Für Eltern

Wir sind uns bewusst, dass Eltern ganz besondere Aufmerksamkeit bei der Berufswahl ihrer Kinder entwickeln. Sie finden in diesem Bereich daher speziell für die Interessen von Eltern aufbereitete Informationen.

Warum zur Bundeswehr?

Die Bundeswehr bietet jungen Menschen die Gelegenheit, in einem von Anfang an anspruchsvollen Berufsfeld zu üben und zu arbeiten. Diese Chancen runden wir mit einem attraktiven Gehalt und vielen Geld- und Sachleistungen wie unentgeltlicher Krankenversorgung ab.

In diesem Bereich wollen wir Ihnen die konkreten Leistungen und Möglichkeiten beschreiben, die Ihr Kind mit der Entscheidung für eine Bundeswehr-Karriere erwarten kann.


Berufsangebote

Die Bundeswehr bietet Ihrem Kind die Möglichkeit, die individuelle Ausbildung in einem von beruflichem Weiterentwicklung und persönlichem Wachstum geprägten Arbeitsfeld zu absolvieren.


Arbeitgeberleistungen

Die Leistungen der Bundeswehr umfassen berufliche Qualifikation, Sachleistungen und Unterstützung durch innerbetriebliche Interessenvertretungen.

Berufsangebote

Ein gängiges Missverständnis ist, dass die Bundeswehr Ihre Angehörigen nur für Kampfsituationen ausbildet und die Rückkehr in die zivile Arbeitswelt schlecht vorbereitet wird. Es ist natürlich richtig, dass Soldatinnen und Soldaten mit dem Wissen und den Fertigkeiten ausgestattet werden, um dem Land in besonderen Situationen zu dienen. Sie werden aber auf viel mehr vorbereitet.

Tatsächlich bietet die Bundeswehr wegen ihrer vielfältigen Aufgabenfelder ein sehr breit gefächertes Angebot von Berufsqualifikationen an, mit tausenden von Beschäftigungen in vielen Berufsrichtungen. Allein im medizinischen Bereich kann Ihr Kind eine allgemeinmedizinische, zahnmedizinische, pflegerische, tierärztliche oder chirurgische Ausbildung oder Spezialisierung erhalten. Sind Ihre Tochter oder ihr Sohn an Recht, Computerprogrammierung, Logistik, Öffentlichkeitsarbeit, Luftfahrt oder Finanzmanagement interessiert? Die Bundeswehr bietet in diesen und weiteren Bereichen auch einen Karriereweg – mit Zukunft.


Berufswahl

Wie in allen zivilen Berufsfeldern hat die schulische Leistung Ihres Kindes einen großen Einfluss auf die beruflichen Möglichkeiten der Bundeswehr. Diese Fähigkeiten testen wir mit standardisierten Auswahlverfahren.

Ziel des Assessments für Bundeswehrpersonal ist es, möglichst zutreffende Aussagen über die Anlagen und das Potenzial eines Bewerbers zu gewinnen.

Dabei ist wichtig, dass wir die Prognose abgeben wollen, ob ihr Kind grundsätzlich für die Ausbildung zum Soldaten oder als beamtete Arbeitskraft auf Lebenszeit geeignet ist und zum erfolgreichen Abschluss eines Studiums / einer Berufsausbildung innerhalb der verschiedenen Laufbahnmöglichkeiten befähigt ist.

Die Auswahl wird daneben durch weitere Kriterien bestimmt:

  • gegenwärtige und zu erwartende Bedürfnisse der Bundeswehr
  • Persönliche Karriereerwartungen
  • zusätzliche Fähigkeiten und Qualifikationen

Arbeitgeberleistungen

In der Bundeswehr erhält Ihr Kind vom ersten Moment an eine Bezahlung, die ein unabhängiges Leben ermöglicht. Die großzügige Alimentation soll die öffentlich Bediensteten von der Pflicht erleichtern, sich außerhalb des Arbeitsverhältnisses um ein Einkommen bemühen zu müssen und daher die gesamte Arbeitsleistung für den Arbeitgeber anbieten zu können.

Daneben bieten wir Stipendien für ausgewählte Studiengänge, Zulagen in bestimmten Funktionen, Prämien für besondere Leistungen sowie unentgeltliche truppenärztliche Versorgung. Eine vollständige Übersicht unserer Arbeitgeberleistungen haben wir an anderer Stelle zusammengefasst.

Es gibt ein breites Angebot von Leistungen für militärisches und ziviles Bundeswehrpersonal:

  • angemessene Bezahlung während der Ausbildungen
  • hochklassige medizinische und zahnmedizinische Versorgung
  • günstige Mahlzeiten und Unterkünfte
  • spezialisierte Ausbildungen
  • jährlich bis zu 30 Tage Erholungsurlaub
  • großzügige Ruhestandsregelungen


Sold und andere Zuwendungen

Eine Karriere in der Bundeswehr ist nicht nur eine Option wegen der immateriellen Vorzüge – Führungseigenschaften, Belastbarkeit und die Chance, dem Land dienen zu können – sondern auch wegen der materiellen Ausgleiche.

