Soldat vor einem Computer

Oberfeldwebel K. bei der Internetrecherche

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Personalfeldwebel in der ersten Kompanie - ein Allrounder in Sachen Personalführung

Wann werde ich befördert? Ist meine Kommandierung zum Lehrgang schon da? Ist mein Dienstpostenwechsel schon verfügt? Fragen, die sich jeder Soldat schon mal während seiner Dienstzeit gestellt hat. Diese typischen Fragen kann der Personalfeldwebel der Einheit beantworten. Wir konnten einem dieser Fachleute in Sachen Personalführung über die Schulter schauen.

„Meinen ersten Berührungspunkt mit der Bundeswehr hatte ich – wie vielen anderen jungen Männern meines Jahrganges - bei der Musterung. Durch Gespräche mit Bekannten und Freunden, die bereits ihren Wehrdienst geleistet hatten oder Zeitsoldat waren, stellte ich fest, dass die Bundeswehr genau mein Ding ist,“ erinnert sich Oberfeldwebel Steffen K., der Personalfeldwebel der ersten Kompanie des Spezialpionierbataillons 464 in Speyer. K. hatte zwar eine Festanstellung als Industriekaufmann, aber die Idee, Soldat zu werden, ließ ihn nicht mehr los.

Bewerbung zum freiwilligen Dienst

Ein Soldat im Portrait

Oberfeldwebel K. vor dem Gebäude seiner Einheit

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Nach einem Gespräch mit seinem Wehrdienstberater entschloss sich der 28jährige Oberfeldwebel aus Mittelsinn in Unterfranken auch den entscheidenden Schritt zu machen und eine Bewerbung zum freiwilligen Dienst in der Bundeswehr abzugeben. Mit bestandenem Einstellungstest beim Zentrum für Nachwuchsgewinnung war es dann soweit. K. trat seinen Dienst in der 1. Kompanie des Spezialpionierbataillons 464 in Speyer an. Aufgrund seiner zivilberuflichen Ausbildung konnte er sofort mit dem Dienstgrad Stabsunteroffizier eingestellt werden.

Spezialpionierbataillon 464

Dieses Spezialpionierbataillon ist eines von insgesamt zwei Bataillonen der Streitkräftebasis, in denen Spezialisten der verschiedensten Pioniertätigkeiten zusammengefasst wurden. Hier findet man neben Fachleuten für den Feldlagerbetrieb, Feuerwehrkompanien und auch Pipelinepioniere. Ohne diese Spezialpionierbataillone wäre ein reibungsloser Einsatz in den verschiedensten Klimagebieten kaum möglich, denn genau diese Pioniere sorgen dafür, dass man im Camp warmes Wasser zum Duschen hat, dass die Infrastruktur wie Küchengebäude, Unterkünfte etc. stehen und durch die Truppe nutzbar sind oder dass der für den Flugverkehr wichtige Kraftstoff fließen kann.

Besser den Spatz in der Hand...

„Ich hatte zwar beim Zentrum für Nachwuchsgewinnung die Feldwebeltauglichkeit bescheinigt bekommen, konnte damals aber nur in der Laufbahngruppe der Unteroffiziere ohne Portepee´ eingestellt werden, da zu dieser Zeit einfach keine Stelle als Personalfeldwebel verfügbar war – also dachte ich an den Spruch mit dem Spatz und der Taube und trat meine Dienst als Personalunteroffizier an.“ Nach einer Ausbildung zum Kraftfahrer, der militärischen Ausbildung zum Unteroffizier und seinen Fachlehrgängen zum Stabsdienstunteroffizier und schließlich zum Personalunterofffizier konnte K. dann erstmal praktische Erfahrungen in seiner Tätigkeit in verschiedenen Kompanien des Bataillons sammeln.

Schwung in die Karriereplanung

Während eines Auslandseinsatzes im Kosovo im November 2006 kam dann doch noch mal Schwung in die Karriereplanung. „Durch einen Anruf meiner Einheit im Einsatzland erfuhr ich, dass aufgrund von Umstrukturierungen im Verband eine Stelle als Personalfeldwebel in der 1. Kompanie geschaffen wurde und ich mich darauf bewerben könne. Das war für mich ein richtiges Happy end, denn ehrlich gesagt, hatte ich schon mit dem Gedanken gespielt meine acht jährige Dienstzeit auf vier Jahre zu verkürzen, da ich keine Möglichkeit sah, die Karriereleiter einige Stufen höher zu steigen,“ gesteht der symphatische Oberfeldwebel grinsend.

Personalfeldwebel einer Kompanie

Soldat beim Telefonieren

Oberfeldwebel K. in einem telefonischen Personalgespräch

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

„Als Personalfeldwebel in einer Kompanie bearbeite ich eigentlich das ganze Spektrum der Personalführung in der Einheit. Ob es das Erstellen und Aushändigen von Personalverfügungen wie Kommandierungen oder Dienstpostenwechseln ist, das Anlegen und Führen der Personalakten, die Zuarbeit bei Beurteilungsvorgängen oder auch die unterschriftsreife Vorlage von Beförderungen – der Personalfeldwebel schnürt für jeden Soldaten seiner Einheit das “rundum Sorglospaket“ in Sachen Personalführung", erklärt Oberfeldwebel K..

Ansprechpartner in allen Fragen der Personalverwaltung

Zusätzlich zu dem Stammpersonal seiner Einheit ist er auch der Ansprechpartner in allen Fragen der Personalverwaltung für die Rekruten des Ausbildungszuges, der dieser Kompanie angegliedert wurde. Aber mit den Rekruten hat er auch noch andere Berührungspunkte. K. ist der Vertreter des Kompaniefeldwebels und hat dann auch öfter mal ein Auge auf seine Soldaten. „Ich habe zwar vor, einen Antrag auf Übernahme in die Laufbahngruppe der Offiziere des Miltärfachlichen Dienstes zu stellen, könnte mir aber auch sehr gut vorstellen, irgendwann mal die Tätigkeit eines Spießes hauptamtlich auszuüben.“ Dass er seine Sache gut macht, wurde K. bestätigt, als er zum Berufssoldaten übernommen wurde. „Es ist schon ein absolutes geniales Gefühl, wenn man auf eine Sache hinarbeitet und es dann auch gelingt. „Den Tag, als ich meine Ernennungsurkunde zum Berufssoldaten bekommen habe, vergesse ich so schnell nicht,“ erinnert sich K..

Lange Abwesenheitszeiten - das wusste ich von Anfang an

„Natürlich hat mein Beruf – wie jeder andere auch - nicht nur Vorzüge. Da ich in Unterfranken wohne, verbringe ich am Wochenende viel Zeit auf der Autobahn. Auch bei Auslandseinsätzen ist man logischer Weise lange von zu Hause weg. Aber das wusste ich von Anfang an und auch meine Freundin kennt es gar nicht anders. Sie hat mich als Soldat kennengelernt und unterstützt mich, wo sie kann." In seiner Freizeit findet man Oberfeldwebel K. oft auf seiner Laufstrecke oder beim Gewichte stemmen. Aber auch in dem Tischtennisverein seines Heimatortes ist K. aktiv.

„Meine zweite Leidenschaft neben dem Sport ist alles, was handwerklich am Haus gemacht werden muss,“ schließt K.

Autor: H. Cabanski