Mach, was wirklich zählt.

Sportsoldatinnen Karina Winter (li) und Elena Richter von der Sportfördergruppe Berlin beim Bogenschießen im Bundesleistungszentrum Kienbaum.
Sportsoldatinnen Karina Winter (li) und Elena Richter von der Sportfördergruppe Berlin beim Bogenschießen im Bundesleistungszentrum Kienbaum.

Sportsoldatinnen Karina Winter (li) und Elena Richter von der Sportfördergruppe Berlin beim Bogenschießen im Bundesleistungszentrum Kienbaum.

Foto: © Bundeswehr / Franka Bruhns

Mit Pfeil und Bogen nach Rio

Die Sportsoldaten Karina Winter und Elena Richter sind Kameraden und Konkurrenten: In der Sportfördergruppe und im Verein sind sie Kameraden und trainieren zusammen – doch in Hinblick auf Wettkämpfe sind sie zugleich Konkurrenten. Wie gehen die beiden mit diesem Spannungsverhältnis aus Kameradschaft und Konkurrenz um? 

Schon seit der Steinzeit wird der Bogen von Menschen verwendet, zunächst für die Jagd, später dann auch als Kriegswaffe. Doch mit den Bögen vergangener Zeiten haben die modernen Sportbögen bis auf die Grundform kaum mehr etwas gemein. 

Das sind die Bestandteile eines Sportbogens.

Das sind die Bestandteile eines Sportbogens.

Foto: © Bundeswehr / Franka Bruhns

Bogen aus Hightech statt Holz

Der Werkstoff Holz findet sich nur noch selten, es dominieren Leichtmetall­ und Verbundwerkstoffe. Dafür sticht ein langer Stab mit einer Y-­förmigen Verzweigung am Griff des Bogens ins Auge. Diese Stabilisatoren dämpfen die Schwingungen des Bogens und erhöhen somit die Treffsicherheit. Auch wenn bei den Streitkräften die Feuerwaffen den Bogen schon vor Jahrhunderten verdrängt haben, gibt es doch einige Gemeinsamkeiten beim Schießen. Dies gilt zum Beispiel für die Atemtechnik und die Ruhe beim Schuss.

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Sportsoldatinnen Karina Winter (li) und Elena Richter von der Sportfördergruppe Berlin beim Bogenschießen im Bundesleistungszentrum Kienbaum.

Foto: © Bundeswehr / Franka Bruhns

„Trotz aller Unterschiede merken wir auf Lehrgängen, dass uns das Schießen mit Schusswaffen leichter fällt als anderen“, bestätigt Richter. Dabei muss man nicht grundsätzlich ein ruhiger Typ sein, um als Schütze in der Weltspitze mithalten zu können. Winter, die sich selbst als eher „hibbelig“ charakterisiert, ist dafür ein gutes Beispiel. Vielmehr kommt es darauf an, im entscheidenden Moment vollkommen ruhig zu sein – und diese Art der Disziplin und Fokussierung lässt sich trainieren.

„Die mentale Verfassung ist in unserem Sport wirklich sehr wichtig“, betont Richter. Daher nimmt sich jeder Schütze viel Zeit, um alles so einzustellen und einzuüben, dass die Einheit aus Schütze und Bogen optimal harmoniert. „Bogenschießen ist ein ästhetischer und eleganter Sport, bei dem viel davon abhängt, dass man mit sich selbst im Reinen ist“, fügt ihre Kameradin Winter hinzu.
 

Weltspitze dank Sportförderung

Dank der Sportförderung der BundeswehrLink öffnet sich in neuem Fenster konnten sich beide kontinuierlich bis an die Weltspitze ihrer Disziplin vorarbeiten. Solche Fördermöglichkeiten sind gerade in den Sportarten wichtig, bei denen Sponsoren sich eher zurückhalten. Beide haben sich bewusst für die Bundes wehr entschieden, weil deren Konzept flexibler sei als das anderer staatlicher Institutionen. Zwar müsse man Jahr für Jahr Leistungen auf internationalem Niveau erbringen, damit das Dienstverhältnis verlängert werden könne, aber umgekehrt stehe es einem auch selbst frei, einen anderen Weg einzuschlagen. Sport – gleich welcher Art – könne wesentlich zur Entwicklung der Persönlichkeit beitragen, ist die Grundschulpädagogin Winter überzeugt. Sie und ihre Kameradin Richter wünschen sich aber natürlich, dass Bogenschießen im Zuge der Olympischen Spiele populärer wird.