Ein Flugzeug wird in einer Außenwaschanlage gereinigt.

Flugzeugwaschstraße

Foto: ©Bundeswehr/ Czonstke

Kein Job wie jeder andere - Blog über die Ausbildung zum Avioniker

Obwohl das Marinefliegergeschwader 3 bereits seit 1964 in Nordholz besteht, gab es in der technischen Staffel des Seefernaufklärers P-3C „Orion“ bisher nie weibliche Avioniker. Obergefreiter Jennifer Hubert und Obergefreiter Tessa Masch wollen das ändern. Um ihrem Ziel näher zu kommen, steht für die beiden Bootsmannanwärterinnen (BA) die Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung (ZAW), zum Fluggeräteelektroniker, in Kassel an. In einem Blog teilen sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der 21-monatigen Ausbildung bei Airbus und bringen Licht ins Dunkel, um die zivil anerkannte Ausbildung bei der Bundeswehr.

Heißes Teil - Lötkolben und Co.

Bevor es für uns in den lang ersehnten Sommerurlaub zu unseren Liebsten nach Hause ging, stand noch ordentlich Praxis und Theorie auf dem Plan. Nach drei Wochen „groberer Mechanik“ stand das Perfektionieren der Rundbundverdrahtung an. Hier wurden uns durch unseren Klassenlehrer neue Techniken näher gebracht, um noch effektiver arbeiten zu können. Effektiver vor allem im Sinne von hoher Sicherheit und Genauigkeit der Verlegung aber auch mit Blick auf das Zeitmanagement. Bei unseren Prüfungen wird neben der exakten Ausführung, der sauberen Arbeit und das Einhalten der Sicherheitsstandards auch die benötigte Zeit berücksichtigt. Es ging daher vor allem darum, saubere Arbeiten unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen und unter zeitlicher Vorgabe abzuliefern. Mit den von unserem Klassenlehrer aufgezeigten Techniken waren schnelle Lernerfolge erkennbar und wir stellten selbst den Unterschied zu unseren vorherigen Arbeiten - mit nun deutlich positiver Verbesserung - fest.

Zwei Soldatinnen üben mit einem Lötkolben

Es fällt keine Meister vom Himmel

Foto: ©Bundeswehr/ Löwenstein

Schnell sollten wir dann ein völlig neues Themengebiet „beackern“ - das Löten. Der Einstieg erfolgte, wie bei allen praktischen Arbeiten, über die Theorie. Hier wurde uns eine Einführung in den Lötkolben an sich und in den Vorgang des Lötens gegeben. Allgemeines wurde besprochen, wie zum Beispiel der Aufbau eines Lötkolbens, die vorhandene Temperatur an der Lötspitze sowie die richtige Vorgehensweise bei einem Lötvorgang.

Wir waren nun bereit für unser erstes Löten. Nachdem wir uns mit der Lötstation und den neuen Materialien vertraut gemacht haben und erste eigene Lötversuche durchgeführt hatten, zeigte unser Klassenlehrer uns die richtige Vorgehensweise. Und siehe da, die Lötstellen wurden genauer und sauberer. So arbeiteten wir uns von einfachen Arbeiten zu immer komplexeren Aufgaben vor.

Nach knapp zwei Wochen Lernphase ging es an das Löten von Platinen. Auf diese brachten wir Leiterbrücken und Widerstände an. Das war die abschließende Arbeit für unseren Lötlehrgang. Rückblickend war es eine sehr komplexe und herausfordernde Zeit, in der wir durch unseren Klassenlehrer immer wieder professionell motiviert und aufgelockert wurden.

