Ein Soldat im Portrait

Stabsgefreiter Drossel

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Stabsgefreiter Sebastian Drossel – Stabsdienstsoldat beim Wachbataillon

Tastaturgeklapper, Druckergeräusche und im Hintergrund ein leises Radio, alles hört sich an wie in einem beliebigen Büro irgendwo in Deutschland. Doch der Stabsgefreite Sebastian Drossel versieht seinen Dienst im Kompaniegeschäftszimmer der 2. Kompanie des Wachbataillons in Berlin. „Als ich damals zum Grundwehrdienst eingezogen wurde, hatte ich noch keine Vorstellung was mich erwartet. Einmal in der Einheit angekommen, war mein Interesse schnell geweckt. Mein Kompaniefeldwebel hat das bemerkt und mir empfohlen, mich für den freiwillig verlängerten Wehrdienst zu melden“, beginnt Stabsgefreiter Drossel das Gespräch.

Seine militärische Ausbildung bekam Drossel im ersten halben Jahr. Drei Monate Grundausbildung und drei Monate Protokollausbildung. „Danach wurde ich für 23 Monate in der Kompanie für den Protokolldienst eingesetzt. Da gab es einige besondere Momente. So war ich im April 2009 mit dabei als der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Deutschland besuchte. Bei Staatsempfängen mit dem Bundespräsidenten ist die Atmosphäre im Schloss Bellevue selbst nach mehreren Einsätzen dort noch besonders“, beschreibt der Stabsgefreite seine Erfahrungen im Protokolldienst.

Rechte Hand des Kompaniefeldwebels

Als sich Drossel während seines freiwillig längeren Wehrdienstes zum Soldat auf Zeit für acht Jahre verpflichtete, war auch ein Dienstposten als Stabsdienstsoldat im Geschäftszimmer der Kompanie frei. Der Stabsgefreite nutzte die Gelegenheit und übernahm diese neue Aufgabe.

Ein Soldat vor seinem Bildschirmarbeitsplatz

Stabsgefreiter Drossel an seinem Arbeitsplatz

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

„Um 6.30 Uhr beginne ich meinen Dienst. Zuerst fasse ich die Personalstärke aus allen Bereichen der Kompanie zusammen und melde diese an den Bataillonsstab. Danach weisen mir der Kompaniechef und der Spieß (Kompaniefeldwebel) meine Aufgaben für den Tag zu. Das bedeutet Anträge bearbeiten, Urlaubskartei führen und Unterschriften des Kompaniechefs oder des Spieß einholen“, beschreibt Drossel seinen Dienst. Neben seiner Ausbildung zum Stabsdienstsoldaten wurde er auch im Bereich IT- und Fernmeldewesen eingewiesen.

Als Team in der Kompanie und im Einsatz

Wegen seiner Erfahrung ist Stabsgefreiter Drossel auch Ansprechpartner bei den neu zuversetzten Kameraden. Er übernimmt Aufgaben als Hilfsausbilder für den Bereich Stabsdienst und weist die jüngeren Soldaten ein. Auch auf Kameradschaft legt Drossel großen Wert: „Der Zusammenhalt ist im Einsatz noch wichtiger als zuhause. Man ist über Monate von Familie und Freunden getrennt, lebt aber mit vielen Menschen auf engem Raum. Da ist es besonders wichtig sich aufeinander verlassen zu können, und gegenseitig Rücksicht zu nehmen. Während meines Einsatzes im Kosovo konnte ich mich auf meine Kameraden verlassen“, berichtet der Stabsgefreite über seine Erfahrungen.

Bürotätigkeit auch beim zivilen Arbeitgeber

Die Verpflichtungszeit von Drossel endet 2012. Schon während seiner Dienstzeit wird er sich über den Berufsförderungsdienst auf seinen Einstieg in das zivile Berufsleben vorbereiten.

„Ich möchte eine Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt machen, um einen guten Einstieg in das zivile Arbeitsleben zu haben. Auch wenn das noch einmal eine Veränderung bedeutet, bleibt mir so die gewohnte Geräuschkulisse eines Büros erhalten“, endet Stabsgefreiter Sebastian Drossel das Gespräch.

Autor: dh