Mach, was wirklich zählt.

Mehrere Studentinnen stehen in einem Gang einer Universität
Mehrere Studentinnen stehen in einem Gang einer Universität

IT Studiengang nur für Frauen

Foto: picture alliance / Bader-Butowski

Ein IT-Studiengang - ausschließlich für Frauen

Kooperation zwischen Bundeswehr und Hochschule Bremen beschlossen: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - Fächer, bei denen Frauen meist unterrepräsentiert sind. Doch gerade im Bereich MINT werden dringend Fachkräfte gesucht. Ab dem Wintersemester 2016 bekommen bis zu zehn Beamtenanwärterinnen der Bundeswehrverwaltung die Möglichkeit, den Bachelorstudiengang „Internationaler Frauenstudiengang Informatik“ an der Hochschule Bremen zu besuchen. 

Möglich wird dies durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Bundeswehr und der Hochschule Bremen, die am 3. Mai beschlossen wurde – bereits die fünfte dieser Art mit einer zivilen Einrichtung. „Mit der Kooperation unterstreichen wir unsere Profilierung als Duale Hochschule. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung.“ sagt die Rektorin Prof. Dr. Karin Luckey.

Das Studium ist ein Teil der Laufbahnausbildung für die Anwärterinnen im gehobenen technischen Dienst in der Bundeswehrverwaltung. Ziel ist es, den „Bachelor of Science“ in Informatik mit dem Schwerpunkt Softwareentwicklung zu erlangen. Die Inhalte unterscheiden sich nicht von einem anderen Studiengang mit gleicher Ausrichtung. Die Besonderheiten: Das Studium findet in kleinen Gruppen statt und ermöglicht so eine optimale Betreuung. Bis zum dritten Semester sind die Frauen unter sich. Gerade in den praktischen Anteilen bringt dies Vorteile: „Männer haben eine andere Herangehensweise als Frauen“, erläutert Luckey. Ab dem vierten Semester werden Wahlpflichtfächer angeboten, welche studiengangsübergreifend stattfinden: „Über diese Module öffnet sich das Studium wieder“, so die Rektorin. Im fünften Semester ist ein Studienaufenthalt an einer Partnerhochschule im europäischen oder außereuropäischen Ausland vorgesehen. Im Verlauf des Studiums werden in Praxisphasen unterschiedliche Praktika und arbeitgeberspezifische Lehrgängen absolviert. Diese gehören zum Vorbereitungsdienst für die Laufbahn im gehobenen technischen Dienst. Die Studiendauer ist auf sieben Semester angelegt und schließt die betriebliche Praxisphase, ein Auslandssemester und die Bachelor-Thesis mit ein. 

Unterzeichnung des Kooperationsvertrages

Kooperation zur Gewinnung technischer Nachwuchskräfte

Foto: © Bundeswehr / Harry Funk

„Der Frauenstudiengang hat bei uns besonderes Interesse geweckt. Gerade der Engpassbereich in den MINT-Fächern kann hier attraktiver gestaltet werden“, so der Präsident des Bundesamtes für das Personalmanagement (BAPersBw), Georg Stuke. Die Abkürzung MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Genau der Bereich, in dem Fachkräfte gesucht und Frauen unterrepräsentiert sind. Diesen „Frauenstudiengang“ bietet die Hochschule bereits seit dem Jahr 2000 an. Er stößt noch immer auf reges Interesse. „Bei den Lehrinhalten verlassen wir uns zu 100 Prozent auf die nachgewiesenermaßen herausragende Qualität der Hochschule Bremen, die durch ihre kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen wird“, so Präsident Stuke. Der Präsident des Bildungszentrums der Bundeswehr (BiZBw), Christoph Reifferscheid, ergänzt: „Unser Interesse liegt in der hochqualifizierten Ausbildung in Verbindung mit der Förderung weiblichen Nachwuchses im technischen Bereich.“