An die doch sehr lange praktische Phase des Unterrichts knüpfte nun der theoretische Teil der Elektrotechnik an sowie ein neuer Block, die sog. „Human Factors“, also die menschlichen Faktoren. Dieser Block mit anschließender Prüfung verdeutlichte uns Fehler, die durch die menschliche Hand während des Arbeitsprozesses stattfinden können. In erster Linie galt es aber zu hinterfragen, was zu diesen Fehlern geführt hatte und wie diese in Zukunft vermindert oder sogar vermieden werden können. Natürlich macht jeder Mensch Fehler (wie sagt der Volksmund: „Irren ist menschlich!“), deshalb sollte dieser Lehrgang uns für solche Fehler sensibilisieren und uns über die zu ihnen führenden Prozesse aufklären.

Und dann war er da, der Sommerurlaub! Wir packten unsere sieben Sachen, verließen Kassel und fuhren zu unseren Liebsten nach Hause. Im Gepäck wieder viele neue Eindrücke und Geschichten.

Das Haarnetz 2.0

Unser neuer Arbeitsplatz für die nächsten drei Wochen war die hauseigene Werkstatt derAIRBUS Training Academy. In der ersten Woche unseres Lehrgangs fand hier ein Teil der Meisterprüfungen statt und wir durften gleich als Probanden zur Verfügung stehen.

Zwei Soldatinnen arbeiten am Bohrer

Arbeit am Bohrer

Foto: ©Bundeswehr/ Fronzek

Unsere Klasse wurde gesplittet und für uns, als erste Gruppe, hieß es von Montag bis Mittwoch unsere angehenden Meister als Auszubildende zu unterstützten. Für uns als angehende Fluggeräteelektroniker war es eine tolle Chance einen Einblick in die Arbeit und Prüfung eines Meisters zu bekommen.

Ab Donnerstag ging es dann richtig los. Jedem Auszubildenden wurde eine Werkbank mit zugehörigem Werkzeug zugeteilt und auch hier war von Anfang an das „A und O“ die Werkzeugkontrolle. Vor und nach Dienst wurde eine Vollzähligkeits- und Vollständigkeitskontrolle gemacht, für dessen Richtigkeit man in dem Werkzeugkontrollblatt unterschrieb. Durch unseren Ausbilder wurden stichprobenartige Kontrollen der Werkzeugfächer auf Sauberkeit, Ordnung und korrektes Ausfüllen der Kontrollblätter durchgeführt.

Unsere Aufgabe für die nächsten Wochen war es ein 4-Gewinnt Spiel anzufertigen. Uns wurden so sämtliche Metallbearbeitungsverfahren, wie zum Beispiel sägen, feilen, bohren, nieten und entgraten, näher gebracht. Jeder Arbeitsschritt wurde durch den Ausbilder erklärt, vorgemacht und anschließend von uns an einem Probestück geübt. An den Maschinen wurden wir dann in Handhabung, Bedienung und Maßnahmen der Arbeitssicherheit eingewiesen. So hieß es an den Drehmaschinen: Schutzbrille und für uns Frauen mit langen Haaren, Haarnetz tragen. Unser Haarnetz beschränkte sich auf eine Kopfbedeckung von AIRBUS, von uns liebevoll Haarnetz 2.0 genannt. Ebenso war das Tragen von Schmuck wie Ketten, Armbanduhren und Ringen in der gesamten Werkstatt nicht erlaubt. Auf die Sicherheit wurde hier sehr viel wert gelegt, sodass wir nach drei Wochen Handarbeit, mit wieder neuen Eindrücken und Erfahrungen, unversehrt die Werkstatt wieder verließen.

Vier Gewinnt Spiel selbstgebaut von 2 Soldatinnen

Vier Gewinnt

Foto: ©Bundeswehr

Doch diesen Monat stand noch etwas Besonderes auf dem Plan: unsere Beförderung. Kaum zu glauben aber vor einem Jahr hat unsere Grundausbildung begonnen. Es ist atemberaubend was wir alles in nur einem Jahr Dienstzeit erlebt haben und welche Möglichkeiten sich uns boten. Jetzt dürfen wir voller Stolz den Dienstgrad des Maaten tragen. Es war für uns alle ein schöner Moment und ein tolles Gefühl eine Anerkennung in Form der Beförderung zu bekommen. Zusätzlich haben wir die Beförderung als kleinen Motivationsantrieb gesehen. Somit haben wir nun den Mannschaftsdienstgrad und auch unsere Matrosenuniform hinter uns gelassen. Wir freuen uns auf unsere neue erste Geige.

