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Mach, was wirklich zählt.

Eine Soldatin sitzt im Schiffstechnischen Leitstand vor einer Überwachungskonsole

Im Leitstand

Foto: © Bundeswehr / Ann- Christin Meyer

Erfolgreich Seeluft geschnuppert

Vor drei Wochen standen sie noch mit bangen, etwas verwirrten Blicken, im Hangar der „Bonn“ – 16 Offizieranwärter (OA) der Marineschule Mürwik, die ihr Truppenpraktikum auf dem Einsatzgruppenversorger verbringen. Jetzt, nach drei intensiven Wochen an Bord, sind sie Teil der Besatzung und die „Bonn“ ist ein stückweit ihr Zuhause geworden.

Bevor es ins Studium geht, haben die Offizieranwärter die Möglichkeit, einen Einblick in ihren späteren Aufgabenbereich zu bekommen und militärische Seefahrt zu erleben. Dazu verbringen sie Zeit auf verschiedenen Einheiten der Deutschen Marine. 

Hörsaal 36 verließ am 10. März die vertrauten Mauern der Marineschule Mürwik und begab sich nach Rostock. Dort ging es die Stelling hoch ins nächste Abendteuer der Offizierausbildung, das Bordpraktikum. „Wir kamen mit Vorfreude, aber auch ein bisschen Angst an Bord“, berichtet Obergefreiter (OA) Michelle Dahhan. Die „Bonn“ hatte in Warnemünde gerade ihren letzten Hafenaufenthalt des Manövers GOOD HOPE VII, in dem deutsche und südafrikanische Schiffe in der Ostsee die Schadensabwehr- und Verbandsausbildung übten.

Eine Gruppe von Soldaten an Deck Ihres Schiffes

In See

Foto: © Bundeswehr / Ann- Christin Meyer

"Leinen los"

Kaum sechs Stunden später bewegte sich zum ersten Mal der Boden unter den Füßen, als es „Leinen los“ und „volle Fahrt“ Richtung Heimathafen Wilhelmshaven hieß. Um den Einstieg in das Leben an Bord zu erleichtern, gab es die ersten zwei Tage einen sogenannten Ausbildungszug, in dem in mehreren Vorträgen und Einweisungen erklärt wurde, was für die nächsten Wochen wichtig ist. So lernten die Offizieranwärter wie sie die Schwimmweste richtig anlegen und wo ihre Gefechtsstation ist.

Für die „Bonn“ gab es eine kleine Pause vor der nächsten Seefahrt und die Offizieranwärter lernten Schiff, Kameraden und Tagesdienst in Wilhelmshaven kennen. Dazu wurden sie in die Hauptabschnitte 100 (Navigation und Decksdienst), 200 (Schiffstechnik), 400 (Zentrale Dienste) und 600 (Gefecht) integriert. „Die eingeschifften Offizieranwärter haben meine Besatzung engagiert und interessiert verstärkt, was für beide Seiten ein Gewinn war.“, so Fregattenkapitän Jobst Berg, der Kommandant des 20.000 Tonnen verdrängenden Schiffes.

Ein Soldat übt sich im Knoten binden.

Knotenkunde

Foto: © Bundeswehr / Ann- Christin Meyer

Erste Erfahrungen im internationalem Verband

Am 22. März hieß es abermals „Leinen los“ zu Joint Warrior, einer großen Verbandsübung vor der schottischen Küste. Die angehenden Offiziere arbeiteten jetzt in ihren Seewachen und unterstützten bei Manövern wie Seeversorgungsmanöver, Flugabwehrübungen und Mann über Bord. Obergefreiter (OA) Henrike Rudat sagte, dass "die Tage an Bord durch den Seewachrhythmus und einhergehenden Schlafentzug lang sind und ineinander verschmelzen". " Bei allem, was wir hier erlebt haben, können wir kaum glauben, dass wir nur drei Wochen an Bord verbracht haben", ergänzt Obergefreiter (OA) Ann-Christin Meyer.

Am 31. März heißt es dann den Seesack zu packen und über Glasgow den Heimweg anzutreten. "In erster Linie ist es wichtig, die gesammelten Erfahrungen auf uns wirken zu lassen. Jeder Marineoffizier sollte sich mit dem Leben auf See auseinander gesetzt haben, auch wenn einige von uns später eine Landverwendung anstreben. Wir sind froh, diese Chance gehabt zu haben", erzählt Obergefreiter (OA) Alexander Avdeev.

Ein besonderer Höhepunkt ist hier, dass der Rückweg nicht über die Stelling im Hafen beginnt, sondern mit Bootstransfer mit den Speedbooten der „Bonn“. "Das ist natürlich ein cooler Abschluss und ein tolles Erlebnis. Nach diesen drei Wochen habe ich definitiv Lust zur See zu fahren!", so Obergefreiter (OA) Michelle Dahhan.

Autor: PIZ Marine