dem Soldaten sehen wir viele Zeichen, Linien und Symbole. Es ist kaum zu glauben, dass sich ein Mensch in diesem Wirrwarr zurechtfindet. Das ist der Kontrollstand vom 1. Zentralen Maat, Obermaat Manuel Eckert.

E. dreht sich um und lacht, als er unsere fragenden Gesichter sieht. „Alles halb so wild. Mein Monitor zeigt mir den Zustand aller Anlagen, für die ich auf dem Uboot verantwortlich bin. Sollte irgendwo eine Störung sein, kann ich sie von hier aus lokalisieren und teilweise schon erste Störbehebungen vornehmen. Geht auch gar nicht anders, denn unser Boot hat so viele Aggregate, Pumpen und Regler, dass die händische Fehlersuche viel zu lange dauern würde“, erklärt uns der Obermaat.

Sein Weg zur Marine

Zwei Marinesoldaten sitzen in einem U-Boot vor Schaltkonsolen

Der Obermaat an seinem Arbeitsplatz in der Operationszentrale

Foto: © Bundeswehr / M. Liekefett

„Schon während meiner Schulzeit habe ich den Wunsch gehabt, irgendwann mal zur See zu fahren“, sagt Obermaat Manuel Eckert. Nach seinem Realschulabschluss durchlief er allerdings erst mal eine Lehre zum Anlagenmechaniker Sanitär/Heizung- und Klimatechnik, bis er seinen Wunsch, zur Marine zu gehen in die Tat umsetzte. „Durch Freunde meines Bruders, die bereits bei der Bundeswehr waren, erfuhr ich von der Möglichkeit, an einer dreitägigen Informationsveranstaltung der Marine in Kiel teilzunehmen. Bei diesem „Schnupperkurs“ konnte ich einen kleinen Einblick von meinem späteren Arbeitgeber gewinnen. Mir war danach klar, dass das genau mein Ding ist“, erklärt E.

Gespräch beim Karriereberater

Die nächsten Schritte waren ein Gespräch beim Karriereberater und nach erfolgter Bewerbung die Einladung zum Eignungstest im Karrierecenter Wilhelmhaven.
„Bereits beim Gespräch mit dem Karriereberater habe ich gemerkt, dass hier entgegen mancher Klischees kein Komisskopf sitzt – man kennt das aus schlechten Filmen – sondern ein professionell arbeitender Fachmann. Keine Frage, die ich stellte, blieb unbeantwortet. Ganz im Gegenteil. Mir wurden Alternativen aufgezeigt und viele Fachbegriffe, die ich natürlich nicht kennen konnte, erklärt. Auch beim Ausfüllen der Bewerbungsunterlagen konnte er mir manchen Tipp geben oder Sachverhalte erklären. Ich hatte zu jeder Zeit des Gespräches das Gefühl, dass hier mit offenen Karten gespielt wurde. Einsätze und deren Gefahren wurden genauso angesprochen, wie lange Abwesenheit von zu Hause oder die Notwendigkeit bundesweit eingesetzt werden zu können“, erläutert der Marinesoldat.

Entscheidung getroffen

Mit bestandener Testung im Karrierecenter Wilhelmshaven wurde es dann Ernst. „Ich hatte jetzt also die Entscheidung zu treffen, die acht Jahre lang mein weiteres Leben entscheiden sollte. Nachdem ich mein Testergebnis bekommen habe, ging es zum Einplaner. Eigentlich hatte ich mit einer Verwendung auf einer Fregatte gerechnet. Ich war dann auch im ersten Moment ziemlich überrascht, als mich der Einplanungsoffizier fragte, ob ich mir vorstellen könne, auf einem Uboot zu fahren. Ich entschied mich, wie man sieht, für die Uboote und habe es nie bereut“, sagt der 27 jährige Obermaat aus Zeuthen und grinst. Als Soldat auf Zeit für acht Jahre trat er am 04.08.2008 in die Bundeswehr ein. Aber es sollte noch dauern, bis er das erste Mal ein Uboot betrat.