Nach den drei Wochen Mechanik geht nun der praktische Teil der Elektrotechnik weiter. Das nächste Thema heißt Rundbundverdrahtung. Vom Groben zum Feinen, aber auch den Spagat werden wir meistern.

Der Kurzschluss

Wenn uns der praktische Unterricht eines gelehrt hat, dann, dass man immer auf sein Werkzeug aufpassen sollte. In den praktischen Unterrichtseinheiten brauchen wir Zangen, Schraubendreher, Maßband, Multimeter. Diese Werkzeuge befinden sich in einem Werkzeugkoffer, für den jeder selbst verantwortlich ist.

Soldaten halten ein Werkzeug in die Luft.

Kontrolle

Foto: ©Bundeswehr

Vor und nach der Arbeit wird der Koffer auf Vollständigkeit und auf Mängel an den Werkzeugen geprüft. Man führt ein sogenanntes Werkzeugkontrollblatt und unterschreibt für die Richtigkeit der Angaben. In den Unterrichtspausen ist der Arbeitsplatz ordentlich und sauber zu hinterlassen, das heißt auch, dass die Werkzeuge wieder in den Koffer geräumt und weggeschlossen werden. Da dieses Vorgehen für die Meisten von uns neu ist, kam es schnell mal vor, dass man im Eifer des Gefechts den Platz unaufgeräumt zurückließ.

Die Ausbilder legen hier viel Wert auf die Schulung der Eigenverantwortung. Werkzeug darf nicht einfach irgendwo ablegt oder liegen gelassen werden. So verschwindet dann mal schnell ein Werkzeug während der Pause. Ist dies doch mal der Fall, muss die gesamte Klasse auf dem Flur eine Werkzeugkontrolle durchführen, bis das fehlende Werkzeug und dessen Besitzer identifiziert sind.
Dieses Vorgehen ist aber keine Schikane, im Gegenteil, es soll uns sensibilisieren. Das Arbeiten an Fluggeräten ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Nur ein liegen gelassener Schraubendreher kann im schlimmsten Fall zum Absturz eines Luftfahrzeugs führen. Um ein sicheres Arbeiten und die volle Funktionsfähigkeit des Luftfahrzeuges gewährleisten zu können, lernen wir hier schon früh den korrekten Umgang mit Werkzeugen.

Aber auch die praktischen Wochen neigten sich allmählich dem Ende zu. Das folgende doch sehr theorielastige Thema wurde durch praktische Übungen aufgelockert und so lernten wir die Messtechnik kennen. Das Thema wurde theoretisch eingeleitet indem uns grundlegende Formeln sowie der Aufbau verschiedener Stromkreisformen näher gebracht wurden. Nachdem wir theoretisch alles berechnen konnten, überprüften wir diese Werte in der Realität: Stromkreise anschließen - Strom, Widerstände und Spannung überprüfen. Und der große „Aha-Effekt“: tatsächlich stimmten die Werte überein!

Natürlich gab es hier und da einige Fehler. Der größte anzunehmende Fehler: ein Kurzschluss. Plötzlich zeigte das Multimeter keinen Messwert mehr an, sondern das Wort „fuse". In jeder Elektronikerausbildung passiert das öfter, aber die Hersteller sorgten vor, indem man lediglich eine neue Sicherung in das Multimeter setzten muss.

Hier geht der Ausbilder zusammen mit den „Verursachern“ auf Fehlersuche. Wir sollen verstehen und nachvollziehen, wie es dazu kommen konnte. Jeder macht anfangs Fehler, darum sind wir auch in dieser Ausbildung, um zu lernen wie es richtig geht.

Ein weiteres Highlight der Wochen war das Kennenlernen unseres Klassenlehrers. Wir haben eine kleine Vorstellungsrunde gemacht und weitere Eckdaten zu dem Ablauf unserer Ausbildung bekommen.

