Soldat an einem elektronischen Analysegerät

IT-Feldwebel Hauptfeldwebel Waczlawiak

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

IT-Feldwebel baut die Brücke zur Heimat

Wenn die Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan und im Kosovo in die Heimat telefonieren, dann haben sie das vielleicht Hauptfeldwebel Martin Waczlawiak zu verdanken. Der 31-Jährige ist einer der Spezialisten für Satellitenkommunikation, die weltweite Funkverbindungen herstellen können. IT-Feldwebel wie er werden derzeit bei der Bundeswehr dringend gesucht.

Waczlawiaks wichtigste Arbeitsgeräte sind eine große weiße Satelliten-Schüssel auf dem Rücken eines Anhängers und eine oliv-grün gestrichene Kabine mit technischen Geräten, die sich ebenfalls hinten auf einen LKW befinden. „In zwei Stunden haben wir die Anlage überall aufgebaut“, sagt der Hauptfeldwebel, der einen Trupp mit sechs Soldaten führt. Die Schüssel wird ausgeklappt und auf einen Satelliten ausgerichtet. In der Kabine beginnen die Server zu surren. „Hier kann man alles anschließen: Telefon, Fax, Outlook, Lotus Notes und Modemverbindungen“, demonstriert Waczlawiak die Leistungsfähigkeit seines Systems.

E-Mail auch im Auslanseinsatz

Führungsunterstützer, so heißen heute die Fernmelder in der Streitkräftebasis. Sie verbinden den Führer des Einsatzkontingentes mit der Heimat. „Unser Grundsatz ist, dass jeder Soldat im Ausland die gleichen Kommunikationsmöglichkeiten hat, wie es vom Dienst im Inland gewohnt ist“, sagt Waczlawiak. Das ist keineswegs nur eine Frage der Bequemlichkeit: Per Bild- und Tonübertragung kann der Truppenarzt vor Ort dank der Satellitenkommunikation zum Beispiel einen Facharzt in Deutschland konsultieren, so die kompetente medizinische Versorgung der Soldaten auch im Ausland gesichert ist.

Meisterbrief ist Pflicht

Als gelernter Elektrotechniker brachte Waczlawiak die nötigen Fachkenntnis mit, um bei der Bundeswehr IT-Feldwebel zu werden. Als Soldat spezialisierte er sich auf die Informationsübertragung Weitverkehr. Wie jeder IT-Feldwebel hat er einen Meisterbrief. Dieser und die Erfahrung mit der Satelliten-Kommunikation sichern hervorragende Berufschancen nach dem Ende der Dienstzeit. „TV-Übertragungswagen sind technisch ähnlich, nur kleiner“, sagt Waczlawiak.

Schichtbetrieb rund um die Uhr

Ihn reizt aber die Herausforderung eines Auslandseinsatzes: Im Schichtbetrieb stellt sein Trupp dort rund um die Uhr die Kommunikation mit der Heimat sicher. Kein Stromausfall und kein Netzzusammenbruch können ihn dort außer Fassung bringen. „Wir finden immer eine Lösung“, sagt er. Die Satellitenantenne empfängt nicht nur Signale aus dem All, sondern sendet auch mit bis zu 400 Watt.

Teamfähigkeit und technisches Verständnis

Soldaten vor einer Satellitenantenne

IT-Personal beim Aufbau einer Satellitenanlage

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Jungen Menschen, die bei der Bundeswehr Erfahrung mit Satellitenkommunikationsanlagen sammeln wollen, bietet er an, sich jederzeit in den Kasernen der Führungsunterstützer über die Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. „Man benötigt Teamfähigkeit, technisches Verständnis und Kenntnisse in Mathematik, Physik und an Computern“, beschreibt er die Anforderungen. Eine Ausbildung in einem technischen Beruf ist nötig, kann aber auch nach der Einstellung bei der Bundeswehr absolviert werden