Ein weiblicher Marineoffizier steht vor einer Karte

Kapitänleutnant Routsi

Foto: © Bundeswehr / K. Birke

Kapitänleutnant Christina Routsi – Marineoffizier mit medialer Kompetenz

Fast jeder hat sie schon mal gesehen oder gehört, Werbebanner in Städten, Seitenscheibenplakate in Bussen oder auch Radiospots, die für die Roadtour des KarriereTreff Bundeswehr werben. Verantwortlich für den reibungslosen Ablauf dieser Werbemaßnahmen ist die Begleitkommunikation beim Zentralen Messe- und Eventmarketing der Bundeswehr (ZeMEMBw). Hier treffen wir Kapitänleutnant Christina Routsi.

Als Marketingmanager ist sie für die Umsetzung von Werbemaßnahmen in verschiedenen Medien verantwortlich. Studiert hat sie aber nicht bei der Bundeswehr – sie ist Seiteneinsteigerin mit abgeschlossenem Hochschulstudium.

Ideen umsetzen

„Wenn das Werbekonzept grafisch und sprachlich umgesetzt wurde, beginnt die eigentliche Kommunikation nach außen. Eine meiner Aufgaben besteht darin, den Kontakt zu den Medien, in denen wir werben, aufzunehmen und mit den Verantwortlichen vor Ort die Umsetzung dieser Maßnahmen zu besprechen. Wann und wie oft wird ein Radiospot gesendet? Wo erscheint unsere Anzeige in der entsprechenden Tageszeitung? Wo stehen einzelne Werbeträger? Meine Aufgabe ist erst erledigt, wenn die einzelnen Events erfolgreich beendet wurden und die Nachbereitung wie die Berichterstattung oder auch die Begleichung angefallener Rechnung erledigt sind. “ erklärt Kapitänleutnant Routsi.

Der Weg zur Marine

Soldatin vor einem Bundeswehr-Lastkraftwagen

Ein Einsatzmittel der Personalgewinnung - der Karriere-Truck

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

„Nach meinem Studium „Medienmanagement“ arbeitete ich etwa drei Jahre lang als Fernseh-Senderegisseurin beim Mitteldeutschen Rundfunk. Irgendwann kam für mich der Zeitpunkt, wo ich überlegen musste, ob ich mit den mir aufgezeigten Karrieremöglichkeiten zufrieden sein konnte, oder eben nicht. Auf meine Möglichkeiten bei der Bundeswehr wurde ich eher zufällig durch den Kontakt mit einem ehemaligen Kommilitonen gebracht, der nach dem Studium direkt als Seiteneinsteiger Marineoffizier wurde, während der Rest unserer Freunde in verschiedene Medienunternehmen einstieg. Nach intensiver Recherche und einer Eignungsübung im 7. Schnellbootgeschwader in Rostock Hohe Düne stand mein Weg fest: Die Marine bietet mir das Maß an Verantwortung und Verwendungsbreite, das ich suche“, schildert die 31jährige ihren Weg in die Streitkräfte.

Nach bestandener Eignungsfeststellung bei der Offizierbewerberprüfzentrale in Köln war es dann soweit: Die aus Leipzig stammende Soldatin trat am 01.04.2006 in die Bundeswehr ein. Für sie wurde es eine Punktlandung. Aufgrund ihres zivilen Hochschulstudiums als Diplom-Medienwirtin wurde sie als Leutnant zur See eingestellt. Auch ihr Wunsch, zunächst auf einer seefahrenden Einheit eingesetzt zu werden, erfüllte sich.

