Soldat schaut auf einen Monitor

Leutnant Ocken an seinem Arbeitsplatz

Foto: © Bundeswehr / Jani Pushparajah-Hoof

Leutnant A. Ocken - Luftbildauswerteoffizier

„Ich kam noch klassisch als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr und damals dachte ich auch nicht daran, mich länger zu verpflichten. Doch das hat sich schnell geändert, nachdem ich die Grundausbildung absolviert und meine erste Stammeinheit kennen gelernt hatte“, beginnt Leutnant Ocken unser Gespräch.

Sein Interesse am Arbeitgeber Bundeswehr wurde nicht zuletzt durch die Möglichkeit gesteigert, verschiedene Arbeitsbereiche kennen zu lernen. So durchlief er die Bereiche Luftwaffensicherung, Startbahnschnellinstandsetzung und den Stabsdienst, bevor er in die Zentrale Abbildende Aufklärung versetzt wurde. „Die Versetzung erfolgte auf eigenen Wunsch. Meine alte Einheit wurde damals aufgelöst, so dass ich die Möglichkeit hatte, noch einmal eine neue Tätigkeit zu lernen. Nach einem zweiwöchigen Praktikum, bei dem ich die Einheit und die Einheit mich kennen lernen konnte, entschied ich mich als Luftbildauswerteoffizier in Grafschaft zu bleiben“, so Ocken.

Soldat schaut sich Satellitenaufnahmen auf dem Computer an

Leutnant Ocken bei der Auswertung

Foto: © Bundeswehr / Jani Pushparajah-Hoof

Gute Ausbildung

Die Ausbildung ist anspruchsvoll und langwierig, so erklärt Leutnant Ocken: „Zunächst musste ich das drei Monate dauernde Basismodul absolvieren, in dem die Grundlagen zur Luftbildauswertung vermittelt wurden. In den nächsten zwölf Monaten folgten weitere Module, die sich grob in Luft / Land / Wasser gliedern und in denen ich lernte, Objekte zu identifizieren und zu beschreiben“. Zusätzlich zu der Fachausbildung musste Leutnant Ocken auch die Laufbahnlehrgänge bestehen. Das bedeutet insgesamt weitere neun Monate Unteroffizier-, später Feldwebel- und nach erfolgreichem Laufbahnwechsel schließlich der Offizierlehrgang.

„Nachdem ich Berufssoldat und Offizieranwärter geworden bin, wurde ich in einem circa drei Monate dauernden Kurs zum Luftbildauswerteoffizier ausgebildet“, ergänzt der Leutnant.

Erfahrung ist nicht zu ersetzen

„Meine tägliche Arbeit ist geprägt durch eine planbare Routine. Durch immer wiederkehrende kurzfristige Auswerteaufträge bleibt die Arbeit aber auch abwechslungsreich. Normalerweise starte ich morgens mit dem Prüfen meines Meldeeingangs. Danach folgt eine kurze Absprache im Team, wer welchen Auftrag übernimmt. Nun prüfe ich, ob die bereits vorhandenen Bilder für meinen Auftrag ausreichend sind oder ob ich weiteres Bildmaterial anfordern muss. Die Aufträge können Terminarbeiten sein, wie zum Beispiel die Prüfung, ob ein Flugplatz für einen bestimmten Flugzeugtyp start- und landefähig ist. Es kann sich um Langzeitbeobachtungen handeln, in denen wiederkehrende Bildserien auf bestimmte Objekte oder spezifische Veränderungen geprüft werden. Oder mir fallen bei routinemäßigen Bildsichtungen besondere Ereignisse auf, wie etwa eine Demonstration zu der ich dann einen Bericht schreibe“, erörtert Ocken seinen Tagesablauf. Um zu verdeutlichen, mit was für Bildern hier gearbeitet wird, zeigt uns der Leutnant Aufnahmen mit einer Größe von acht mal sechzig Kilometern. „Um hier eine präzise Auswertung machen zu können, ist außer der guten Ausbildung auch eine Menge Erfahrung von Nöten“, sagt uns der junge Offizier.

Dienst nicht nur am heimischen Arbeitsplatz

Soldat zeigt Programme auf seinem Computer

Der Leutnant erklärt seinen Arbeitsplatz

Foto: © Bundeswehr / Jani Pushparajah-Hoof

Leutnant Ocken war bereits mehrfach im Auslandseinsatz. „Zwischen den Jahren 2006 und 2008 habe ich als Luftbildauswerter in Afghanistan an den ISAF-Einsätzen teilgenommen. Diese Einsätze waren für mich deshalb so besonders, weil ich die Auswirkungen meiner Arbeit direkt miterleben konnte. Dazu gehörte auch das positive Feedback von den Kameraden, die zum Beispiel nach einer Patrouille sicher wieder ins Feldlager zurückkehrten. Nach den Einsätzen war mein Blick für das Wesentliche zurück in der Heimat wie geschärft. Die Familie und die einfachen Dinge des Lebens rückten wieder mehr in den Mittelpunkt“, berichtet der Leutnant.

Im Moment genießt Leutnant Ocken in der Freizeit den Vorteil, nahe am Dienstort zu wohnen.

„So kann ich viel Zeit mit der Familie verbringen und meinen Hobbys nachgehen“, sagt Ocken.

Der Leutnant hat ein breites sportliches Spektrum. So taucht er nicht nur, sondern fährt Motorrad, spielt Fußball und trainiert eine Bambini-Fußballmanschaft. „Dienstlich und privat passt gerade alles bei mir zusammen. Die Entscheidung zur Bundeswehr zu kommen, habe ich nie bereut. In meiner jetzigen Verwendung möchte ich gerne so lange wie möglich bleiben“, beendet Leutnant Ocken unser Interview.

Autor: dh