Mach, was wirklich zählt.

Im Interview mit Gesa Felicitas Krause.
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Foto: © picture alliance / Sven Simon

Steckbrief: Gesa Felicitas Krause

Geburtstag: 03.08.1992

Sportart: Leichtathletik / 3.000m Hindernislauf

Sportfördergruppe: Mainz 

Dienstgrad: Hauptgefreiter

Größe: 1,67m

Gewicht: 50kg

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Wie kamen Sie eigentlich zum Sport?
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Meine Eltern wollten, dass ich mich in meiner Freizeit sinnvoll beschäftige. Ich habe das Turnen ausprobiert, für ein paar Monate Judo gemacht und mit Leichtathletik angefangen. Da hing sofort mein Herz dran und die Entscheidung war getroffen.

Wenn man sein Talent zum Beruf macht, hat man seine Berufung gefunden!

In jeder Lebenslage ist es wichtig, dass man Spaß an dem hat, was man macht. Dazu muss man herausfinden, wo die eigenen Stärken liegen.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Wie kamen Sie als Sportlerin auf die Idee, zur Bundeswehr zu gehen?
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Nach dem Abi habe ich mich dafür entschieden, den Sport professionell zu betreiben. Ich bin bei den Olympischen Spielen Achte geworden und habe danach überlegt, ein Studium anzufangen, aber das war Vollzeit mit dem Sport nicht zu vereinbaren. Da hat mein Trainer mir vorgeschlagen, ob ich nicht zur Bundeswehr gehen möchte.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Wie war es für Sie als Sportlerin, die militärische Ausbildung zu absolvieren? 
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Das war für uns Sportler schon eine harte Zeit. Mit Marschgepäck unterwegs zu sein, war eine völlig neue Erfahrung und wir wurden schon an unsere Belastungsgrenzen gebracht.

Wenn man an seine Grenzen geht und etwas geschafft hat, ist man in jedem Bereich des Lebens glücklich darüber.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Was ist für Sie das Besondere an der Bundeswehr?
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Die Kameradschaft bei der Bundeswehr hat mich schon sehr beeindruckt. Ich bin ja normalerweise eher Einzelkämpferin und primär damit beschäftigt mein Training so auszurichten, dass ich das beste Output habe. Das ist bei der Bundeswehr was ganz anderes. Man sucht dort Leute, die teamfähig sind und an einem Strang ziehen und gemeinsam etwas schaffen. Das war für mich auch schön, dass man selbst 100% geben musste, aber sich auch auf die Kameraden verlassen konnte.

Auf die Kameraden kann man sich voll und ganz verlassen!

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Welche Vorteile haben Sie durch die Sportförderung der Bundeswehr?
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Ich bin für mich sehr frei in meinen Entscheidungen. Ich habe natürlich auch Verpflichtungen gegenüber meinem Verband, dass ich mich gut auf meine Ziele vorbereite. Mit der Leistung, die ich diesen Sommer bringe, sichere ich quasi meinen Arbeitsplatz im nächsten Jahr. Natürlich spielt auch das Geld eine große Rolle. Ich möchte meine Ziele und Träume verwirklichen. Das ist natürlich einfacher, wenn man sich keine Sorgen machen muss, wie man seinen Lebensunterhalt bezahlt.

Die Bundeswehr ist ein Arbeitgeber, der immer hinter einem steht, obwohl man einen so speziellen Beruf hat.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Können Sie nun bei der Bundeswehr nebenher eine berufliche Ausbildung machen?
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Ich mache aktuell ein Fernstudium in Wirtschaftspsychologie. Ich kenne viele andere Sportsoldaten, die nebenbei studieren. Die Bundeswehr setzt eigentlich nur voraus, dass die sportliche Leistung nicht darunter leidet.

Es gibt viele Vorurteile über die Bundeswehr. Aber Fakt ist, dass auf die Aus- und Weiterbildung sehr viel wert gelegt wird. Das gilt nicht nur für uns Spitzensportler.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Was denken Sie über Ihre Zukunft? 
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Das ist der primäre Grund, warum ich das Studium angefangen habe. Die Bundeswehr gibt einem die Möglichkeit über den Berufsförderungsdienst, nach der Dienstzeit weiterhin finanziell unterstützt zu werden, um in den Berufsalltag eingegliedert zu werden.

Durch die Sportförderung kann ich mich jetzt zu 100% auf meinen Sport konzentrieren. Dafür gebe ich auch etwas zurück: Gute Leistungen für mein Land.

Bald steht die Qualifikation für die Europameisterschaften und die Olympischen Spiele an. Das würde ich schon gerne direkt schaffen. Ich bin da guten Mutes und habe mich gut vorbereitet.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Haben Sie Kontakt zu Sportlern, die nicht bei der Bundeswehr sind? Gibt es da neidische Blicke?
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Es gibt sicher einige Sportler, die sich das wünschen, und ich würde jedem ans Herz legen, an sich selbst zu arbeiten, um diese Chance nutzen zu können.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Was war Ihr bisher größter Erfolg?
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Die Bronzemedaille im letzten Jahr bei den Weltmeisterschaften in Peking.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Ich möchte die Qualifikation für die Europameisterschaften und die Olympischen Spiele in Rio gerne direkt schaffen und noch einige Jahre hoffentlich gute Leistungen für mein Land und für die Bundeswehr erbringen. Natürlich versuche ich auch, beruflich weiterzukommen und mich geistig fit zu halten.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Ist man als Sportler oder auch als Soldat der Bundeswehr ein Vorbild?
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

Ja auf jeden Fall. Als Sportler und auch als Soldat lernt man, an seine Grenzen zu gehen und diszipliniert ein Ziel zu verfolgen. Ich finde, das macht uns alle zu Vorbildern.

Mich beeindrucken Menschen, die zielorientiert an ihren Träumen arbeiten und Spaß an dem haben, was sie tun.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Gibt es irgendeine besondere Zahl in Ihrem Leben? 
Hauptgefreiter Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking.

55 Länder

durfte ich durch den Sport schon bereisen. Andere Länder kennenzulernen und zu sehen, wie vielfältig unsere Erde ist, ist für mich immer sehr beeindruckend.

Die Bundeswehr-Redaktion fragt.
Wir wünschen viel Erfolg für die Qualifikationen, die Olympischen Spiele und die weitere Karriere und bedanken uns ganz herzlich für das Interview!