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Mach, was wirklich zählt.

Ein Feuerwehrmann mit Schutzhelm und reflektierender Schutzjacke
Ein Feuerwehrmann schult Kollegen anhand eines Straßenmodells

Weiterbildung am "taktischen Sandkasten"

Foto: © Bundeswehr / Stephan Ink

Ein Mann für brandheiße Fälle

Der Tower des Flughafens Köln/Bonn kündigt eine Luftnotlage an: Der Pilot einer Maschine im Anflug hat Rauch im Flugzeug gemeldet. Tim Hall übernimmt die Einsatzleitung und fährt mit seinem Team und sechs Löschfahrzeugen in die Nähe des Rollfelds. „Jetzt sind ein klarer Kopf und volle Konzentration gefordert“, so Hall.

Für technisch Interessierte mit abgeschlossenem Hochschulstudium bietet die Bundeswehr vielfältige Einsatzmöglichkeiten. So zum Beispiel im gehobenen technischen Dienst – Fachrichtung Feuerwehr. Brandoberinspektor Tim Hall entscheidet sich im Jahr 2009 für den Arbeitgeber Bundeswehr.

Ein Feuerwehrmann arbeitet an einem Computer

Die Arbeit am Schreibtisch gehört zu seinem Job

Foto: © Bundeswehr / Stephan Ink

Sein Weg zur Bundeswehr

Tim Hall ist schon von klein auf bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG, aktiv. Nach der Mittleren Reife macht er eine Ausbildung zum Elektriker und absolviert das Fachabitur. „Bei meiner Arbeit in der DLRG erfuhr ich vom Studium Rescue-Engineering“, erinnert sich Hall.

Nach diesem Bachelorstudiengang bewirbt er sich bei der Bundeswehr. „Ich war der erste Teilnehmer der damals noch 36-monatigen Laufbahnausbildung für den gehobenen technischen Dienst in der Fachrichtung Feuerwehr“, so der 35-jährige. Während dieser drei Jahre sammelt er in diversen Praktika erste Erfahrungen bei der Bundeswehrfeuerwehr. Danach wird er an seinen Wunschstandort zur Feuerwehr der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung in Köln versetzt.

Heute ist die Laufbahnausbildung für 24 Monate konzipiert: „Das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr bietet hervorragende Ausbildungen und Ausbildungsmittel. Diese stehen der zivilen Ausbildung in nichts nach“, weiß Hall.


Eine abwechslungsreiche Tätigkeit

Der gebürtige Kölner erstellt für rund 100 Kollegen die Dienst- und Einsatzpläne. Aus-, Fort- und Weiterbildungen übernimmt er ebenfalls. Hall arbeitet in 24-Stunden-Schichten: „Ich bin im Durchschnitt zehn Tage pro Monat im Dienst. Das ist für mich und meine Familie ideal.“ Neben den Aufgaben des Wachabteilungsleiters ist er auch stellvertretender Leiter der Feuerwache. „Wir stehen in engem Kontakt mit der Feuerwache auf dem zivilen Teil des Flughafens Köln/Bonn“ berichtet Hall und ergänzt: „Bei einer Alarmierung steht sowohl die zivile als auch die militärische Feuerwehr bei der Landung bereit.“ Damit die Zusammenarbeit reibungslos klappt, üben die Spezialisten regelmäßig miteinander.


Ein Feuerwehrmann mit Gehörschutz steht zwischen Flugzeug und Feuwehrauto und gibt Handzeichen in Richtung Cockpit

Per Kabel stellt Hall die Sprechverbindung zum Piloten her

Foto: © Bundeswehr / Stephan Ink

Alles gut gegangen

Das Flugzeug landet und der Pilot nimmt die Parkposition ein. Zur ersten Kontaktaufnahme schließt Hall das Headset an: „Nun erklärt mir der Pilot, welches Problem besteht und ob die Passagiere evakuiert werden müssen.“ Dieses Mal ist alles gut gegangen. Der Rauch wurde durch eine Fehlfunktion eines Rauchmelders im Cargobereich des Flugzeuges registriert. Nachdem die Passagiere und die Crew das Flugzeug wie gewohnt über die Fluggastbrücke verlassen haben, wird der Defekt durch Luftfahrzeugtechniker behoben.

Autor: Ines Blandau