Krankenpfleger beobachtet Patienten bei Gymnastikübungen

Immer direkt am Patienten

Foto: © Bundeswehr / Katrin Birke

Stabsgefreiter Christoph Neujahr – „Blockadebrecher“ im Bundeswehrzentralkrankenhaus

Spätestens ab einem gewissen Alter oder auch bei vornehmlich sitzender Tätigkeit lernt man sie kennen. Die Fachleute zum Lösen vorübergehender Unbeweglichkeiten Beweglichkeitsstörungen.

Gemeint sind die Physiotherapeuten. Diese Berufsgruppe befasst sich mit der Wiederherstellung, Verbesserung oder Erhaltung der Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers. Ein Dienstleister in Sachen Krankenpflege ist Christoph Neujahr. Der 24 jährige Stabsgefreite aus Kastellaun trat am 01.10.2007 als Grundwehrdienstleistender in die Bundeswehr ein.

„Nach meiner Ausbildung zum Physiotherapeuten stand für mich fest, meinen Grundwehrdienst abzuleisten. Nach meiner Grundausbildung wurde ich direkt berufsnah eingesetzt. Meine Stammeinheit wurde das Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz. Für mich waren das zwei entscheidende Faktoren, später Soldat auf Zeit zu werden. Zum einen wurde ich im Sanitätsdienst eingesetzt und zum anderen auch noch Heimatnah“, erklärt der sympathische Stabsgefreite.

„Dazu kam natürlich auch die Bezahlung, die als Zeitsoldat weit über dem lag, was ich bei einer zivilen Anstellung bekommen hätte“.

Physiotherapeut aus Leidenschaft

Krankenpfleger beim Lösen von Blockaden an Wirbeln

Blockaden können manuell gelöst werden

Foto: © Bundeswehr / Katrin Birke

„Vom Berufsbild des Physiotherapeuten habe ich schon als Jugendspieler in einem Fußballverein gehört. Allein durch manuelles Einwirken auf bestimmte Körperpartien teilweise in beeindruckend kurzer Zeit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes oder eine Schmerzfreiheit zu erreichen, fand ich sehr faszinierend. Nach Gesprächen mit praktizierenden Therapeuten war mir auch schnell klar, dass das mein Beruf wird. Die letzte Hürde in Richtung Berufswahl konnte ich zusammen mit meinen Eltern nehmen. Da ich einen Anteil der Ausbildungskosten von 400 Euro monatlich selbst bestreiten musste, war ich auf die Hilfe meiner Eltern angewiesen. Man kann sich vorstellen, dass man diese Summe nicht allein durch Schülerjobs aufbringen kann. Da muss man schon überzeugt sein, das Richtige zu tun“, sagt N. grinsend.

Soldat im Bundeswehrzentralkrankenhaus

„Nach einem kurzen Gastspiel in der Notaufnahme des Krankenhauses, wurde ich in meiner Wunschverwendung eingesetzt. Ich hatte auf meiner Station sehr schnell das Gefühl, dass ich hier als Fachmann im Team anerkannt wurde. Es ist einfach schön, jeden Morgen mit diesem Gefühl zum Dienst zu fahren“, sagt N.

Die Physiotherapeuten leisten ihren Dienst am Menschen überall im Krankenhaus, wo sie gerade benötigt werden. „Meine Aufgaben umfassen das gesamte Spektrum der Physiotherapie. Von Patienten, bei denen nach einem chirurgischen Eingriff Bewegungsblockaden gelöst werden müssen bis zum Komapatienten, der bewegt werden muss, um Versteifungen an den Gelenken vorzubeugen. Jeder Patient ist anders. Grundvoraussetzung für jede Tätigkeit im Krankenhaus ist, mit Menschen umgehen zu können. Ich versuche, immer eine Vertrauensbasis zu schaffen. Das erleichtert dem Patienten und mir die Arbeit enorm. Zu sehen, wie Patienten Fortschritte machen und zu wissen, dass man dabei mitgeholfen hat, ist für mich wichtig“, erklärt N..

Die richtigen Entscheidungen getroffen

Ein Krankenpfleger unterstützt die Durchführung einer Übung

Die richtige Durchführung ist wichtig

Foto: © Bundeswehr / Katrin Birke

„Ich glaube, meine Entscheidung, zur Bundeswehr zu gehen, war richtig. Neben einem interessanten Job, guter Bezahlung und einem angenehmen Arbeitsklima, wird mir hier noch Einiges geboten“, sagt Neujahr.

„Natürlich bin ich nicht nur Physiotherapeut, sondern auch Soldat. Zu diesem Berufsbild gehört auch eine gewisse körperliche Fitness. Aber auch hier kommt mir mein Arbeitgeber entgegen. Jeder Soldat hat nicht nur die Möglichkeit sondern sogar die Pflicht während seiner Dienstzeit Sport zu treiben. Ich kenne kaum eine Tätigkeit im Zivilen, die diese Möglichkeit bietet. Die Weiterbildung ist für mich ein wichtiges Thema und auch hier habe ich gute Erfahrungen mit meinem Arbeitgeber gemacht. Neben einer Ausbildung zum Fitnesslehrer habe ich vor kurzem einen Lehrgang in Kinesio-Taping absolviert. Damit können Verletzungen kuriert, Muskeln gelockert oder auch Entzündungen gehemmt werden“, erläutert N.

Karriereplanung

„Ich plane meine berufliche Zukunft bei der Bundeswehr. Ich bin Mannschaftsdienstgrad geblieben, um am Standort bleiben zu können. Auch in dieser Angelegenheit habe ich die Bundeswehr als flexiblen Arbeitgeber kennengelernt, der auch persönlichen Belange berücksichtigt. Nachdem ich mir allerdings überlegt habe, länger bei der Bundeswehr zu bleiben, habe ich einen Antrag auf Übernahme in die Laufbahngruppe der Feldwebel gestellt, um Berufssoldat werden zu können", erklärt der Stabsgefreite.

In seiner Freizeit findet man N. überall, wo Sport getrieben wird. Beim Fußball steht er nicht nur als Spieler auf dem Platz, sondern auch an der Außenlinie. N. betreut als Co-Trainer seit kurzem eine Jugendfußballmannschaft. Bei den Kenntnissen aus dem Fitnessbereich und als Physiotherapeut ein Glücksgriff für den Verein.

Autor: H. Cabanski