Mach, was wirklich zählt.

Ein Transportflugzeug vom Typ Airbus A 400 M steht auf einem Flugplatz
Mehrere Gebäude und Hallen sowie ein Flugzeug auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle in Manching

Das Gelände der Berufsausbildung

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Die WTD 61 Manching: Kompetent in Sachen Luftfahrttechnik

Viel Technik, viel Handwerk, viel Testen. Alles, was in der Bundeswehr fliegt und alles, was damit zusammenhängt und in der Truppe eingesetzt wird, muss bei der Wehrtechnischen Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät 61 im bayerischen Manching diverse Prüfverfahren bestehen. Erst, was dort für gut und sicher befunden wurde, wird den Soldaten anvertraut.

Mit der speziellen Infrastruktur – einem eigenen Flugplatz mit zwei Start- und Landebahnen sowie eigenen fliegenden Erprobungsträgern und modernen Messanlagen – ist die Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät (WTD 61) bestens ausgestattet. „Alles, was in der Bundeswehr fliegt – ob bei Luftwaffe, Marine oder Heer – ist zuvor bei uns bis ins Detail getestet worden”, sagt Direktor Wolfgang Steiger.


Am Werk: Profis und Spezialisten

Zwei Personen stehen vor einem Hubschrauber in einer Halle

Der Unterstützungshubschrauber UH Tiger ist ein Luftfahrzeug aus der Errobungsträgerflotte der WTD 61

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Knapp 200 der insgesamt rund 500 Beschäftigten der WTD 61 sind Ingenieure, überwiegend aus der Luft- und Raumfahrttechnik. Für alle Bereiche rund um fliegende Waffensysteme gibt es Spezialisten. „Ingenieure aus den verschiedenen Bereichen arbeiten bei uns Hand in Hand”, so Steiger.

Ein zentraler Bereich der WTD 61 ist der „Flugversuch”. Dort wird federführend durch Flugversuchsingenieure geplant, gelenkt, koordiniert und ausgewertet. Sie müssen eine besondere Ausbildung an einer der zugelassenen Flugversuchsschulen durchlaufen. Zur Wahrung unabhängiger Urteils- und Beratungsfähigkeit verfügt die Dienststelle auch über eigene Erprobungs-Luftfahrzeugführer.

In den Geschäftsbereichen „Gesamtsysteme und Antriebe” sowie „Missionssysteme und Avionik” sitzen weitere Profis. Antriebssysteme aller Luftfahrzeuge der Bundeswehr stehen dort im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Prüfstand. Gesamtsysteme, aber auch Bordenergieversorgungssysteme und die Technik einzelner Komponenten, werden bis ins Detail bearbeitet. Rettungs- und Sicherheitsausrüstung, vom Schleudersitz über Bergemittel bis zum Kälteschutzanzug, werden hier für die Nutzung in der Truppe getestet.

Spannend und äußerst wichtig ist die modernste Elektronik und IT, die sich in jedem Luftfahrzeug befindet. Dafür sind die Geschäftsfelder „Navigation, Kommunikation, Identifikation”, „Flugregelung und –führung” sowie „Feuerleit- und Radaranlagen, Aufklärungsanlagen und Elektronische Kampfführung” zuständig. Und natürlich muss jegliche neue Bewaffnung zunächst in die komplexen Luftfahrzeugsysteme integriert werden. Das erfordert auch fundierte Kenntnisse der Struktur eines Flugzeugs. „Alles, was die Streitkräfte rund um das sichere Fliegen brauchen, wird hier erdacht, entwickelt, erprobt, verbessert und überprüft”, fasst Steiger zusammen.


Geübt wird an ausrangierten Jets

Ein Gerät  zur Flugbahnvermessung

KTH zur Flugbahnvermessung

Foto: © Bundeswehr / Bundeswehr

Die WTD 61 gehört zu den größten luftfahrttechnischen Ausbildungsbetrieben der Bundeswehr. Pro Lehrjahr werden 14 Fluggerätmechaniker und zwölf Elektroniker – Männer wie Frauen – für Geräte und Systeme ausgebildet. Alle Auszubildenden schließen ihre Ausbildung mit einem nach EASA-Richtlinien anerkannten Abschluss ab.

Nach einer Zeit in der mechanischen Grundausbildung geht es für die Mechaniker im zweiten Jahr im so genannten Lehrdock an die Flugzeuge. Zum Üben gibt es zum Beispiel verschiedene ausrangierte Jets wie F-104 Starfighter, F4-F Phantom, Alpha Jet und Tornado, diverse Triebwerke und einzelne Baugruppen, zum Beispiel Fahrwerke.
Die Elektroniker haben Labor- und Schulungsräume im eigenen Elektronikgebäude. Aufgaben sind unter anderem das Erlernen von Automatisierungstechnik, der Aufbau von Computern und Vernetzung, das Programmieren, die Erstellung von Präsentationen, der Aufbau elektronischer Leiterplatten oder Verschiedenes aus dem Bereich der Messtechnik. Schon zu Beginn der Ausbildung sind die Lehrlinge in mehreren Betriebsphasen in den Erprobungsalltag eingebunden.



Autor: Anja Wagner