Ein Soldat im Portrait

Stabsunteroffizier Robert S.

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Stabsunteroffizier Robert S. – Pipelinepionier Unteroffizier

Speyer, 28.02.2011.

Ohne den entsprechenden Kraftstoff läuft kein Motor. Das gilt natürlich auch für die Einsatzfahrzeuge, Flugzeuge oder Hubschrauber der Bundeswehr. Bevor die Truppe den jeweiligen Auftrag im entsprechenden Einsatzgebiet übernimmt, haben einige Versorgungsspezialisten der Bundeswehr bereits einen großen Teil ihrer Aufgaben erledigt.

Gemeint sind die Pipelinepioniere der Spezialpionierbataillone. Diese Fachleute stellen die Versorgung der verschiedenen Truppenteile mit Kraftstoffen, wie Diesel oder auch Flugbenzin, sicher. Sie errichten sogenannte Feldtanklager und pflegen und warten diese Anlagen mit den zugehörigen Rohrleitungen.

Ein Spezialist

Soldaten in einem Gespräch

Soldaten in einer technischen Besprechung

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Einer dieser Spezialisten ist Stabsunteroffizier Robert S. Der 23 jährige Soldat aus Altenburg ist Pipelinepionier Unteroffizier in der 7. Kompanie des Spezialpionierbataillons 464 in Speyer. „ Ich hatte eigentlich vor, mich nach Abschluss meiner Ausbildung als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik, als Wasseraufbereitungsfeldwebel bei der Bundeswehr zu bewerben. Da zum damaligen Zeitpunkt aber kurzfristig keine dieser Stellen frei war, bot man mir beim Zentrum für Nachwuchsgewinnung eine Stelle als Pipelinepionier-Unteroffizier an. Das kam mir natürlich auch sehr gelegen, da ich zu dieser Zeit arbeitsuchend war und schnellstmöglich wieder eine Anstellung haben wollte. Aus Broschüren wusste ich schon ungefähr, welche Tätigkeiten auf mich zukamen. Beim Zentrum für Nachwuchsgewinnung wurde ich auch darauf aufmerksam gemacht, dass man gerade diese Spezialverwendung mit Auslandseinsätzen rechnen muss. Aber gerade das reizte mich. Ich sah gute Ausbildungschancen, natürlich auch einen sicheren Arbeitsplatz für mindestens acht Jahre und hatte die Gelegenheit, auch mal andere Städte und Länder kennenzulernen Also griff ich zu und wurde als Soldat auf Zeit mit dem Dienstgrad Stabsunteroffizier für 8 Jahre übernommen,"erklärt S.

Ein paar Häuser weiterziehen

Ein Soldat vor einer technischen Anlage

Stabsunteroffizier S. überprüft eine Pumpenanlage

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

S. trat seinen Dienst bei der 1. Kompanie des Spezialpionierbataillons 464 in Speyer an. „Das Besondere daran war, dass ich meine Allgemeine Grundausbildung im gleichen Bataillon gemacht habe, in dem ich auch später eingesetzt werden sollte. Also nach der Grundausbildung einfach nur meine Sachen packen musste und ein paar Häuser weiterziehen musste“, erzählt S. grinsend. Nach der Grundausbildung wurde S. dann auch in die 7. Kompanie versetzt – der Pipelinepionier Kompanie. Hier wurde er als Truppführer eingesetzt. „Nachdem ich meine Fachlehrgänge beim Spezialpionierausbildungs- und Übungszentrum und bei der Logistischen Schule der Bundeswehr in Putlos besucht hatte, konnte ich dann auch meinen Trupp, der neben mir noch aus zwei Mannschaftssoldaten besteht übernehmen.“

Thema militärische Aus- und Weiterbildung

Soldat an einer technischen Anlage

Stabsunteroffizier S. im technischen Dienst

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Ein ganz großes Thema ist die militärische Aus- und Weiterbildung der Soldaten. „Da wir wie schon gesagt immer mit einem Auslandseinsatz rechnen müssen, ist es natürlich wichtig, dass die Soldaten nicht nur ihre fachliche Aufgabe beherrschen. Auch ihre militärische Ausbildung, entsprechende Schießausbildung, der Umgang mit dem Funkgerät oder auch das richtige Verhalten im Einsatzland müssen regelmäßig voran getrieben werden“, erklärt S.. Obwohl S. seinen ersten Einsatz erst im Februar 2011 hat, weiß er genau, wovon er spricht. Der sympathische Stabsunteroffizier wurde schon oft als Ausbilder oder als „Schauspieler“ in der Rolle als Einwohner des Einsatzlandes bei Übungen für die Einsatzvorbereitung seiner Einheit eingesetzt. „Es ist schon interessant zu beobachten, wie die übende Truppe versucht, zum Beispiel Streitigkeiten zwischen Einheimischen zu lösen, wenn man die Sprache nicht beherrscht. Die Rollenspieler haben es den Übenden aber auch nicht leicht gemacht, “ schmunzelt S..

Vor dem Einsatz wird geübt

Soldat liest Messwerte von einer Konsole ab

Kontrolle der Messwerte

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Aber auch das Fachliche wird vor einem Einsatz noch mal geübt und vertieft. „Vor dem Einsatz müssen wir noch mal für eine Woche zum Pipelinepionierausbildungs- und Übungszentrum. Das ist Pflicht, bevor es in´s Einsatzland geht. Beim Zentrum werden wir als Team noch mal auf Herz und Nieren gescheckt und müssen zum Beispiel eine Leckage in der Leitung abdichten oder einen Ölunfall abarbeiten. Bei diesen Übungen befindet sich sogar echter Kraftstoff in den Leitungen, um das Ganze wirklich so realitätsnah wie möglich zu üben,“ erklärt uns S. Seine Zukunft plant der passionierte Mountain Biker bei der Bundeswehr. Aber auch eine Anstellung als Techniker oder bei der Berufsfeuerwehr kann er sich vorstellen „Ich habe den Schritt, zur Bundeswehr zu gehen, nie bereut. Natürlich ist die Pendelei zwischen Dienst- und Heimatort für mich ein Thema. Aber da ich aus einer strukturschwachen Gegend komme, pendeln auch sehr viel meiner Freunde, man trifft sich eben von Zeit zu Zeit am Wochenende. Auch meine Freundin kommt mir der Situation gut zurecht. Wir genießen eben jede Minute am Wochenende“.

Autor: H. Cabanski