Oberfeldwebel Jens W. an seinem Arbeitsplatz

Prüfende Blicke beim SIchten des vorhandenen Bildmaterials

Foto: © Bundeswehr / Jani Pushparajah-Hoof

Der Luftbildauswertefeldwebel - OFw Jens W. ( ZAbbAufkl)

Kompetenz durch Teamwork: so lässt sich die Arbeit und Ausbildung in der Zentrale Abbildende Aufklärung (ZAbbAufkl) am besten zusammen fassen, sagt OFw Jens W.. W. ist Luftbildauswertefeldwebel und in den letzten Zügen seiner Ausbildung für den Dienstposten.

„12 Monate dauert die Ausbildung mit insgesamt sieben Modulen bzw. Fachbereichen“, erklärt OFw W., dazu kommen einige Wochen für die Qualifikation im Umgang mit dem Radar. Die modulare Ausbildung gliedert sich unter anderem in die Bereiche: Auswertung von Luft, Wasser und Land-Aufnahmen.

Alltag ohne Langeweile

Oberfeldwebel W. vor Bildschirmen

Drei Monitore für einen guten Rundumblick.

Foto: © Bundeswehr / Jani Pushparajah-Hoof

Der ehemalige Drohnensteuerer W. kam durch Zufall auf die Dienststelle, die nur wenigen bekannt ist. „Ein damaliger Lehrgangskamerad ist hier stationiert und hat mir etwas von dieser Dienststelle erzählt“, erörtert W.. Neben generellem Interesse an der Arbeit war das „interessante und fordernde Aufgabenspektrum“ weiterer Grund für seine Initiative. Die große Verantwortung und, damit eng verbunden, das entgegengebrachte Vertrauen waren ausschlaggebend für die Entscheidung, sich bei der ZAbbAufkl zu bewerben. Im Rahmen der Gleitzeit beginnt der Dienst mit „dem Checken der Mails, den Aufträgen und der Kategorisierung nach Dringlichkeit“, fängt OFw Jens W. an.

Danach folgt das freie Arbeiten, das aus Ansehen, Beobachten und Auswerten von vorhandenem Material besteht. Wenn es der Auftrag erfordert, wird neues Material angefordert, um ein ganzheitliches Bild zu bekommen. Teamwork ist dabei unerlässlich. Die Teams bestehen aus drei bis fünf Personen. Über den Tag verteilt kommen immer neue Aufträge dazu, die vom Teamchef koordiniert und verteilt werden. „Viele Aufträge sind termingebunden, da kann sich der Dienstschluss schon mal etwas nach hinten verschieben“, schließt W. seine Ausführungen ab. Aber auch für Sport bleibt ab und an Zeit. Für die soldatischen Pflichten wie zum Beispiel Deutsches Sportabzeichen (DSA) und Schießen, muss man sich Zeit nehmen.

Sein Werdegang

OFw Jens W. ist seit Anfang 2009 bei der Bundeswehr, der gelernte Maler und Lackierer wollte zuerst als Grundwehrdienstleistender und Soldat auf Zeit (SaZ) für 2 Jahre „etwas Neues erleben“. 2009 ging W. auch gleich mit seiner Einheit in den Einsatz nach Afghanistan. „Der Einsatz, das Zusammengehörigkeitsgefühl, welches man im normalen Job nicht zu schätzen weiß“, begründet er seine Entscheidung, SaZ 14 zu werden. „Mehr Verantwortung sowie der Umgang mit und das Führen von Menschen“ waren weitere Gründe dafür, die Bundeswehr als langfristigen Arbeitgeber zu wählen. Trotz der zu erwartenden Dienstpostenwechsel war ein gewisses Maß an Planungssicherheit sowie die gute finanzielle Absicherung ein weiterer Aspekt.

Auf die Frage nach seinem schönsten Erlebnis in seiner Zeit als Soldat antwortet W. etwas zögernd aber sicher: „Einerseits ist der Einsatz erschreckend, andererseits lernt man Dinge zu schätzen, die man hier vergisst. Es ist ein gutes Gefühl, auch kleine Dinge schätzen zu lernen.“ Dazu fällt ihm u.a. alleine und regelmäßig Duschen können ein. Seit vier Jahren führt W. jetzt eine Fernbeziehung – 340 Kilometer trennen ihn von der Heimat. OFw W. sagt: „Das hat Vor,- wie Nachteile. Man lernt schnell, wer die richtigen Freunde sind und wer nicht.“ Seine Familie steht voll hinter seiner Entscheidung. Es gibt Höhen und Tiefen, aber im Großen und Ganzen „klappt das alles gut“ erzählt W.. Seine Freundin hat jetzt einen Job in der Nähe angenommen, damit ist zumindest das Ende der Wochenendpendelei absehbar.

Etwas persönliches:

Familienplanung ist zwar ein Thema, aber noch in weiter Ferne. Erst einmal möchte OFw Jens W. Berufssoldat (BS) werden. Es gäbe zwar einen Plan B für eine zivile Karriere, aber „die Aufgabe hier macht soviel Spaß, da habe ich den noch etwas verdrängt“.

Soldat bei der Auswertung

Gutes Bildmaterial ist wichtig für den Auftrag

Foto: © Bundeswehr / S. Sanders

In der zivilen Wirtschaft gäbe es keinen vergleichbaren Posten. Satelliten werden zwar zur Detektion von möglichen Blindgängern sowie, zur Schadensforschung - beispielsweise nach einem Tsunami oder bei der Bestandsaufnahme der Bäume in der Forstwirtschaft genutzt, aber diese Arbeitsplätze sind nicht annähernd so vielseitig.

Klarer Vorteil:

Wer in dieser Dienststelle BS wird, der hat lange Stehzeiten (Anm. d. Red. die Verweildauer auf einem Dienstposten). Die Ausbildung ist so umfangreich, dass Weiterbildungen nur selten nötig sind. Also hält sich auch die Zahl der Lehrgänge und Abwesenheiten von Zuhause in einem sehr überschaubaren Rahmen.