Auch wenn wir hier voll mit der Ausbildung beschäftigt sind, verlieren wir nicht den Kontakt zu unserer Stammeinheit. Wir haben uns sehr über unser neues Staffelpatch gefreut und vor allem darüber, dass auch in der Ferne an uns als Kameraden und Teil der Einheit gedacht wird! Deshalb hier von uns ein großes Dankeschön an die MFG 3 Teileinheit Avionik P-3C!

Demnächst steht unser erster Werkstofflehrgang an. Drei Wochen lang werden uns Fertigkeiten, beispielsweise Sägen, Fräsen und Feilen, vermittelt. Hier heißt es für uns arbeiten in der hauseigenen Werkstatt mit uns noch unbekannten Werkzeugen und Maschinen. Wir sind schon sehr gespannt auf diese neue Herausforderung und blicken daher erwartungsvoll auf die nächsten Wochen.

Alles halb so wild

Die ersten Wochen sind vergangen und auch die ersten Leistungsnachweise sind schon geschrieben.

Alles ging Schlag auf Schlag.

Die meiste Zeit verbrachten wir im Unterrichtsraum und haben Grundwissen vermittelt bekommen. Von Werkstoffkunde, über die einzelnen Bestandteile eines Flugzeugs und dazugehörige Fachbegriffe, bis hin zur Aerodynamik und der großen Frage: Wieso fliegt ein Flugzeug überhaupt?
Natürlich folgten auf abgeschlossene Themengebiete die unumgänglichen Tests. Gleich in den ersten Wochen wurde unser Wissenstand anhand von mehreren Prüfungen abgefragt und benotet. Dadurch bekamen wir die verkürzte Ausbildungszeit in vollem Umfang zu spüren. Aber es macht uns Spaß und das lässt das Lernen leichter von der Hand gehen.

Nach theoriereichen Wochen ging es dann endlich in die Werkstatt. Praxis stand auf dem Stundenplan. Was genau uns erwartete konnten wir nur erahnen. Aber es kam alles halb so wild. Auch hier wurden uns zunächst die Grundfertigkeiten vermittelt. Der Werkzeugkoffer und dessen Inhalt wurde uns näher gebracht, sowie die ersten Arbeiten an Leitungen. Hier konnten wir nun unsere Fingerfertigkeiten beweisen, verbessern und weiterentwickeln. Auf jeden Auszubildenden wurde individuell eingegangen, sodass wir alle auf dem gleichen Stand waren und an neue Übungen herangehen konnten.

Schnell zeigten sich erste Lernerfolge in unserer Klasse. Anfängliche Vorübungen wurden erfolgreich bei einer abschließenden Übung angewandt und Schaltkreise funktionierten. Auch nach den ersten Monaten überwiegt weiterhin deutlich der theoretische Teil unserer Ausbildung, doch die Praxis erhält stetig mehr Anteil.

Die Kamerad- und Hilfsbereitschaft in der Klasse ist ok, wir verstehen uns gut. Jedoch merken wir immer wieder, dass wir als Frauen hier in einer Männerdomäne etwas Besonderes sind. Aber darauf haben wir uns schon vor Beginn der Ausbildung eingestellt.

Das erste lange Wochenende rückte immer näher und über die paar zusätzlich freien Tagen waren wir nach den neu erlernten Fertigkeiten und geschriebenen Leistungsnachweisen mehr als froh.

Mit neuer Energie und freiem Kopf geht es nun in die nächsten Wochen.

Kassel, wir kommen!

Es war soweit: am 4. April reisten wir in Kassel an. Zunächst anmelden im Stabsgebäude, danach hieß es erstmal warten. Die Personalakte wurde auf Vollständigkeit geprüft, Unterlagen mussten ausgefüllt werden und wir bekamen unsere Stubenschlüssel ausgehändigt. Dann durften wir uns endlich etwas „häuslich einrichten“, denn für fast zwei Jahre werden wir hier zu Hause sein. Dabei wurden wir vom Personal mit Rat und Tat unterstützt. Wir fühlten uns direkt wahr- und aufgenommen.

