Soldat in Portraitaufnahme

Oberfeldarzt Dr. Dr. Riedel-Reidemeister an seinem Arbeitsplatz

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Mit 49 zum Bund – ein nicht alltäglicher Seiteneinsteiger

Dr. med. dent. Wolfram Riedel-Reidemeister ist 49 Jahre alt. Er ist verheiratet, hat zwei Töchter und einen Sohn, der als Sanitätsoffizieranwärter im dritten Semester Zahnmedizin studiert. Bis August 2011 hatte er eine Allgemeinarztpraxis in Landshut betrieben.

Seit dem 1. September wird diese Praxis von einer Sicherstellungsassistentin geführt, da sich Riedel-Reidemeister entschlossen hat, Soldat zu werden. Jetzt ist er im Rang eines Oberfeldarztes Staffelchef der Sanitätsstaffel im niederbayerischen Regen, wo er für die Versorgung der rund 900 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 112 sowie des Abgesetzten Technischen Zug 133 zuständig ist.

Der 49-Jährige war schon einmal bei der Bundeswehr: 1990 bis 1991 leistete er nach dem Studium der Humanmedizin als Wehrpflichtiger seine AiP-Zeit (Arzt im Praktikum) im Sanitätszentrum 610, am Flugmedizinischen Institut und am Bundeswehrkrankenhaus München ab. Mit dem anschließenden Zahnmedizinstudium bis 1996 führte sein Weg an sich in die Kieferchirurgie, jedoch ließ er sich als Praktischer Arzt mit Kassenarztzulassung und Privatzahnarztpraxis in Landshut nieder. Riedel-Reidemeister wurde Vertragsarzt der Bundeswehr in Rottenburg und Erding und absolvierte Wehrübungen in Landshut und Rottenburg. Seit 2007 war er als Beauftragter Sanitätsstabsoffizier ZMZ (Zivil-Militärische Zusammenarbeit) für die Stadt Landshut bestellt.

Der Sohn half bei der Entscheidungsfindung

Hier habe er Blut geleckt mal etwas anderes zu machen, erklärt der Oberfeldarzt im Gespräch. Diverse Hausarztmodelle, Budgetierung der Behandlungskosten und die Formalismen der Medizinproduktebetreiberverordnung unterstützten ihn bei seinem Entschluss sich beim Personalamt der Bundeswehr zu bewerben und sein Sohn, der Fahnenjunker, habe ihn bei der Entscheidungsfindung bestärkt.

„In der Praxis muss man dem Patienten zu Willen sein, sonst kommt er nicht mehr“, vergleicht der Allgemeinmediziner „während bei der Bundeswehr die Medizin doch weitaus differenzierter und punktführender ist“.

Anders als bei den Fallpauschalen der Kassenärztlichen Vereinigungen mit den standardisierten Behandlungsschemata habe man als Truppenarzt die Möglichkeit gezielt und individuell zu therapieren.

Herzlich aufgenommen

„Ich fühle mich wohl hier“, resümiert Oberfeldarzt Dr. Dr. Riedel-Reidemeister die ersten drei Monate als Staffelchef. In das kleine aber feine Team der Sanitätseinrichtung sei er herzlich aufgenommen worden. Mit diesem Team könnten die Forderung der Truppe bestens erfüllt werden und seine Truppenzahnärztin unterstützt er bei den chirurgischen Angelegenheiten der Zahnmedizin. Er könne sich eine längere Verpflichtungszeit, derzeit ist er Soldat auf Zeit für sechs Monate, gut vorstellen ebenso wie eine Verwendung im besonderen Auslandseinsatz, schließlich wusste er davon vor seiner Entscheidung für die Streitkräfte und er sei sich dessen bewusst, dass solche Einsätze neben dem soldatischen auch zum medizinischen Grundverständnis gehörten.