Militärische- und seemännische Grundlagen

Ein Marinesoldat steigt eine Treppe im U-Boot empor

Obermaat Eckert bei einem Kontrollgang

Foto: © Bundeswehr / M. Liekefett

„Üblicherweise kam als erstes die drei monatige Grundausbildung. Neben militärischen Grundfertigkeiten wie Schießen, Marschieren, Kartenkunde oder Gefechtsdienst wurde uns auch viel marinetypisches vermittelt, um später an Bord verstehen zu können, was die erfahrenen Kameraden meinen, wenn man zum Beispiel einen Tampen knoten soll, also ein Knoten in ein Seil knüpft oder wie man Schiffe richtig am Poller vertäut“, sagt Eckert Seine militärische und fachliche Ausbildung dauerte circa 1 ½ Jahre, bis er als Motmaat, wie die Zentralen Maate an Bord genannt werden, eingesetzt werden konnte.

Das Lernen hört nie auf

Die fachliche Ausbildung dauert relativ lange, denn der Motmaat ist ein Allrounder in Sachen Technik. Alles, was nicht speziellen Abteilungen wie dem Sonar oder der Elektrik zugeordnet ist, ist sein Aufgabengebiet. Wenn man im letzten Schritt der Ausbildung den sogenannten Schülerordner an Bord durchgearbeitet hat, weiß man, dass man seiner Aufgabe gewachsen ist. „Das Lernen hörte aber nie auf. Ich konnte immer die älteren Kameraden fragen, wenn ich erst mal ratlos war. An Bord ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die neuen Crewmitglieder „an die Hand“ genommen werden. Hier lässt man niemand absichtlich gegen die Wand laufen“, erklärt E.

Die erste Tauchfahrt

„Wer zur See fahren will, weiß vorher, dass er nicht jeden Abend zu Hause ist. Natürlich ist es ein merkwürdiges Gefühl, wenn man das erst mal eine Tauchfahrt erlebt. Da überlegt man schon, dass man in 100 Meter Tiefe fährt, aber man weiß auch, dass man sich auf das Boot und die Crew verlassen kann. Bei der Marine gehören Einsätze wie ATALANTA oder Übungen genauso dazu, wie persönliche Einschränkungen. Als Maat teilt man sich zum Beispiel einen Bock, wie das Bett im Boot heißt. Ist aber kein Problem, da man während der Fahrt sowieso im Wechsel als Wachgänger eingeteilt ist und sich so nie in die Quere kommt “,sagt der Obermaat.

Pumpe ist Pumpe

„Ich bin damals aufgrund meiner verwertbaren Berufsausbildung mit einem höheren Dienstgrad eingestellt worden. Pumpe ist eben Pumpe, auch wenn die Dimensionen ganz andere sind. Aber das ist keine Voraussetzung, um Motmaat zu werden. Wer sich für die Tätigkeit interessiert, kann sich bewerben. Da wir mit gemischten Besatzungen fahren haben auch Frauen diese Möglichkeit. Auf dem Boot interessiert nur die Qualität der Arbeit".

In seiner wachfreien Zeit liest Eckert oder beschäftigt sich mit seinem Tablet.

"Die Freizeitmöglichkeiten sind an Bord logischerweise eher begrenzt. Aber wenn bei Überwasserfahrt im Mittelmeer plötzlich eine Delfinherde vor dem Boot hochspringt oder man die Gelegenheit hat, fremde Häfen anzulaufen, entschädigt mich das mehr als genug", sagt der Obermaat.

Alter Hase

Zwei Marinesoldaten stehen auf der Brücke eines U-Bootes

Obermaat Eckert - eine U-Bootfahrer aus Überzeugung

Foto: © Bundeswehr / M. Liekefett

Mittlerweile gehört der sympathische Obermaat selbst zu den alten Hasen. Er ist der 1. Motmaat und kann seinen Erfahrungsschatz an den neuen Motmaat weitergeben. Das muss er auch, denn nach Ablauf seiner Verpflichtungszeit möchte er Berufsfeuerwehrmann werden. „Dieser Berufswunsch ist bei mir gewachsen, als ich meinen ersten Einsatz im Brand- und Leckabwehrtrupp hatte. Über den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr habe ich ein dreiwöchiges Praktikum bei einer Feuerwehr absolviert und dabei gemerkt, dass es nicht nur Schwärmerei ist“, schließt Obermaat Manuel Eckert.


Autor: H. Cabanski