Zwei Soldatinnen lernen zusammen mit einem Fachbuch

Avioniker beim lernen

Foto: @Bundeswehr / Mediendesign

Für die erste Orientierung bekamen wir noch eine Karte der Liegenschaft mit, welche uns einen ersten Überblick über das Gelände verschaffen sollte. Tatsächlich war das Gelände ziemlich übersichtlich. Gleich den ersten Nachmittag nutzen wir um Kassel und seine Einkaufsmöglichkeiten zu erkunden. Unweit von unserem neuen „Zuhause“ befindet sich der Hauptbahnhof, zwei Fastfood-Ketten und ein Fitnesscenter. Auch die Innenstadt, mit zahlreichen Shoppingmöglichkeiten und diversen Lebensmittelmärkten, ist nur ein paar Fahrminuten entfernt. Der erste Tag neigte sich dem Ende zu und mit vielen Erkenntnissen, aber auch Erwartungen fanden wir den Weg auf unseren „Bock“.

Am nächsten Morgen fanden wir uns mit unseren neuen Kameraden in einem Besprechungsraum ein. Hier gab es die Einweisung für unsere kommende Zeit am Dienstort durch unseren Spieß: die Anwesenheit wurde überprüft, Unterrichts- und Dienstzeiten, Verhalten auf dem Gelände, die Hausordnung und alles was ein Soldat über seinen neuen Dienstort wissen sollte, wurde uns zugetragen. Ebenfalls wurden wir in zwei Klassen unterteilt: zum einen in die Gruppe der Fluggerätemechaniker und zum anderen in die Fluggeräteelektroniker. Des Weiteren begrüßte uns das Unternehmen AIRBUS durch den Ausbildungsleiter, sowie dessen Vertreter und unsere zugeteilten Klassenlehrer. Mit diesen erkundeten wir klassenweise unsere Ausbildungseinrichtungen.

Der Vormittag verstrich wie im Fluge und ehe wir uns versahen war auch schon die Mittagszeit angebrochen. In der Küche der Ausbildungseinrichtung wird noch wert auf frische und ausgewogene Ernährung gelegt, worauf der Leitende der Küche, liebevoll Lothar genannt, natürlich stolz ist und wie wir finden auch stolz sein kann. Das Küchenpersonal setzt Vorschläge und Wünsche sofort in die Tat um. Der einzelne Soldat steht hier im Vordergrund und das merkt man. Von uns an dieser Stelle ein großes Lob an die Organisation und die ständige Leistungsbereitschaft des Küchenpersonals!

Nach der Mittagspause ging es zurück in den Klassenraum und der erste Unterrichtsstoff wurde vermittelt. Von nun an waren wir mitten drin in unserer zivilen Aus- und Weiterbildung, kurz ZAW. Ab Mitte der Woche pendelte sich der Tagesablauf der ZAWallmählich ein.

Obwohl wir uns in einer zivilen Ausbildungseinrichtung befinden, kann man ein Hauch Militär jeden Montag und Donnerstag spüren: An diesen Tagen findet ein Antreten vor dem Stabsgebäude statt. Hier erfahren wir alle wichtigen Änderungen und Endscheidungen durch unseren Spieß. 

Und so neigte sich die erste Woche dem Ende und wir fuhren mit vielen Eindrücken in die Heimat, wo unsere Familien und Freunde schon sehnsüchtig auf uns und unsere Erzählungen warteten.

