Soldat vor technischem Gerät

Feldwebel Stamm beim Überprüfen von Netzwerkkomponenten

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Traumjob für Computerbastler

Die Bundeswehr sucht junge Menschen, die IT-Feldwebel für Informationsverarbeitung werden wollen. Ihnen wird ein verlegefähiges Access-Netz anvertraut, das Computer-Netzwerk für Feldlager.

Ein Computer-Netzwerk hat heute fast jedes größere Unternehmen, doch das Netz, das Feldwebel Michael Stamm betreibt, ist etwas Besonderes. Als IT-Feldwebel Informationsverarbeitung ist er der Experte für ein Verlegefähiges Access-Netz der Bundeswehr (VANBw): Innerhalb kurzer Zeit kann er an fast jeden Ort der Welt, der über die erforderlichen Stromanschlüsse (oder über Stromerzeugeraggregate) verfügt, ein vollständiges Computernetzwerk in Betreib nehmen, das keinen Vergleich mit den stationären Netzen heimischer Betriebe zu scheuen braucht. Gebraucht wird das VANBw zum Beispiel bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr in den Feldlagern.

"Die Soldaten bekommen dort die gleichen Kommunikationsmöglichkeiten, die sie auch aus der Heimat kennen", sagt Michael Stamm.

Je nach Größe des Feldlagers kann er Netzwerke in drei Größen mit bis zu 216, 408 oder 600 Teilnehmern bereit stellen. Anschließbar sind Telefone und Computer. Über eine Satellitenkommunikationsanlage wird das Netzwerk dann mit dem Internet und dem Fernsprechnetz der Telekom verbunden.

Handelsübliches Modell, oliv lackiert

Ein Soldat schaltet Geräte mittels Datenkabeln zusammen

Feldwebel Stamm verbindet die einzelnen Komponenten zu einem Netzwerk

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

"Wir benutzen hier handelsübliche Alcatel-Switche und Cisco-Router, wie in zivilen Firmen", beschreibt der Feldwebel seine technische Ausrüstung. Mit einem Unterschied: Alle Geräte sind in tragbare Module verbaut und mit Griffen versehen. Jeweils vier Mann tragen die Behälter, die bis zu 85 Kilogramm wiegen. "Wir brauchen einen Tag, um das vollständige Netzwerk aufzubauen", sagt Stamm.

Hobby zum Beruf gemacht

Den 23-Jährigen brachte sein Interesse an Computern zur Bundeswehr: "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", sagt er. In seinem Führungsunterstützungsbataillon ist er nicht nur Administrator eines modernen Computernetzwerkes, sondern muss sich weiteren Herausforderungen stellen, die es in der zivilen Wirtschaft nicht gibt, zum Beispiel der Arbeit mit einem militärischen Verschlüsselungssystem. Besonders reizt Michael Stamm der mobile Einsatz seines Netzwerkes:

"Wir müssen ein völlig eigenständiges Netzwerk selbst aufbauen und betreiben", beschreibt er die Herausforderung.

Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration

Ein oldat in einem Raum mit Netzwerkkomponenten

Feldwebel Stamm im Schaltraum

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Stamm hat die Fachoberschule für Informationstechnik abgeschlossen und in seiner Freizeit gern und viel an Computern gebastelt. Junge Menschen wie ihn sucht die Bundeswehr zurzeit als angehende IT-Feldwebel. Sie erhalten während ihrer Dienstzeit zunächst die zivile Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration, bevor sie in die Besonderheiten eines VANBw eingewiesen werden. Bewerber, die diese Qualifikation schon haben, können sogar gleich mit einem höheren Dienstgrad und damit mit einem höheren Gehalt einsteigen. Wer nicht Berufssoldat werden möchte, hat im Anschluss an seine Dienstzeit bei der Bundeswehr gute Aussichten: Die Berufserfahrung als Fachinformatiker wird auch in der zivilen Wirtschaft geschätzt.