Die Führung der Bundeswehr hat schon vor langem die Vorzüge eines guten bezahlten Militärs erkannt. Tatsächlich sind die Durchschnittsgehälter für unser Personal in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Ohne eine adäquate Besoldung wären wir auch nicht in der Lage, eine Freiwilligenarmee in dieser Größe und Qualität zu erhalten, welche für die weltweiten Einsatzfelder im Sinne einer internationalen Sicherheitspolitik bereit steht.

Die Grundbesoldung eines Soldaten oder einer Soldatin bestimmt sich nach dem Dienstgrad und der Dauer des Dienstverhältnisses. Zusätzlich zum Grundgehalt können Zulagen für bestimmte Funktionen oder Tätigkeiten sowie Prämien gezahlt werden. Außerdem werden viele Zusatzkosten durch Reisen oder Umzüge für die Bundeswehr im Rahmen gerechter Kostenerstattungsregeln ausgeglichen.

Unsere Soldatinnen und Soldaten haben daneben Anspruch auf Gemeinschaftsunterkunft, vergünstigte Mahlzeiten, Bekleidungszuschüsse oder eine Wohnungsfürsorge, falls man außerhalb einer Kaserne wohnt.

Zusätzlich zu einer attraktiven Besoldung bieten wir sehr gute kostenlose medizinische Versorgung, großzügige Urlaubsregelungen, freie Wochenenden und Feiertage sowie übertarifliche Krankheitstage.

Sie haben vermutlich viele Fragen über das Leben in der Bundeswehr, die Sicherheit Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter und wie man während der Einsätze in Verbindung bleibt. Diese Fragen werden wir hier beantworten.

 

Aktiv oder Reserve?

Der militärische Dienst kann in zwei Dienstverhältnisse unterschieden werden: Aktiver Dienst oder Reservedienst.

Im aktiven militärischen Dienst sind unsere Soldatinnen und Soldaten die dienstbereite Vollzeittruppe. Sie erfüllen die benötigten Aufträge und führen die Dienstpflichten in den alltäglichen Operationen aus. Generell beträgt die aktive Dienstzeit zwischen 6 Monaten und 13 Jahren.

Im Reservedienst der Bundeswehr behalten Soldatinnen und Soldaten ihre zivilen Berufsverhältnisse und trainieren in Teilzeit. Diese Dienstzeiten variieren, abhängig von Funktion und Standort des Soldaten.


Mannschaften, Unteroffiziere oder Offiziere?

Die Mannschaften sind das Rückgrat der Bundeswehr. Ganz wie in einem zivilen Unternehmen hat jeder Mannschaftsdienstgrad erlernte Spezialkenntnisse und trägt eine Rolle in ihrer oder seiner Einheit. Die Dienstgrade reichen von Schütze/Flieger/Matrose bis zum Oberstabsgefreiten.

Die Unteroffiziere sind spezialisierte Experten oder Trainer. Sie bilden die technische Basis der Teilstreitkräfte.

Offiziere sind die Steuerer und Planer der Streitkräfte. Ihre generelle Aufgabe besteht in der Führung ihrer Soldatinnen und Soldaten.

 

Was ist Einsatz?

In fast jeder militärischen Karriere kommen die Soldatinnen und Soldaten in Berührung mit den Einsätzen der Bundeswehr, häufig in fremden Ländern. Die Verlegung von Material und Personal nennt man Einsatz.

Abhängig von den individuellen Funktionen der Einheiten oder der politischen Situation des Landes können bei diesen Einsätze auch Kampfhandlungen entstehen. Daneben werden Bundeswehrsoldaten auch zur Katastrophenhilfe oder zu humanitärer Unterstützung eingesetzt. Die Dauer der Einsatzverwendungen variiert dabei zwischen einem Monat und einem Jahr.


Vorbereitung

Die Verwendung in einem Einsatz hängt von den militärischen Spezialkenntnissen und den Operationsfeldern der jeweiligen Einheit ab. Ärzte und Pflegepersonal werden beispielsweise regelmäßig in einer relativen Distanz zum Kampfgeschehen eingesetzt. Dennoch gibt es keine gültige Voraussage, ob einem Soldaten eine Kampfsituation im Laufe der Karriere begegnet oder nicht.

Soldatinnen und Soldaten werden gelegentlich zum Dienst in gefährlichen Situationen beordert. Gerade deswegen werden alle – unabhängig von Dienstgrad, Verwendung oder Einheit – in einem intensiven und spezialisierten Training auf die Härten von Einsatzszenarien  und die jeweilige Mission im Operationsgebiet vorbereitet.

