Soldatin bereitet eine Spritze vor

Stabsunteroffizier Sirka H. bei der Vorbereitung einer Injektion

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Stabsunteroffizier Sirka H. – Arzthelferin beim Truppenarzt

„Wie beim zivilen Arzt sind wir im Behandlungszimmer die ersten Ansprechpartner für unsere Patienten, die sich morgens neukrank melden, wiederbestellt sind oder zur Befunderöffnung kommen“, erklärt Stabsunteroffizier Sirka H. ihre Tätigkeit als Arzthelferin im Behandlungszimmer III des Fachsanitätszentrums Köln-Wahn. Und wie in einer zivilen Arztpraxis leitet die Arzthelferin mit der größten Berufserfahrung das Behandlungszimmer.

Eine Soldatin setzt eine Spritze bei einer Patientin

Spritzen setzen - kein Problem für die gelernte Arzthelferin

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H. trat, nachdem sie ihre Ausbildung zur Arzthelferin abgeschlossen hatte, in die Bundeswehr ein. Mit ihrer Ausbildung in der Tasche und nach einigen Gesprächen mit Freunden stand für sie der Entschluss, in den Sanitätsdienst der Bundeswehr zu wechseln, fest. „Meine Cousine ist Oberfeldwebel beim Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“ in Nörvenich. Durch Gespräche mit ihr habe ich einiges über den Dienst als Soldatin erfahren und sie hat schließlich auch mein Interesse, zur Bundeswehr zu gehen, geweckt. Der nächste Schritt war dann ein persönliches Gespräch mit dem Wehrdienstberater an meinem Wohnort. Nach dem Gespräch habe ich direkt mit seiner Hilfe die Bewerbungsunterlagen ausgefüllt und mich als Zeitsoldat auf acht Jahre beworben“.

Einladung zur Eignungsfeststellung

Kurze Zeit später bekam H. Post vom Zentrum für Nachwuchsgewinnung West in Düsseldorf. Sie wurde zur Eignungsfeststellung eingeladen. „In dem Einladungsschreiben wurde alles gut erklärt. Beim Zentrum wurden wir am ersten Tag der insgesamt dreitägigen Eignungsfestellung auf die Unterkünfte verteilt. Danach wurden wir ärztlich untersucht – im Prinzip ein Komplettcheck analog der Musterungsuntersuchung und umfangreiche Tests am Computer. Am zweiten Tag folgte dann ein umfangreicher Sporttest. Am letzten Tag wurden Gespräche geführt und man bekam seine Einplanung, uns wurde die Einheit genannt, wo wir eingesetzt werden sollten", erklärt H.

Tätigkeit als Arzthelferin

Soldatin checkt Patientin medizinisch durch

Einige Voruntersuchungen führt die Arzthelferin selbstständig durch

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Nach bestandener Grundausbildung bei einem Sanitätsregiment in Hamm wurde H. nach einer kurzen Verwendung beim Jagdbombergeschwader 31 zum Fachsanitätszentrum nach Köln-Wahn versetzt. „Die fachliche Tätigkeit als Arzthelferin unterscheidet sich grundsätzlich nicht von meiner zivil erlernten Tätigkeit. Ich terminiere Patienten, gebe nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt Medikamente aus, lege Infusionen oder nehme Blut ab – alles wie man es von Zivilärzten auch kennt. Meine Patienten tragen halt Uniform. Der entscheidende Unterschied ist, dass ich neben meinem Fachtätigkeit auch Soldat bin, da gehört dann eben auch die militärische Aus- und Weiterbildung wie Schießen, Marsch oder d.h.-Ausbildung dazu und ich empfinde gerade das als willkommene Abwechslung zum täglichen Routinedienst", erklärt Stabsunteroffizier H.

Körperliche Leistungsfähigkeit

Auch die körperliche Leistungsfähigkeit ist für H. ein wichtiges Thema. Neben dem dienstlichen Sportangebot hält sich die Mutter einer zweijährigen Tochter in ihrer Freizeit mit Fußball spielen, Leichtathletik und Volleyball fit. Stabsunteroffizier H. sind in ihrem Behandlungszimmer vier Mannschaftsdienstgrade unterstellt, die sie ausbildet und in die verschiedenen Tätigkeiten einweist. „Die Ausbildung meiner Soldaten macht mir sehr viel Spaß. Ich bleibe so auch immer aktuell im Stoff und weiß nach der Ausbildung, dass der Laden läuft", erklärt H.

Kameradschaft war beeindruckend

Soldatin im Portrait

Stabsunteroffizier Sirka H.

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Auf die Frage, an welches Erlebnis sie während ihrer bisherigen Dienstzeit am liebsten zurückdenkt, muss H. nicht lange überlegen. „Meine Grundausbildungszeit war einzigartig. Ich bin zwar manchmal an meine körperliche Grenze geführt worden – denn wer hat vorher schon mal einen Leistungsmarsch von 20 Kilometern mit zehn Kilogramm Gepäck auf dem Rücken und schweren Kampfstiefeln absolviert – aber wenn man es dann gepackt hat, ist man schon stolz. Beeindruckt hat mich auch die Kameradschaft vom ersten Tag an. Obwohl wir uns überhaupt nicht untereinander kannten, herrschte vom ersten Tag an ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir halfen uns gegenseitig und unterstützten uns, wo wir konnten“, erinnert sie sich. Stabsunteroffizier Sirka H. plant ihre Zukunft auf lange Sicht bei der Bundeswehr.

„Ich werde versuchen, zum Feldwebel im Sanitätsdienst übernommen zu werden und kann mir dann auch vorstellen, einen Antrag auf Übernahme zum Berufssoldaten zu stellen“.

Autor: H. Cabanski