Ein Soldat bewacht in einer Gruppe eine Schutzperson

Oberfeldwebel Robert Ackermann beim Personenschutz

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Schutzperson evakuiert – Szenario beendet

„MP-Station erreicht, VIP eingetroffen“, funkt Oberfeldwebel Robert Ackermann an den übergeordneten Gefechtsstand. Die erste Tür des gepanzerten Enoks öffnet sich, Ackermann steigt aus dem Fahrzeug aus. Äußerst aufmerksam beobachtet der Personenschützer die Umgebung, jede kleine Auffälligkeit meldet er sofort. Seine Schutzperson, der Commander RC North, steigt aus dem zweiten Fahrzeug aus. Der General besucht die Polizeistation, um sich von der Ausbildung der amberländischen Polizisten ein Bild zu machen. Jetzt ist volle Konzentration gefordert.

Ein Soldat durchsucht eine Person

Feldjäger Ackermann überprüft eine verdächtige Person auf Waffen

Foto: © Bundeswehr / Ströter

Es knallt – Schüsse aus der angrenzenden Stadt Kandaz. Ein Soldat geht verwundet zu Boden. Blitzartig reagieren Ackermann und sein Team. Ackermann weiß sofort was zu tun ist – die bereits vorher erkundete beste Deckung aufsuchen. Die Schutzperson wird nach unten gedrückt und aus der Schusslinie gebracht. Die amberländischen Polizisten und die deutschen Soldaten eröffnen das Feuer, der verwundete Soldat wird in Deckung gezogen. Der Boden staubt – 20 schnelle Schritte und der Commander RC North befindet sich in der Polizeistation in Sicherheit. Zwei weitere Schüsse – die Präzisionsschützen der Feldjäger erkennen die Attentäter und schalten diese aus. Der Angriff wurde erfolgreich abgewehrt – durchatmen und Lageabgleich.

Rückblende

Soldat und Hund bei der Überprüfung eines Bereiches

Personenschützer mit einem Diensthund

Foto: © Bundeswehr / Ströter

Eine Polizeistation nahe der Stadt Kandaz. Die Feldjäger bilden hier mehrere Polizisten des Staates Amberland aus. Sie lernen von der Erfahrung der deutschen Soldaten zum Beispiel wie Fahrzeuge und Personen durchsucht werden. Die Ausbildung läuft ruhig und gewissenhaft – wie immer. In Zukunft sollen die amberländischen Polizisten die Aufgaben in ihrem Heimatland selbst ausführen können.

Hoher Besuch

Soldat beobachtet durch sein Visier seinen Aufgabenbereich

Präzisionschütze bei der Absicherung eines Schutzbereiches

Foto: © Bundeswehr / Ströter

Doch dieser Tag ist anders als die Restlichen. Der kommandierende Befehlshaber der eingesetzten Truppen, der Commander RC North, möchte sich selbst ein Bild von der Ausbildung machen. Ein Vorauskommando trifft ein. Sie erkunden die Polizeistation, klären Deckungsmöglichkeiten und treffen Absprachen mit dem Personal vor Ort. Zur weiteren Unterstützung treffen Soldaten der Kampfmittelbeseitigung und ein Sprengstoffspürhund mit seinem Hundeführer ein. Sie durchsuchen die Umgebung und die Polizeistation nach Explosivstoffen, um die Schutzperson vor einem möglichen Sprengstoffanschlag zu schützen. Soldaten der Elektronischen Kampfführung verhindern dabei mit dem Fahrzeug Hummel durch ein Störsignal das Auslösen von Sprengstofffallen mit Funkzündern.

