Was wir bieten

Die Vereinbarkeit von Familie und Dienst hat für Soldaten vor allem im Zusammenhang mit den Einsätzen der Bundeswehr im In- und Ausland, einer hohen Anzahl dienstlich veranlasster Abwesenheitstage und der Versetzungshäufigkeit einen hohen Stellenwert. Im Unterschied zu anderen Berufsgruppen ist der Beruf der Soldatin/des Soldaten mit Belastungen und Gefahren verbunden, die eine besondere staatliche Zuwendung fordern.

Der Sozialdienst der Bundeswehr steht den Soldatinnen und Soldaten und deren Familienangehörigen mit Rat und Tat zur Seite - sowohl bei allen materiell-rechtlichen Fragen als auch bei der Bewältigung familiärer und persönlicher Probleme. Der Sozialdienst der Bundeswehr wurde als Ausdruck der Fürsorgepflicht des Dienstherrn und Arbeitgebers Bundeswehr eingerichtet. Er bietet den Angehörigen der Bundeswehr und ihren Familien Beratung und Betreuung in allen sozialen Angelegenheiten. Das Angebot des Sozialdienstes ist eine professionelle und kostenlose Dienstleistung der Bundeswehrverwaltung. Er ist flächendeckend im gesamten Bundesgebiet bei den Bundeswehr-Dienstleistungszentren eingerichtet. Die Aufgaben des Sozialdienstes sind unterteilt in die Bereiche Sozialarbeit und Sozialberatung.


Was leistet die Sozialarbeit in der Bundeswehr?

Die Sozialarbeit wird von diplomierten/graduierten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern bzw. Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen geleistet. Ihr Schwerpunkt liegt auf den persönlichen Angelegenheiten des Einzelnen.

Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Bundeswehr werden u. a. tätig bei

  • Problemen im dienstlichen Alltag (Versetzung, Konflikten am Arbeitsplatz)
  • persönlichen, psychosozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten
  • Konflikten im privaten Bereich (Ehe, Kindererziehung u. a.)
  • Krankheiten (auch Suchterkrankungen)
  • der Vor- und Nachbereitung sowie der Begleitung besonderer Auslandseinsätze der Bundeswehr


Welche Hilfe gewährt die Sozialberatung in der Bundeswehr?

Die Sozialberatung wird von Beamtinnen und Beamten der Bundeswehr durchgeführt. Sie beraten schwerpunktmäßig in materiell-rechtlichen Angelegenheiten.

Die Sozialberaterinnen und Sozialberater werden u. a. tätig in Fragen

  • des Sozial-, Sozialversicherungs- und Versorgungsrechts (Arbeitslosen-, Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung u. a.),
  • des Arbeitsplatzschutzgesetzes sowie der Unterhaltssicherung für Wehrpflichtige,
  • der Versorgung infolge einer Dienstunfähigkeit,
  • der Einsatzversorgung oder der Versorgung bei Wehrdienstbeschädigung,
  • der Regelung von Ansprüchen bei Todesfällen.


Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialdienstes sind gesetzlich zur Verschwiegenheit nach § 203 Strafgesetzbuch verpflichtet.

Der Arbeitgeber Bundeswehr hat daher auch eine Vielzahl an Maßnahmen und Hilfestellungen zum Wohl der Soldatinnen und Soldaten sowie ihrer Familien getroffen. Sie dienen dem Ziel, den Besonderheiten des Soldatenberufs - wo immer möglich - gerecht zu werden.

Familie und Dienst werden in den Streitkräften nicht als unvereinbare Gegensätze gesehen, sondern als sich ergänzende Einheit und Motivationsfaktor. Dabei werden unter dem Begriff Familie nicht nur die klassische Familie, sondern auch allein erziehende Mütter und Väter und eingetragene Lebenspartnerschaften vereinigt. Die Bundeswehr entwickelt für die Soldatinnen und Soldaten Angebote, die die Voraussetzungen schaffen, Familie und Dienst miteinander zu vereinbaren und das Soldatenleben einfacher zu machen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Überblick der einschlägigen Regelungen, Angebote und Möglichkeiten geben.

Mutterschutz

Der Mutterschutz für Soldatinnen entspricht im vollen Umfang den Regelungen für Arbeitnehmer in einer zivilen Firma oder einer Behörde. Während der Schwangerschaft darf die Soldatin keinen Dienst leisten, wenn dieser mit

  • schwerer körperlicher Belastung,
  • schädlicher Einwirkung, z. B. durch Lärm, Kontakt mit gesundheitsgefährdenden Stoffen oder durch Strahlen, Staub, Gase oder Dämpfe,
  • Teilnahme an militärischen Übungen unter feldmäßigen Bedingungen,
  • zusätzlichen Diensten sowie Nachtarbeit zwischen 20:00 Uhr und 06:00 Uhr

verbunden ist.