 

Unterstützung für Familien

Die Bundeswehr bietet eine Vielzahl an Kontakt- und Beratungsmöglichkeiten für die Soldatinnen und Soldaten sowie deren Familien und Angehörige. Hier können die Herausforderungen des Auslandseinsatzes für die Angehörigen in verschiedenen Beratungseinrichtungen, in Form psychologischer Hilfe und weiteren Unterstützungsleistungen besprochen werden. Hier finden Sie eine Liste der entsprechenden Angebote:

  • Psychologische Vorbereitung/Familienbetreuung
  • Militärseelsorge
  • Sozialdienst der Bundeswehr


Reservedienstleistende im Einsatz

Die Entsendung eines Angehörigen der Reserve entspricht weitgehend dem aktiven Dienst. Es gibt aber einige Unterschiede. In dieser Zeit ist dann auch das ursprüngliche Arbeitsverhältnis rechtlich geschützt.

Alltag eines Soldaten / einer Soldatin

Während der Stationierung in Deutschland besteht meistens die Wahl, in der Gemeinschaftsunterkunft oder außerhalb der Kaserne zu wohnen. In der Regel sind Ledige und Menschen unter 25 Jahren zum Wohnen in der Gemeinschaftsunterkunft verpflichtet, davon gibt es aber auch Ausnahmen. Verheirateten stehen da mehr Optionen zur Verfügung. Unabhängig von dieser Entscheidung stehen in den meisten Kasernen Sport- und Trainingseinrichtungen, Betreuungseinrichtungen wie Mannschaftsheime und Truppenküchen sowie weitere Erholungsmöglichkeiten kostenfrei zur Verfügung.

Eine Kaserne ist ein enges Netzwerk verschiedener Aufgabenfelder, vergleichbar einer Kleingemeinde. Wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn den Tagesdienst beendet hat, besteht die Freiheit, den Tag nach Belieben zu beenden: Sporttraining, Einkaufen, Kleiderpflege, Gesellschaftseinrichtungen oder Kino. Diese Aktivitäten sollen den Militärangehörigen helfen zu entspannen, Spaß zu haben und die militärische Gemeinschaft / Kameradschaft zu festigen.

Dienstliche Unterkünfte stehen auch im Fokus der Agenda in Führung, mit deren umfangreichem Änderungsprogramm die Attraktivität des Militärdienstes gesteigert wird. Teil dieses Reformprogramms ist auch die Verbesserung der Unterbringungssituationen an den Standorten, an denen viel Zeit verbracht wird. Dies sind Ausbildungseinheiten und Lehreinrichtungen, deren Räume mit neuem Mobiliar, Kühlschrank, Fernseher und Internetzugang ausgestattet werden, um die Zeit außerhalb des eigentlichen Dienstes so angenehm wie möglich zu gestalten.

Beispielhafte Freizeiteinrichtungen:

  • Geschäfte / Heimgesellschaften
  • Büchereien
  • Sportgelände und Schwimmbad
  • Internetcafe
  • Religiöse Einrichtungen
  • Fitnesseinrichtungen


Aus Gründen der militärischen Sicherheit kann es sein, dass Ihnen der Aufenthaltsort im Einsatz Ihres Kindes nicht bekannt gemacht werden darf. Einsatzzeiten werden nicht veröffentlicht, und die Standorte bestimmter Einheiten können als Verschlusssache eingestuft sein. Trotzdem werden Sie Gelegenheiten haben, mit Ihrem Kind oder Angehörigen in Kontakt zu treten.

Abhängig von dem jeweiligen Auftrag der Einheit und dem Einsatzort wird den meisten Soldatinnen und Soldaten die Möglichkeit geboten, sich telefonisch, durch Video-Telefonie oder per E-Mail mit den Angehörigen in Verbindung zu setzen.

Zusätzlich stehen allen Einsatzteilnehmern die Angebote der kostenfreien Feldpost zur Verfügung.


Ein Hinweis zur sicheren Kommunikation

Es ist für die Familien und die Militärangehörigen sehr wichtig, sich verantwortlich in der Kommunikation zu verhalten und dabei die Enthüllung von Details in Briefen und Telefonaten zu vermeiden, um den militärischen Erfolg nicht zu gefährden. Die folgenden Informationen sollten NICHT in Mails, Briefen oder Telefonaten genannt werden oder in öffentlichen Diskussionen wie Internetforen diskutiert werden:

  • Auftrag der Einheit, Zahlen und eingesetztes Personal
  • Einsatzort- und zeit
  • Einheitsmoral oder Personalprobleme
  • Bewegungen der Einheit
  • Militärische Absichten, Fähigkeiten oder Operationen
  • Aufenthaltsort der Familie während des Einsatzes
  • Geplante Rückkehr von Einsatzteilnehmern

 

Während bestimmter Trainingsphasen oder eines Bordaufenthaltes auf See können unvermeidliche Einschränkungen in der Kommunikation zu Ihrem Kind entstehen.