Soldat in einer Portraitaufnahme

Kompetenter Personenschützer

Foto: © Bundeswehr / Ströter

Als Feldjäger in Lübtheen

Oberfeldwebel Robert Ackermann ist Feldjäger. Auf der Informations- und Lehrübung der Streitkräftebasis präsentiert er mit der 2. Kompanie des Feldjägerbataillons 351 was seinen Beruf, vor allem im Einsatz, ausmacht. Als Personenschützer wird er dabei möglichst realistisch die Fähigkeiten und taktischen Grundsätze seiner Arbeit im Einsatzland zeigen.

Herr Oberfeldwebel, wo sind Sie im normalen Tagesdienst eingesetzt und was sind dort Ihre Aufgaben?

In erster Linie bin ich Feldjäger und im normalen Routinedienst eingesetzt. Damit sind Aufgaben verbunden, wie die Aufnahme von Verkehrsunfällen mit Bundeswehrangehörigen, Objektstreifen fahren und das Auffinden von unerlaubt abwesenden Soldaten – vergleichbar mit den Aufgaben eines Streifenpolizisten. Wir zeigen Präsenz am Einsatzort. Das bedeutet natürlich Tag wie auch Nachtschichten für mich. Zusätzlich bin ich als Personenschützer ausgebildet. Auch in dieser Funktion kommen spezielle Aufgaben im Tagesdienst auf uns zu. In meinem Einsatzraum Sachsen befinden sich das Militärhistorische Museum der Bundeswehr und die Offizierschule des Heeres. Da wir über die nötige Ortskenntnis verfügen, stellen wir dort für die hochrangigen militärischen Besucher den Begleit- und den Personenschutz.

Wie und seit wann haben Sie sich auf die Informations- und Lehrübung der Streitkräftebasis vorbereitet?

Soldaten bei einer Lagebesprechung

Erste Absprachen vor Ort

Foto: © Bundeswehr / Ströter

Begonnen mit den Vorbereitungen haben wir ungefähr zwei Monate vor der Übung, also Anfang März. Erst einmal mussten Antworten auf die grundlegenden Fragen gefunden werden: Wer macht was? Wie stellen wir unser Team zusammen? Welches Material benötigen wir, um ein möglichst realistisches Bild darzustellen? Trotz Schichtdienst konnten wir neben unseren alltäglichen Aufgaben die Vorbereitungen und organisatorischen Maßnahmen gut umsetzen. Auf dem Truppenübungsplatz in Lübtheen haben wir jetzt begonnen die Station aufzubauen – Wälle aufschütten, Zelte aufbauen, Panzerplatten verlegen und die für die Station benötigten Gebäude ausbessern. Zusätzlich besprechen wir hier unser taktisches Verhalten und üben bereits erste Abschnitte der Präsentation. Dazu gehört auch ein Fahrtraining, da wir bestimmte Manöver vorführen werden. Ziel ist immer möglichst nahe an der Realität zu bleiben.

Welchen Nutzen sehen Sie in der Informations- und Lehrübung und was erhoffen Sie für sich selbst aus dieser Zeit mitzunehmen?

Bundeswehrfahrzeuge in Formation

Taktisches Verhalten präsentieren

Foto: © Bundeswehr / Ströter

Auf der einen Seite wollen mein Team und ich die Arbeit der Feldjäger möglichst realistisch darstellen, die Zuschauer über unsere Arbeit informieren und ihnen Wissen mitgeben. In Zukunft wird uns ein Teil der Besucher einplanen und einsetzen müssen. Vermitteln wir den Besuchern bereits hier einen genauen Einblick in Abläufe und taktische Grundsätze unserer Arbeit, werden diese uns in möglichen realen Einsätzen besser einschätzen können und unsere Arbeit verstehen. Auf der anderen Seite bietet sich aber auch für uns eine gute Möglichkeit an bestimmten Abläufen in unserem Team zu arbeiten. Da wir hier auf der Informations- und Lehrübung nach einem genauen Drehbuch agieren, können wir uns auf die Feinheiten konzentrieren – zum Beispiel die Entwicklung einer eigenen einheitlichen Sprache für das Kommando. Diese Finessen können im Einsatz oft erst viel später ausgearbeitet werden. Diese einheitliche Sprache nehmen wir dann wieder mit in unserer Einheit. Sie hilft uns im Einsatz erfolgreich zu sein.