Vor dem Meister kommt erst der Geselle

Am 01.07.2015 begannen die beiden ihre allgemeine Grundausbildung (AGA) in der 7. Inspektion der Marineunteroffiziersschule in Plön. Hier stellten sie schnell fest, dass Grundausbildungsklischees Schnee von gestern sind. Denn nicht nur in die Büros, sondern auch in die AGA hat die 41-Stunden-Woche Einzug gehalten. „“Ein Pilotprojekt. So durften alle Rekruten an jedem Wochenende, auch dem ersten nach Hause, wenn sie wollten”“, berichten sie. Nicht nur die beiden Obergefreiten (BA), die sich seit ihrem Dienstantritt eine Stube teilten, haben sich in Plön gesucht und gefunden: „“In der Grundausbildung ist unser ganzer Zug so eine Art Familie geworden”“, schwärmen die beiden Soldatinnen. „“Wir haben alles zusammen gemacht. Auch nach Dienstschluss sind alle gemeinsam losgezogen, sodass ein extrem großer Zusammenhalt entstanden ist. Sogar für unsere Ausbilder war der Zusammenhalt unseres Zuges überdurchschnittlich groß”“, erzählen sie weiter. Diesem ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl ist es wohl auch geschuldet, dass selbst in den widrigsten Situationen die Frustration nicht wirklich Oberhand gewinnen konnte.

Angehenden Fluggeräteelektronikerinnen stehen vor einem Flugzeug.

Angehenden Fluggeräteelektronikerinnen

Foto: ©Bundeswehr/ Bektas

Einen Einblick in diese andere Welt, in der die beiden jetzt „dienen“, erhaschten ihre Familien bei der Vereidigung im August 2015. „“Unsere Mütter haben sich gewundert, wie anders und ernsthaft wir uns in Uniform verhalten. Dass wir still stehen müssen und nicht begeistert zurückwinken können, war auch neu für sie”“, berichten die beiden lachend. Aber die Familien konnten auch den Stolz erkennen, den die gesamte 7. Inspektion ausstrahlte. „“Wir haben die Grundausbildung als Gruppe gemeistert und niemand war bei uns auf der Strecke geblieben!”“, erklären sie zufrieden.

Nach der Grundausbildung stand für die angehenden Avionikerinnen ein einmonatiges Praktikum in ihrer späteren Einheit, der technischen Staffel beim Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“, an. Nach dem anfänglichen „Kulturschock“ stellten sie schnell fest, woran es lag, dass in der Grundausbildung erlernte militärische Gepflogenheiten hier fehl am Platz sind. „“Die Avioniker sind eine sehr kleine Familie und die übrigen Techniker immer noch entfernt Verwandte”“, erklären sie. Dadurch sprechen sich alle mit Vornamen an, unabhängig vom Dienstgrad. Obwohl sie hier eine völlig andere Marinewelt begrüßte, als in Plön, fühlten sich die beiden auch hier wieder sofort aufgenommen und willkommen. Während ihres Praktikums erhielten die beiden einen ersten Einblick in die Größe ihres neuen Standortes und konnten gespannt alle Starts und Landungen aus der Werft heraus beobachten.

Im November und Dezember 2015 stand der erste Teil des Bootsmannlehrgangs an. Hierzu kehrten die beiden nach Plön zurück, um erste Führungsqualifikationen zu erwerben.

Seit Januar 2016 befinden sie sich erneut im Marinefliegerstützpunkt Nordholz, um vor ihrerZAW-Maßnahme bei Airbus weitere Erfahrungen zu sammeln. Am 1. April war es dann soweit: ihre zivile Ausbildung begann. Was sie dort erwartet? „“Wir wissen, wann wir wo sein sollen, mehr nicht”“, geben die beiden ein wenig enttäuscht zu. „“Wir haben lange recherchiert und stundenlang „Google“ gequält, um mehr Details über die ZAW zu finden, aber Fehlanzeige”“, berichten sie. Genau hier soll ihr Blog zukünftig Abhilfe schaffen. So können sich Interessierte ein Bild von ihrem Ausbildungszweig als Fluggeräteelektroniker und auch dem Ablauf dieser ZAW-Maßnahme machen.

Mach, was wirklich zählt.

Flugzeug steht auf einer Rollbahn im Hintergrund leuchtet das Nordlicht