Die Ausbildung zum Marineoffizier

Soldatin an einer Peileinrichtung auf einem Schiff

Als Navigationsoffizier im Einsatz

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Sie durchlief die Ausbildung zum Marineoffizier in zweieinhalb Jahren. „Ich will nicht verhehlen, dass es manchmal nicht leicht war, das erste Jahr mit größtenteils 18-Jährigen ausgebildet zu werden. Aber militärisch gesehen, hatten wir fast alle den gleichen Stand, nämlich Null.“ Nach dem ersten Jahr gingen Ihre Crewkameraden in das Studium. Sie selbst nahm an weiterführenden Lehrgängen und Ausbildungen teil. Es folgten See-Verwendungen als Navigationsoffizier auf dem Tender ELBE und als Schiffsoperationsoffizier auf den Einsatzgruppenversorgern FRANKFURT AM MAIN und BERLIN.

Ein forderndes Aufgabenfeld

„Die militärische Seefahrt ist ein anspruchsvolles und forderndes Aufgabenfeld. Für mich persönlich haben diese Erfahrungen mein Selbstverständnis als Marineoffizier grundlegend definiert. Daran messe ich jetzige und künftige Aufgaben. Auch jetzt auf einem sogenannten Landdienstposten.“, so Kapitänleutnant Routsi.

Zur Frage nach Auslandseinsätzen erzählt sie: „Ich war bisher zweimal im UNIFIL-Einsatz vor der Libanesischen Küste. Abwesenheiten und die Kenntnis um Einsätze gehören zu meinem soldatischen Berufsbild. Ich habe mich intensiv und kritisch damit auseinandergesetzt, bevor ich mich dazu entschlossen habe.“

Gelungene Mischung aus altem- und neuem Leben

Ihre jetzige Tätigkeit in der Begleitkommunikation des Zentralen Messe- und Eventmarketings sieht Kapitänleutnant Routsi als Glücksfall. „Meine Arbeit für ZeMEM bildet eine Brücke zwischen meinem zivilen und militärischen Leben. Hier ist zum einen mediale Kompetenz und betriebswirtschaftliches Geschick und zum anderen konzeptionelles Arbeiten und unersetzbare Truppenerfahrung gefordert.“

Interessante Aufgaben und schöne Erinnerungen

Ein weiblicher Offizier steht vor einer Werbewand

Immer ein Ohr am Geschehen

Foto: © Bundeswehr / Birke

Wenn man Kapitänleutnant Routsi fragt, an welches Erlebnis sie sich gerne erinnert, muss sie nicht lange überlegen.

„Da gibt es mehrere Erlebnisse. Einmal denke ich da an meine erste Zeit als Wachoffizier auf dem Einsatztruppenversorger FRANKFURT AM MAIN. Auf dem Weg Richtung Südafrika gab es unmittelbar nach der Äquatortaufe ein sogenanntes „Baden aussenbords“. Den Äquator quasi schwimmend zu überqueren, ist und bleibt für mich ein sehr beeindruckendes Erlebnisse.“

„Zum anderen erinnere ich mich sehr gerne an meine Zeit als Schiffsoperationsoffizier (SOPO) auf dem Einsatzgruppenversorger BERLIN während eines einsatzvorbereitenden Trainings in England. Ich denke stolz daran zurück, weil ich noch nie in so kurzer Zeit so viel gelernt und so wenig geschlafen habe.“ lacht Kaleu Routsi. „Als SOPO leitet man die Operationszentrale des Schiffes und ist mit seinem Team verantwortlich, für den Kommandanten die äußere Bedrohungslage zu analysieren, zu bewerten und ihm Handlungsempfehlungen zu geben.“

Ihre Frau und ihre kleine Tochter sind aber auch froh, dass die Bundeswehr sie zurzeit an Land einsetzt.

Ein Ohr am Geschehen

„Ich will versuchen, auch in Zukunft ein Ohr am Geschehen in der Flotte zu haben. Momentan konzentriere ich mich jedoch darauf, die Medienarbeit und die Nachwuchswerbung der Bundeswehr als Wirkungsfeld kennenzulernen. Meinen Weg habe ich nicht bereut.“ schließt die Berufssoldatin.

Autor: H. Cabanski