Soldat an medizinisch-technischem Gerät

Eine Tätigkeit mit Patienten und Technik

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Vom Industriemechaniker zum Medizinisch-technischen Assistenten in der Funktionsdiagnostik

„Nachdem ich mein Fachabitur für Mechanik und meine Lehre zum Industriemechaniker Fachrichtung Betriebstechnik bestanden habe, war für mich eigentlich klar, dass ich mein Leben lang in einer technischen Verwendung arbeiten wollte.

Leider merkte ich, dass die Tätigkeit bei meinem Arbeitgeber einer Fließbandarbeit sehr nahe kam. Tag ein Tag aus immer den gleichen Arbeitsablauf zu haben, schien mir wenig erstrebenswert“, sagt Oberfeldwebel Christian Koch, Medizinisch-technischer Assistent in der Funktionsdiagnostik des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz.

Sein Weg in die Bundeswehr begann am 01.11.2000. Damals wurde er als Wehrdienstleistender in einem Lazarettregiment eingezogen. Da ihm die Arbeit im Sanitätsdienst gefiel, verpflichtete er sich für vier Jahre.

Vom Mannschaftsdienstgrad zum Unteroffizier

„Im Regiment wurde ich als Mannschaftsdienstgrad zum Krankenpflegehelfer ausgebildet. Mit der Verlängerung zum Soldaten auf Zeit bekam ich die Möglichkeit, in die Laufbahngruppe der Unteroffizier zu wechseln und wurde nach entsprechenden Lehrgängen zum Sanitätsunteroffizier im Fachbereich ABC-Abwehr (Atomare-, Biologische, Chemische-Kampfmittel) eingesetzt. Eine technische Tätigkeit, in der ich Pumpen und Aggregate überwachte und instandsetzte“, erklärt K.

Den Weg weiter beschritten

„Im Lazarettregiment habe ich mich entschieden, weiterzumachen und die Feldwebellaufbahn einzuschlagen. Zuerst eigentlich mit dem Gedanken, in einer technischen Verwendung zu bleiben.

An einem Zentrum für Nachwuchsgewinnung wurde meine Eignung zum Feldwebel festgestellt. Danach führte ich ein Gespräch mit dem Einplaner, also dem Mann, der sagt, wie und wo es weitergeht. Er machte mich auf eine Verwendung mit Mensch und Technik aufmerksam – dem Medizinisch-technischen-Assistent (MTA) Funktionsdiagnostik. Es war schon erstaunlich, welche Kenntnisse dieser Mann von der Materie, aber auch von den einzelnen Personen hatte. Ich kann heute nur sagen, dass er für mich genau die richtigen Weichen gestellt hat“, sagt Oberfeldwebel Koch.

Die Ausbildung zum MTA Fachrichtung Funktionsdiagnostik fand in Heidelberg in Vollzeit bei einem privaten Bildungsträger statt. „Wir haben uns mit mehreren Soldaten zum Lernen zusammengesetzt und jeder hat sich in die Gruppe eingebracht. Die einen waren technisch begabter und andere konnten ihr Wissen bezüglich Verwaltungsbestimmungen einbringen. Die Gruppe passte einfach. Da wundert es dann auch nicht, dass wir die Prüfung im Schnitt mit zwei bestanden haben“, erinnert sich K.

In der Funktionsdiagnostik

Soldat bei der Geräteüberprüfung

Der MTA ist für den Patienten immer ansprechbar

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Der Dienst in der Funktionsdiagnostik teilt sich für K. in zwei große Bereiche auf. Von Montag bis Mittwoch hat er Katheter-Dienst. „ Der Herzkatheter ist ein dünner, biegsamer Kunststoffschlauch. Mit ihm können wir den Druck zum Beispiel in den Herzkammern messen. Den Katheter können wir entweder über eine Vene oder eine Arterie einführen. Je nach dem, welche Messung/Darstellung wir am Herzen vorhaben. Hört sich schlimmer an, als es ist. Man kann die Untersuchung und Druckmessung im Prinzip mit einem Gartenschlauch vergleichen. Wenn jemand auf den Gartenschlauch steht, kommt entweder weniger Wasser oder die Pumpe muss, um die gleiche Menge zu fördern, enorm viel leisten. Beim Gartenschlauch nehme ich dann, wenn ich es merke, den Fuß vom Schlauch. Beim Menschen bringen wir ein Geflecht an die entsprechende Stelle, um diese aufzudehnen. Das Material bleibt ähnlich wie das Material bei der Versorgung von Brüchen im Körper“, erklärt K.

Der zweite Arbeitsbereich ist die nicht-invasive Kardiologie. Der Patient muss also nicht bluten. Hier werden Verfahren wie Elektrokardiogramm (EKG), Belastungs-EKG, Lungenfunktionsprüfungen, Langzeitblutdruckmessungen oder auch Screenings im Schlaflabor durchgeführt.

„Dadurch, dass ich zum Beispiel beim Belastungs- EKG eine halbe Stunde mit dem Patienten arbeite, unterhält man sich natürlich auch. Dadurch erfahre ich viel über ihn und seine Beschwerden. Zum einen kann ich den Patienten oft einen großen Teil ihrer Angst nehmen und zum anderen kann ich gegebenenfalls auf die weitere Behandlung einwirken. Man ist ein Bindeglied zwischen den Patienten und dem Kardiologen", sagt K.

Zusätzlich zu seinen Aufgaben in der Funktionsdiagnostik bildet K., der bereits 2003 seinen ersten Einsatz in einer Klinikkompanie in Bosnien Herzegowina abgeleistet hat, Soldaten fachspezifisch an den Geräten aus, bevor sie in den Auslandseinsatz gehen.

Ich bin zufrieden

Auch die Weiterbildung und Spezialisierung ist für K. ein wichtiges Thema. Er hat sich bereits im Bereich der Elektrophysiologie (Behandlung von Herzrhythmusstörungen im Katheterlabor) weitergebildet und ist zurzeit der einzige Assistent in diesem Spezialbereich.

Seine Freizeit verbringt K. in seinem Garten oder beim Fahrradfahren. Auf unsere Frage nach seiner privaten und beruflichen Zufriedenheit antwortet er spontan. „Meine Familie ist gesund, mein Dienstposten ist sicher. Da ich Berufssoldat geworden bin, brauche ich keine Angst vor einer Arbeitslosigkeit haben. Ich bin heimatnah eingesetzt. Mein Fazit: Alles ist gut. Ich würde die gleichen Entscheidungen wieder treffen".

Autor: H. Cabanski