In den letzten sechs Wochen vor der Entbindung und in den ersten acht Wochen nach der Entbindung ist eine Soldatin nicht zu Dienstleistungen heranzuziehen; die Frist nach der Geburt verlängert sich bei Früh- oder Mehrlingsgeburten auf zwölf Wochen, bei Frühgeburten und sonstigen vorzeitigen Entbindungen zusätzlich um den Zeitraum, der vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnte.

Solange eine Soldatin stillt, darf sie zu bestimmten Dienstleistungen nicht herangezogen werden.

Elternzeit

Durch das Soldatengesetz wird allen Soldatinnen und Soldaten grundsätzlich ein Anspruch auf Elternzeit eingeräumt. Elternzeit kann bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres eines Kindes in Anspruch genommen werden. Die Elternzeit steht beiden Elternteilen zu; sie kann auch anteilig, jeweils allein oder gemeinsam genommen werden. Insgesamt kann die Elternzeit auf bis zu vier Zeitabschnitte verteilt werden. Kern des Elterngeldes ist eine Einkommensersatzleistung in Höhe von 67 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens der betreuenden Person bis höchstens 1.800 Euro, mindestens jedoch 300 Euro. Den Mindestbetrag erhält auch der Elternteil, der vor der Geburt des Kindes nicht erwerbstätig war, als Betreuungsgeld.

Die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Arbeit wird Arbeitgebern zukünftig immer häufiger gestellt werden. Moderne Arbeitgeber werden hier attraktive und für ihre Arbeitnehmer kostengünstige Angebote schaffen müssen. Heute schon ist die Verfügbarkeit und Qualität der Kinderbetreuung ein Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers.

Die Bundeswehr hat diesen Handlungsbedarf erkannt

Sie ist ein großer, personalintensiver und attraktiver Arbeitgeber. Sie engagiert sich seit Jahren mit weiter steigender Tendenz für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Dienst. Sie weiß, wie wichtig gute Rahmenbedingungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Dienst für qualifizierte Kräfte in herausfordernden Funktionen sind. Sie weiß, dass Frauen und Männer, die als Partner und/oder Eltern mit Angeboten bei der Vereinbarkeit unterstützt werden, konzentrierter und motivierter im Dienstbetrieb sowie bei ihrer jeweiligen Arbeit sind.

Daher ist es ein Schwerpunkt des Arbeitgebers Bundeswehr, die Rahmenbedingungen so auszurichten, dass sie einer Vereinbarung von Familie und Beruf nicht nur nicht im Wege stehen, sondern eine Balance von Beruf/Dienst und Familie ermöglichen und fördern.

Zu Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Dienst, können Sie sich an die Beauftragte für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Dienst in der Bundeswehr wenden:

Email: BMVgBeauftrFamilieundBerufDienstBw@BMVg.bund.deLink öffnet sich in neuem Fenster
Telefon: 030 / 2004 - 89191

Kinderbetreuung - Betreuungslücken schließen

Junge Familien wollen beides - berufliches Fortkommen und Familienleben. Das gilt auch für die Bundeswehr: Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht bei der Betreuung von Kindern Unterstützung zu leisten. Insgesamt reicht die Bandbreite der Betreuungsmodelle von Belegrechten an kommunalen und privaten Einrichtungen über Großtagetagespflegen bis hin zu bundeswehrnahen Kitas, beispielsweise an der Universität der Bundeswehr in München, am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz oder am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm, wo gerade eine neue Kita entsteht. Hinzu kommen Eltern-Kind-Arbeitszimmer in Bundeswehrliegenschaften für kurzfristige Notsituationen.

Eltern-Kind-Arbeitszimmer

Für viele berufstätige Elternpaare stellt sich kurzfristig die Frage der Betreuung der Kinder während der Arbeitszeit, weil der Kindergarten Ferien macht oder die Tagesmutter kurzfristig abgesagt hat. Ein Problem, dem mit Hilfe eines Kinderbetreuungsraumes am Arbeitsplatz begegnet werden kann.

Mehr als 350 Eltern-Kind-Arbeitszimmer sind in den Liegenschaften der Bundeswehr mittlerweile eingerichtet – Tendenz weiter steigend. Dieses Angebot greift in besonders kurzfristigen Notsituationen: Es entlastet Eltern, die durch den ungeplanten Ausfall von Krippe, Kita oder familiären Betreuern vor dem Problem stehen, ihre Kinder während der Dienstzeit zu betreuen. Sie können ihre Kinder mitbringen und während ihrer Dienstzeit betreuen.

Die Eltern-Kind-Arbeitszimmer sind natürlich keine Dauerlösung, sondern verstehen sich als Ergänzung des Betreuungsangebotes in Notfällen. Den Eltern wird die Möglichkeit geboten, am Dienst teilzunehmen ohne zum ungünstigen Zeitpunkt Urlaub nehmen oder das Kind in eine unsichere Betreuung geben zu müssen.

