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Ab in die Wüste - als Kommandant des beweglichen Arzttrupps.

Rettungsübung mit Luftverlegung.
Hauptbootsmann Andreas M. vor seinem Einsatzfahrzeug.

Hauptbootsmann Andreas M. vor seinem Einsatzfahrzeug.

Foto: © Bundeswehr / Marc Tessensohn

Die „Kante" von Gao

Moin Moin, ich bin Hauptbootsmann Andreas M., oder wie mich meine Kameradinnen und Kameraden wohl eher kennen, „Kante“. Ich bin 42 Jahre alt und komme aus Norddeutschland. Ich war von 1992 bis 1998 als Ausbilder auf Sylt und dann als Techniker für den Hubschrauber „Sea King“ und das Mehr­zweckkampfflugzeug "Tornado" eingesetzt. Kurz vor der Jahrtausend­wende habe ich mit der Ausbildung zum Rettungs­assistenten begonnen und fahre Rettungseinsätze für den Arbeiter-Samariter-Bund. Nach einem Auslandseinsatz als Rettungsassistent bei ISAF in Afghanistan im Jahr 2014 bin ich zum zweiten Mal als Reservist im Einsatz.

Als Kommandant steht Andreas in ständigem Kontakt mit der Führung.

Als Kommandant steht Andreas in ständigem Kontakt mit der Führung.

Foto: © Bundeswehr / Andreas M.


Das ist meine Aufgabe im Einsatz

Ich bin in Gao als Kommandant eines beweglichen Arzttrupps (BAT) eingesetzt. Einen BAT kann man sich wie einen gepanzerten Rettungswagen vorstellen. Bei unseren Einsätzen koordiniere ich die Zuordnung der Verletzten bis hin zu den An- und Abfahrtswegen. Neben mir sitzen auf unserem Transportpanzer noch ein Arzt und ein Soldat, mit denen ich auch schon vor dem Einsatz knapp zwei Monate intensiv verschiedene Szenarien geübt habe. Unser Auftrag gliedert sich grob in zwei Aufgabenfelder: Wir begleiten unsere schnelle Eingreiftruppe, die derzeit von den Kameradinnen und Kameraden aus Bad Reichenhall gestellt wird, bei ihren Patrouillen.

Die Versorgung Verletzter erfolgt in der trainierten Routine.

Die Versorgung Verletzter erfolgt in der trainierten Routine.

Foto: © Bundeswehr / Marc Tessensohn


Zum anderen stellen wir aber auch eine Bereitschaft, um bei Unfällen rund um das Camp schnellstmöglich eine Versorgung der Kameradinnen und Kameraden gewährleisten zu können. Ab dem Zeitpunkt der Alarmierung müssen wir innerhalb von 30 Minuten mit der schnellen Eingreiftruppe ausrücken. Für den Standort-BAT gelten sogar 15 Minuten. Das bedeutet, dass wir uns, unsere Fahrzeuge und das Material, ständig in Bereitschaft halten müssen. Neben dieser Aufgabe bin ich in der „Role 1“ (Behandlungsebene 1: allgemein- und notfallmedizinische Erstversorgung) auch als Vertrauens­person aller Unteroffiziere gewählt worden. Dabei habe ich jederzeit ein offenes Ohr für meine Kameradinnen und Kameraden und setze ihre Interessen durch.

Im Rahmen der Rettungskette muss mit anderen Einheiten kommuniziert werden.

Im Rahmen der Rettungskette muss mit anderen Einheiten kommuniziert werden.

Foto: © Bundeswehr / Marc Tessensohn



Das macht meine Tätigkeit hier besonders

Für mich persönlich ist dieser Einsatz etwas Besonderes, weil wir hier fast jeden Tag Neuland betreten. Wir arbeiten zum Beispiel täglich mit den niederländischen Kameradinnen und Kameraden aus deren „Role 1“ zusammen und können uns dabei sehr intensiv mit ihnen austauschen. Es gab auch schon ein Volleyball-Länderspiel zwischen Soldatinnen und Soldaten beider Länder. Außerdem gibt einem das Land Mali so viele schöne kulturelle und landschaftliche Eindrücke. Es gibt natürlich auch nicht so schöne Momente. Einer war, als der niederländische Hub­schrauber Verletzte eines Anschlages gerettet hat und wir diese zusammen in das naheliegende Krankenhaus in Gao gebracht haben. Aber egal wie anstrengend und hart so ein Tag auch ist – wir geben immer „120 Prozent“.


Das vermisse ich hier am meisten

Am meisten vermisse ich meine Frau und meine kleine Tochter. Wenn ich meine Familie hier hätte, würde ich wohl auch 365 Tage durchgehend hier bleiben. Abgesehen davon vermisse ich den heimischen Garten, die Wiesen und einfach mal einen grünen Rasen. Und als alter Marinesoldat fehlt mir hier eindeutig das Wasser zum Baden.


Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße

Ich wünsche mir, dass alle Kameradinnen und Kameraden heil und unbeschadet nach Hause kommen. Für die Zeit nach meinem Einsatz plane ich mit meiner Familie in Richtung Sonne und Strand zu fliegen. Ziel für die Zukunft ist es, dass ich wieder als aktiver Soldat bei der Bundeswehr eingestellt werde.

Ich grüße ganz besonders meine Familie aus dem fernen Gao.

Autor: Andreas M.