Soldat in Portraitaufnahme

Hauptgefreiter Jäger im Portrait

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Karriereleiter Bundeswehr - Soldat im Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung

Hauptgefreiter Patrick René Jäger wartet vor der Tür des Psychologen. Dieser prüft für das Zentrum für Nachwuchsgewinnung in Düsseldorf junge Männer und Frauen auf ihre Eignung zum Soldaten auf Zeit. Jäger ist aufgeregt. Ein Gespräch, das seine weitere militärische Zukunft entscheiden wird. Er ist der letzte der heutigen Kandidaten. In Gedanken geht er noch einmal seine bisherigen Stationen in der Bundeswehr durch.

Zwei Soldaten im Gespräch

Hauptgefreiter Jäger im Gespräch mit dem Kompaniechef

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

In den ersten drei Monaten wurde Jäger in den Abläufen des protokollarischen Ehrendienstes ausgebildet. Den Infanteriegriff mit dem Karabinier K 98 zu erlernen, die Abläufe der verschiedenen Einsatzformen und das Vorbereiten auf die Protokollabnahme durch den Kommandeur – eine Tradition, die den Soldaten die Befähigung gibt, Deutschland im In- und Ausland zu repräsentieren. Anschließend folgte die allgemeine Grundausbildung: Gefechtsdienst, Übungsplätze und die Ausbildung zum Wachsoldaten führten ihn in die militärischen Grundlagen ein. Damit hat er das nötige Handwerkzeug an die Hand bekommen, überall in der Bundeswehr einsetzbar zu sein. In dieser Zeit hat sich Patrick Jäger auch dazu entschieden, seinen Grundwehrdienst freiwillig auf insgesamt 23 Monate zu verlängern.

Ein Stabsoffizier im Gespräch mit einem Soldaten im Trainingsanzug

Offiziere des Truppendienstes im Sanitätsdienst leisten Führungs- und Organisationsaufgaben

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Der erste Auftrag

Nach einem Gespräch mit seinem Kompaniechef, der ihm vorschlug Feldwebel bei der Bundeswehr zu werden, setzten sich die Räder in Gang. Sein erster Schritt führte den Hauptgefreiten in das Büro des Kompaniefeldwebels, dem Spieß. Dieser nahm seinen Antrag auf, leitete ihn weiter an die zuständigen Behörden und ging mit ihm die noch vorzulegenden Dokumente durch: Polizeiliches Führungszeugnis, den Schulabschluss der mittleren Reife oder einen Hauptschulabschluss mit einer Berufsausbildung und die Bestätigung des Truppenarztes, dass keine gesundheitlichen Bedenken vorliegen.

Ein Soldat auf dem Sportplatz

Hauptgefreiter Jäger beim Sporttest

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Besuch beim Arzt

Für die Erstellung der Verwendungstauglichkeit zum Feldwebel musste Jäger erstmal mehrere Tests über sich ergehen lassen: Blutabnahme, Hör-und Sehtest, eine allgemeine Untersuchung und ein Lungenfunktionstest. Dabei wird die Kapazität der Lungen überprüft, um festzustellen, ob diese auch am Rand der körperlichen Leistungsgrenze richtig funktionieren. Um erstmal feststellen zu können, wo diese Leistungsgrenze liegt, wurde ein Leistungs-EKG durchgeführt. 20 Minuten saß Jäger dafür auf einem Fahrrad, dass Berganstiege von bis zu 20% Steigung simulierte. Körperlich hundertprozentig geeignet! Die erste Hürde war genommen.

Hauptgefreiter Jäger überprüft andere Soldaten bei der Ausbildung

Hauptgefreiter Jäger im Einsatz als Hilfsausbilder

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Körperliche Fitness ist ein Muss

Neben der ärztlichen Untersuchung war aber auch die körperliche Fitness ein Kriterium. Wer den „Basis Fitness Test“ sowie das Deutsche Sport Abzeichen erfolgreich ablegt, erhöht seine Chancen bei der Bewerberauswahl aus der Masse hervorzustechen. Als Feldwebel im Truppendienst ist gerade körperliche Fitness ein Muss. Schließlich soll der Feldwebel Ausbilder und Vorbild seiner anvertrauten Soldaten sein. Und das bedeutet, auch beim Sport mindestens im ersten Drittel seiner Soldaten mithalten zu können.

