Soldain vor medizinischen Anlagen

Oberfeldwebel Tanja F. - MTA in der Funktionsdiagnostik

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Oberfeldwebel Tanja F. – die rechte Hand des Chefs in der Funktionsdiagnostik

„Als ich mich nach meinem Abitur entschlossen habe, zur Bundeswehr zu gehen, waren meine ersten Ideen Hubschrauber zu fliegen oder Sanitäterin zu werden – man sieht, wofür ich mich letztlich entschieden habe“, erzählt Oberfeldwebel Tanja F. grinsend. Die 27 jährige Soldatin aus Frechen ist Medizinisch Technische Assistentin in der Funktionsdiagnostik des Fachsanitätszentrums in Köln-Wahn.

„Während meines Abiturs habe ich schon Kontakt zum Wehrdienstberater meines Wohnortes aufgenommen. Beim persönlichen Gespräch mit dem Wehrdienstberater habe ich eigentlich sehr schnell gemerkt, dass mir die Tätigkeit im Sanitätsdienst liegt, mit dem Ziel, zum Feldwebel Medizinisch Technische Assistentin ausgebildet zu werden. Zu meinem Glück wurde während meiner Grundausbildungszeit beim Sanitätsregiment 32 in Weißenfels eine Stelle in Köln-Wahn frei und ich wurde umgeplant, denn eigentlich war ich für eine Sanitätseinheit in Horb am Neckar vorgesehen. Also wurde ich jetzt auch noch heimatnah eingesetzt", erzählt F.

Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung

Tanja F. bei der Blutabnahme an einem Patienten

Die unvermeidliche Blutuntersuchung

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Nach der Grundausbildung und den Laufbahnlehrgängen an der Sanitätsakademie in München begann dann auch schon unmittelbar meine zivilberufliche Aus- und Weiterbildung zur MTA so die Kurzbezeichnung des Berufes. Diese Ausbildung endet mit einem Staatsexamen – ist also zivil anerkannt. Der Vorteil dieser ZAW bei der Bundeswehr liegt darin, dass man bereits in der Ausbildung ein seinem Dienstgrad entsprechendes Gehalt bekommt, das in der Regel weit über dem Verdienst eines Auszubildenden in der zivilen Wirtschaft liegt. Zumal die Ausbildung an einer Privatschule stattfand und jeden Monat Schulgeld gezahlt wurde. Als MTA in der Funktionsdiagnostik des Fachsanitätszentrums arbeitet F. in einem Dreierteam mit dem Facharzt und einer zivilen Angestellten.

Der Dienst als MTA

„Mein Dienst beginnt in der Regel um 06.00 Uhr. Wir haben zwar Gleitzeit, ich bin aber gerne ein bisschen früher da, um schon mal die Post zu bearbeiten und die Geräte vorzubereiten und zu eichen, damit auch die richtigen Werte angezeigt werden. Danach beginnt eigentlich auch schon das Tagesgeschäft. Der Untersuchungsplan ist mit den Patiententerminen gefüllt. Wir führen Lungenfunktionstests, Belastungs-EKG oder Langzeit-EKG und -blutdruckmessung durch. Zusätzlich zu diesen Tätigkeiten ist mein Chef auch noch Diabetologe, d.h. er behandelt als Facharzt an Diabetes erkrankte Soldaten", erklärt F. Auch in dieser Funktion unterstützt F. ihren Arzt. Ihr sind zwar in ihrem Bereich keine Soldaten unterstellt, aber das Fachsanitätszentrum bildet auch zur medizinischen Fachangestellten aus und wenn die Auszubildenden ihre Ausbildung in den einzelnen Fachbereichen durchlaufen, erklärt Oberfeldwebel F. den Berufsanfängern gerne und nicht ohne Stolz ihre Arbeit.

Immer gerne mit Menschen gearbeitet

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Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

„Ich habe immer gerne mit Menschen gearbeitet. Schon während meiner Schulzeit habe ich ehrenamtlich beim DLRG Kindern das Schwimmen beigebracht".

Neben dem Schwimmen ist Fußball noch eine große Leidenschaft der sympathischen Soldatin. Sie spielt in der Frauenmannschaft des Landesligisten BC Efteren im linken Mittelfeld. „Ich habe es nicht bereut, diesen Weg gegangen zu sein. Neben meiner fachlichen Tätigkeit habe ich oft die Gelegenheit, an „Grünen Ausbildungen“ wie zum Beispiel einem Internationalen Vergleichsschießen oder Märschen teilzunehmen. Auch die Sportausbildung wird – wie überall in der Bundeswehr – im Fachsanitätszentrum Köln-Wahn großgeschrieben. Welcher zivile Arbeitgeber gibt seinen Angestellten schon die Gelegenheit, sich während der Arbeitszeit fit zu halten“, erläutert F.

Ein absolutes Highlight war allerdings ihr Einsatz als Betreuungsfeldwebel einer französischen Austauschsoldatin während ihrer Kommandierung zum FachSanZentrum. „Ich konnte dabei viel über eine andere Armee erfahren, zum Beispiel, dass die Soldatin ihre Ausbildung zum Sanitätsfeldwebel in Nizza gemacht hat – da kann man schon mal neidisch werden“, erzählt Oberfeldwebel F. lächelnd.

Autor: H. Cabanski