Ein Soldat untersucht Gesteinsproben

Veranschaulichung im Büro - Feldwebel Kohlberg überprüft Gesteinsammlung

Foto: © Bundeswehr / Daniel Albrecht

GeoInfo-Feldwebel: Soldat und Spezialist für die Umwelt

Mit kräftigen Hammerschlägen treibt Dominik Kolberg (23) einen Hohlbohrer tiefer in den Boden. Der Feldwebel hat den Auftrag, die Bodenbeschaffenheit auf dem NATO-Truppenübungsplatz Bergen in der Lüneburger Heide zu prüfen. Er soll herausfinden, ob der Untergrund auch nach Starkregen der Belastung durch die schweren Gefechtsfahrzeuge standhält. Diese Information ist wichtig für zukünftige Übungsvorhaben der Truppe.

Dominik Kolberg ist Soldat im Bereich Einsatzgeologie, einem Fachgebiet des Amtes für Geoinformationswesen der Bundeswehr mit Sitz in Euskirchen. Zu den Aufgaben des Dezernates zählen neben der Bodenbegutachtung auf Übungsplätzen zum Beispiel das Messen der Bodenverdichtung auf Landepisten, das Erstellen von Bodenbedeckungsplänen sowie die Beratung etwa nach einer Ölverschmutzung des Erdreichs.

Interesse an Erdkunde und Meteorologie

Eigentlich ist Dominik Kolberg gelernter Vermessungstechniker. Die dreijährige Ausbildung absolvierte er beim Katasteramt in Celle (Niedersachsen). „Ich arbeitete eine Zeit lang als Vermesser im Außendienst“, erzählt er. Langfristige Jobperspektiven boten sich ihm in seinem Beruf jedoch kaum. Da er schon immer ein Interesse für Erdkunde, Kartographie und Meteorologie hatte, schaute er sich nach Alternativen um. Über ein Praktikum bei der Geophysikalischen Beratungsstelle auf dem Heeresflugplatz Celle erfuhr er von der Feldwebel-Laufbahn im Geoinformationsdienst der Bundeswehr (GeoInfoDBw). Dort arbeiten Experten vieler geowissenschaftlicher Fachdisziplinen zusammen, um hochwertige Geoinformationen weltweit zu beschaffen und aufzubereiten. Mit seiner einschlägigen Ausbildung eröffnen sich Dominik Kolberg als GeoInfo-Feldwebel weitreichende Karrierechancen.

Soldatische und fachliche Ausbildung

Ein Soldat überprüft technisches Gerät

Feldwebel des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr

Foto: © Bundeswehr / Daniel Albrecht

Nach dem erfolgreichen Bestehen der Eignungsprüfung absolvierte er – zunächst als Feldwebelanwärter – seine Grundausbildung sowie die allgemeinmilitärischen Lehrgänge. Zugleich nahm er an einem Lehrgang zur Geodaten-Gewinnung teil, in dem die GeoInfo-Feldwebel unter anderem das Durchführen von Vermessungen und die Datenerhebung zu den verschiedenen Themengebieten wie Geologie, Meteorologie und Aerologie erlernen.

„Mit meiner Ausbildung zum Vermessungstechniker hat meine derzeitige Tätigkeit kaum noch etwas zu tun“, räumt Dominik Kolberg ein. Doch das stört ihn nicht im Geringsten. Er ist heute häufig unterwegs, lernt viele Gegenden Deutschlands kennen.

„Bei der Bundeswehr habe ich es mit sehr spannenden, nicht alltäglichen Aufgaben zu tun, die sich mir als Vermessungstechniker anderswo nicht bieten würden.“

Auch in den übrigen Abteilungen des Amtes für Geoinformationswesen werden Quereinsteiger wie Dominik Kolberg als GeoInfo-Feldwebel eingesetzt. Sie übernehmen während ihrer Dienstzeit eine Vielzahl fachlicher Aufgaben in verantwortlicher Position und erfüllen damit ähnliche Funktionen wie Meister in zivilen Unternehmen.

GeoInfo-Einsatz auch im Ausland

Zwei Soldaten vor Bundeswehrfahrzeugen

Feldwebel Kohlberg mit einem Kameraden und seiner Ausrüstung

Foto: © Bundeswehr / Daniel Albrecht

Tätig sind die Feldwebel dabei nicht nur im Inland. Dominik Kolberg bereitet sich zur Zeit auf einen ersten Auslandseinsatz vor. Hierfür erwarb er den Lkw-Führerschein Klasse C, der ihn auch zum Fahren von gepanzerten Einsatzfahrzeugen wie dem MoWag Eagle berechtigt, mit dem unter anderem die Truppen in Afghanistan unterwegs sind. Dort sind ebenfalls GeoInfo-Feldwebel im Einsatz, um mögliche „Geo-Risiken“ zu erkunden. Zusammen mit Bundeswehr-Geologen untersuchen sie zum Beispiel mit einer Rammkernsonde die Festigkeit und Zusammensetzung des Untergrundes in mehreren Metern Tiefe. Anhand von Bohrprofilen, Gesteinsproben und Karten ziehen sie anschließend Rückschlüsse auf die Befahrbarkeit von Wegen oder die Tragfähigkeit von Baugrund.

Um die Zukunft nach dem Ende seiner zwölfjährigen Dienstzeit sorgt sich Dominik Kolberg derzeit nicht. Neben der von ihm angestrebten Bewerbung zum Berufssoldaten, hat er als Zeitsoldat einen Anspruch auf 36 Monate Förderung schulischer und beruflicher Weiterbildung nach der Beendigung der Dienstzeit. Da er als GeoInfo-Feldwebel bereits in jungen Jahren hohe Verantwortung inne hat und Führungskompetenzen erwirbt, bringt er für zivile Arbeitgeber attraktive Schlüsselqualifikation mit. Dominik Kolberg ist sich sicher:

„Solche Karrierechancen hätte ich in meinem gelernten Beruf nicht gehabt.“

Autor: Daniel Albrecht