Erste Erfahrungen als Hilfsausbilder

Zwei Soldaten stehen sich gegenüber und grüßen militärisch

Hauptgefreiter Jäger medlet sich beim Kompaniefeldwebel

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

In der Führung von Soldaten lässt Jäger sich bereit ausbilden. Seit er freiwillig seinen Wehrdienst verlängert hat, wurde er von seinem Zugführer und anderen Vorgesetzten als Hilfsausbilder eingesetzt. Bei der Ausbildung unterstützt er jetzt seinen Gruppenführer und darf eine kleine Gruppe von drei bis fünf Mann in Themen ausbilden, die sein Zugführer vorher mit ihm besprochen hat. Denn die Ausbildung zum Feldwebel beginnt schon in der Einheit. Patrick Jäger wird an Themen herangeführt, die er aus seiner Zeit als Rekrut bereits kennengelernt hat – mit dem Unterschied, dass er jetzt der Hilfsausbilder ist. Korrigieren der Karabinerhaltung in der Protokollausbildung, Führen der Kampfgemeinschaft als stellvertretender Gruppenführer in der Gefechtsausbildung oder Unterrichten über die Handwaffen der Bundeswehr. Unter Anleitung seiner Vorgesetzten macht er die ersten praktischen Erfahrungen.

Am Zentrum für Nachwuchsgewinnung

Zwei Soldaten im Gespräch

Der Kompaniefeldwebel im Gespräch mit dem Hauptgefreiten Jäger

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Jäger hat nun alle Voraussetzungen erfüllt, um zum Zentrum zur Nachwuchsgewinnung nach Düsseldorf eingeladen zu werden. Hier wird er zwei Tage verbringen. Am ersten Tag stehen Formalitäten wie die Datenerfassung und die Stubenbelegung sowie die Einweisung in das bevorstehende Programm auf dem Plan. Am zweiten Tag findet die eigentliche Eignungsfeststellungsüberprüfung (EUF) statt, die Mithilfe von Computertests die Grundkenntnisse in Fächern wie Mathematik, Deutsch und Physik sowie Jägers Allgemeinbildung und sein räumliches Vorstellungsvermögen prüfen sollen. Anschließend werden noch mal sämtliche Akten durchgelesen und an den Psychologen weitergereicht. In diesem letzten Schritt entscheidet der persönliche Eindruck von Patrick Jäger. Ist er motiviert, den Dienst in der Bundeswehr anzutreten? Ist er bereit und geeignet dafür? Das lässt sich nur im persönlichen Gespräch feststellen. Und das hat Jäger jetzt vor sich. Die Tür geht auf, ein Hauptmann holt ihn in das Büro des Psychologen.

"Melde mich mit neuem Status zurück"

Soldaten in Formation

Hauptgefreiter Jäger in Formation angetreten

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Für Jäger ist es gut gelaufen, für zwei seiner sechs Mitbewerber nicht. Sie haben die Anforderungen nicht erfüllt, können sich aber nächstes Jahr wieder vorstellen. Für Jäger beginnt jetzt ein neues Kapitel in seiner militärischen Karriere. Er wird Zeitsoldat in der Laufbahn der Feldwebel. Mit einem Einplaner, der für die Stellenzuweisung innerhalb der Bundeswehr zuständig ist, wird sein zukünftiger Arbeitsplatz festgelegt. Er hat Glück, denn er kommt in seine Stammeinheit zurück. Seine Lehrgangsplanung wird in den nächsten Wochen beim Kompaniefeldwebel eintreffen: Einzelkämpferausbildung, Sportleiter und Feldwebelanwärterlehrgänge werden ihn die nächsten drei Jahre quer durch die Republik führen. Eine Zeit, auf die er sich jetzt schon freut. Er hat es geschafft: Er wird Feldwebel.