Soldat vor einer Ortskulisse

Hauptmann Schwärzl im Einsatzland Afghanistan

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Hauptmann Sebastian Schwärzl – Redakteuroffizier im Einsatzkameratrupp

„Als Redakteuroffizier der Bundeswehr komme ich viel rum. Ob im Inland auf dem Truppenübungsplatz oder im Auslandseinsatz. Da wo die Einsatzkameratrupps (EKT) sind, ist immer was los“, eröffnet Hauptmann Sebastian Schwärzl unser Gespräch.

„Genau so habe ich mir meinen Beruf vorgestellt, als ich nach dem Abitur meine Zukunft plante. Ich wollte studieren, einen außergewöhnlichen Job, etwas erleben, aber auch früh Verantwortung übernehmen. All das bietet mir die Bundeswehr. Ich werde als Offizier immer wieder geistig und körperlich gefordert, was mich auch in meiner persönlichen Entwicklung stark gefördert hat “, sagt Schwärzl.

Solide Grundlagenausbildung aber auch gute Spezialisierung für die Aufgaben

Soldaten steigen in einen Helikopter ein

Der Einsatzkameratrupp kurz vor dem Abflug mit einem Helikopter

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Zu Beginn seiner Laufbahn durchlief Hauptmann Schwärzl die Grundausbildung und die Ausbildung zum Offizier. Danach absolvierte er ein Studium der Pädagogik an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Um optimal auf seine nicht ungefährliche Tätigkeit als Redaktionsoffizier im Einsatzkameratrupp vorbereitet zu sein, nahm er an weiteren Ausbildungen u.a. zur audiovisuellen Mediengestaltung, zum Fallschirmspringer und zum Einzelkämpfer teil und lernte, wie er sich in alpinem Gelände zu verhalten hat. „Durch diese umfangreiche Ausbildung sind wir auf Einsätze unter widrigen Bedingungen vorbereitet“, ergänzt Hptm Schwärzl.

Dienstlich und privat, hochmobil und immer flexibel

Die Einsatzkameratrupps dokumentieren die Einsätze der Bundeswehr weltweit. Darüber hinaus werden die Beiträge auch für die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr verwendet. „Auf Grund unseres Auftrags sind wir viel unterwegs. Seit 2009 habe ich in jedem Jahr einen ca. dreieinhalb Monate dauernden Einsatz in Afghanistan absolviert. Hinzu kommen kurzfristige Aufträge mit Aufenthalten von bis zu drei Wochen im Kosovo“, erläutert Schwärzl die geforderte Flexibilität. „Das ist nicht immer einfach mit dem Privatleben zu vereinbaren, gerade wenn man zwischen Dienststelle und Wohnort am Wochenende pendelt“.

Klein und effektiv, ein Einsatzkameratrupp im Einsatz

Soldaten filmen in wüstenartiger Umgebung

Redakteuroffizier Schwärzl beim Dreh mit einem Kameramann

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

„Aber nicht nur das Reisen, auch die abwechslungsreichen Aufgaben machen den Beruf als Soldat und hier speziell die Tätigkeit als Redakteuroffizier so interessant. Am Standort besteht meine Tätigkeit zum einen aus Betriebsführung, was Personal- und Ausbildungsplanung beinhaltet, zum anderen aus Einsatzvorbereitung. Hierzu gehört Sport, allgemeine militärische Ausbildung, aber auch spezielle redaktionsspezifische Aus- und Weiterbildung. Dabei halte ich mich nicht nur selbst fit, sondern führe auch Ausbildungen für die Mitglieder unserer EKTs durch. Zusätzlich vertrete ich am Standort gelegentlich auch den Dezernatsleiter.

„Im Einsatz besteht ein EKT aus bis zu fünf Soldaten unterschiedlicher Dienstgradgruppen. Jeder ist Experte auf seinem Gebiet. Egal ob es sich um Videoproduktion, Satelittenübertragung oder redaktionelle Tätigkeiten handelt. Auch im Feldlager ist der Tag gut durchstrukturiert. Ich starte morgens mit einem Briefing für meine Soldaten, um sie auf den aktuellen Sachstand zu bringen. Danach werden im Team die anstehenden Projekte besprochen und geplant. Den restlichen Tag nutzen wir, um Vorbereitungen für die Verlegung zu unseren Drehorten zu treffen, wo wir z.B. die Begleitung eines Infanteriezuges dokumentieren. Ansonsten sind wir mit der Beitragsproduktion beschäftigt. Das beinhaltet das Sichten und Auswählen des gefilmten Materials, welches dann durch uns geschnitten, vertont und fertig produziert wird. Allerdings befindet sich ein EKT während eines Auslandseinsatzes ca. 50 Prozent der Zeit außerhalb des Feldlagers, also direkt am Ort des Geschehens. Als Leiter des Teams bin ich zusätzlich dafür verantwortlich, meine Vorgesetzten über den Stand unserer Arbeit auf dem Laufenden zu halten, denn über das was wir produzieren, möchten alle gut informiert sein“.

Viele positive und prägende Eindrücke während der Verwendung im EKT

Feld mit Hügeln im Hintergrund

Afghanische Landschaft

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Auf die Frage, was Hauptmann Schwärzl besonders an seinem Beruf findet, antwortet er: „Das spezielle an meiner Tätigkeit ist, dass ich alles aus der ersten Reihe miterlebe und darüber berichten kann. Ich kenne die verschiedenen Gesichter der Einsätze der Bundeswehr, besonders aus Afghanistan. Die Risiken, denen sich die Soldaten bei Ihren Missionen außerhalb der Feldlager ausgesetzt sehen. Aber auch den starken Wunsch der Bevölkerung, am Aufbau des eigenen Landes mitzuwirken“. Obwohl Schwärzl gerade geheiratet hat und privat nach ruhigen familienfreundlichen Strukturen strebt, möchte er den hohen Abwechslungsfaktor in seinem weiteren Berufsleben erhalten. „Zur Zeit absolviere ich ein Aufbaustudium in International Management. Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr gibt mir den finanziellen aber auch zeitlichen Rahmen zur Vorbereitung auf eine Karriere nach der Bundeswehr. Ich möchte noch einmal eine neue berufliche Herausforderung annehmen, aber aufgrund meiner positiven Erfahrungen während meiner Dienstzeit auch gerne als Offizier der Reserve Kontakt zu meinem alten Arbeitgeber halten“, beendet Hauptmann Schwärzl das Gespräch.

Autor: dh