Absicherung und Beobachtung

Einsatzfahrzeug der Feldjäger

Immer einsatzbereit

Foto: © Bundeswehr / Ströter

Um die Polizeistation gehen mehrere gepanzerte Fahrzeuge der Feldjäger in Stellung. Sie haben die Aufgabe die Umgebung während des Besuches des Commander RC North zu beobachten und abzusichern. Zusätzlich postieren sich auf dem Dach der Polizeistation zwei Präzisionsschützen der Feldjäger. Sie können im Notfall gezielt einzelne Attentäter ausschalten und Gefahren frühzeitig abwehren. „Vorbereitungen abgeschlossen, MP-Station für Aufnahme VIP bereit“, meldet der Führer Vorkommando per Funk an den Gefechtsstand.

Kompetenzen der Feldjäger

Oberfeldwebel Ackermann im Portrait

Kompetenter Feldjäger

Foto: © Bundeswehr / Ströter

Das hier geschilderte Szenario befindet sich nicht im Einsatzland, sondern auf der Informations- und Lehrübung der Streitkräftebasis 2012. An der Station VIP-Besuch zeigen die Soldaten des Feldjägerbataillons 351 eindrucksvoll und realistisch ihre Aufgaben und Tätigkeiten im Einsatz. Entscheidend ist vor allem das Zusammenspiel sowohl zwischen den Feldjägern selbst als auch zwischen den anderen Kompetenzbereichen der Streitkräftebasis und der Bundeswehr, wie zum Beispiel Kampfmittelbeseitigung, Elektronische Kampfführung oder ABC-Abwehr.

Als Personenschützer auf der ILÜ 2012

Oberfeldwebel Ackermann mit Waffe in der Sicherung

Die Schutzperson kann evakuiert werden

Foto: © Bundeswehr / Ströter

Oberfeldwebel Robert Ackermann ist auch im Feldjägerbataillon 351 ausgebildeter Feldjäger. Zusätzlich zu seiner Tätigkeit im Routinedienst wie Objektstreifen und die Aufnahme von Verkehrsunfällen, ist er wie hier in Lübtheen, Personenschützer. In dieser Funktion war Ackermann bereits im Einsatz. Er weiß wovon er spricht, und kann deshalb den Zuschauern ein realistisches Bild vermitteln. Mit einem Ziel: „Vermitteln wir den Besuchern bereits hier einen Einblick in Abläufe und taktische Grundsätze unserer Arbeit, werden diese uns in möglichen realen Einsätzen besser einschätzen können und unsere Arbeit verstehen“, so Ackermann.

Zurück zum Szenario

Fahrzeuge bei der Abfahrt

Die Arbeit ist fast getan

Foto: © Bundeswehr / Ströter

Die Lage ist geklärt. Die zwei Attentäter liegen in der Stadt Kandaz am Boden. „VIP evakuieren, Sammelpunkt aufsuchen“, tönt es durch das Funkgerät von Ackermann. Zügig aber nicht überhastet begleitet das Team um Ackermann den Commander RC North in das abgestellte Fahrzeug. Der Motor heult auf – die drei gepanzerten Autos verlassen die Polizeistation, um die Schutzperson endgültig aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Doch für die Feldjäger vor Ort ist die Lage noch nicht abgeschlossen. Die Aufklärung im Dorf Kandaz beginnt. Der Kompaniechef der Feldjäger erkundigt sich in der Ortschaft über die Vorfälle und Erheber und Ermittler der Feldjäger sichern Spuren und finden dabei unbekannte chemische Substanzen. Die alarmierten ABC-Abwehrkräfte nehmen Proben der Chemikalien und geben Entwarnung. Die Lage ist geklärt, die Ausbildung kann fortgeführt werden.

VIP in Sicherheit

Unterdessen haben Ackermann und sein Team den Commander RC North wieder in das Hauptquartier gebracht. Die Personenschützer haben ihren Auftrag erfüllt – die Schutzperson ist unverletzt. Für Oberfeldwebel Ackermann ein erfolgreicher Tag, sowohl im Szenario als Personenschützer, als auch auf der Informations- und Lehrübung. „Wir konnten den Zuschauern zeigen was die Feldjäger an der Seite der anderen Organisationsbereiche leisten und wie professionell wir dabei sind“, so Ackermann.