Das Kinderbetreuungsportal der Bundeswehr

Die Bundeswehr hat mittlerweile ein eigenes Kinderbetreuungsportal eingerichtet. Es bietet eine umfassende Datenbank aller Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland und viele weitere Informationen. Über eine Suchmaske können anhand einer ausgewählten Postleitzahl alle Kitas im ausgewählten Bereich angezeigt werden:

Kinderbetreuungsportal der Bundeswehr

Die Militärseelsorge beruht auf Rechtsgrundlagen, in denen die Zusammenarbeit zwischen Staat und Evangelischer und Katholischer Kirche für die Seelsorge der Soldatinnen und Soldaten geregelt wird. Sie wird seit Jahrzehnten durch eine bewährte partnerschaftliche Praxis ergänzt.

Militärseelsorge wird vom Bundesministerium der Verteidigung, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Katholischen Kirche partnerschaftlich verantwortet. Als Teil kirchlicher Arbeit wird die Militärseelsorge im Auftrag und unter Aufsicht der Evangelischen und Katholischen Kirche ausgeübt. Der Staat sorgt für die Organisation und trägt die Kosten der Militärseelsorge. Militärseelsorger, Militärseelsorgerinnen, Pfarrhelfer und Pfarrhelferinnen stehen vor Ort als Ansprechpartner bereit.

Das rechtliche Fundament der Militärseelsorge ist die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschriebene Freiheit des Glaubens, des Gewissens und religiösen Bekenntnisses und der ungestörten Religionsausübung. Dies gilt selbstverständlich auch für Soldatinnen und Soldaten als "Staatsbürger in Uniform".

Die Aufgabe

An der Schnittstelle von Kirche und Staat tätig ist die Militärseelsorge mit ihrer spezifischen Ausrichtung auf den Lebens- und Arbeitsbereich der Soldatinnen und Soldaten sowie deren Familien Teil des gesamtkirchlichen Seelsorgeauftrages. Überall wo Soldaten sind, bieten Militärseelsorger ihre Dienste an - an Land oder auf See, zu Hause oder im Auslandseinsatz.

Die Menschen da abholen, wo sie stehen - das ist für die Seelsorge, die den Zugang zum Menschen sucht, eine Selbstverständlichkeit. Die Militärseelsorge garantiert dies seit nunmehr fünf Jahrzehnten.

Auslandseinsätze

In Krisenregionen auf drei Kontinenten sind vom Balkan bis Afghanistan und in Syrien derzeit etwa 7.000 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Auslandseinsatz.

Sie werden von Militärpfarrern beider Konfessionen seelsorgerisch begleitet, welche die möglichen Bedrohungen und Einschränkungen des täglichen Lebens mit ihnen teilen, aber auch kameradschaftliche Nähe, Freud und Leid erfahren.

Als Priester feiern sie die Heilige Messe und spenden Sakramente. Sie hören zu, nehmen Anteil an Sorgen, Nöten und Konflikten, die ein solcher Einsatz mit sich bringt. Auch in der extremen Erfahrung von Verwundung, Sterben und Tod sind sie den Bundeswehrangehörigen nahe.

Auch in der Heimat zurückgebliebenen Angehörigen gilt die besondere Zuwendung der Militärseelsorger. Sie arbeiten daher eng mit den Familienbetreuungszentren der Bundeswehr zusammen.

Familien und Angehörige sollen die Gelegenheit erhalten, mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen. Unsere Fachleute können bei der Bewältigung von Problemen oder schwierigen Situationen helfen. Die Familienbetreuungsorganisation der Bundeswehr steht mit 31 hauptamtlichen Familienbetreuungszentren und bis zu 50 Familienbetreuungsstellen nahezu flächendeckend jederzeit hilfreich zur Seite.

Jeder Einsatzteilnehmer oder jede Einsatzteilnehmerin wählt vor der Verlegung in den Einsatz für seine Angehörigen ein bestimmtes Familienbetreuungszentrum oder eine Familienbetreuungsstelle in der Nähe des Familienwohnortes, welches die Familie für die Dauer des gesamten Einsatzes betreuen wird. Das Familienbetreuungszentrum ist die Ansprechstelle bei Fragen und Problemen aller Art. An sieben Tagen in der Woche und 365 Tagen im Jahr – und das 24 Stunden am Tag – ist das hauptamtliche Personal der Familienbetreuungszentren persönlich erreichbar.

Bei einem breiten Angebot an gemeinsamen Veranstaltungen lernen die Betroffenen durch das miteinander Reden, den ständigen Austausch von Erfahrungen sowie dem Miterleben und Mitgestalten von gemeinsamen Aktivitäten und Aktionen mehr über sich und Andere und erleichtern sich schon dadurch gegenseitig bei der Bewältigung der Trennung.