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Mach, was wirklich zählt.

Mehrere Soldaten in einer Schneelandschaft mit einer Bergspitze im Hintergrund
Eine Gruppe von Soldaren auf einem schneebedeckten Berg

Kampf um die Höhe

Foto: © Bundeswehr / Johannes Schwegler

Gebirgsjäger im Kampf um die Höhen

Zusammen mit dem österreichischen Bundesheer hat kürzlich die Gebirgsjägerbrigade 23 in bis zu 2.800 Metern Höhe auf dem Übungsplatz Lizum/Walchen in Tirol den Gebirgskampf geübt. Etwa 1.600 deutsche Soldatinnen und Soldaten aus allen Verbänden und selbstständigen Einheiten der Gebirgstruppe arbeiteten bei der Brigadegefechtsübung Edelweiss 2016 Hand in Hand.


Seit Tagen tobte das Gefecht in den Bergen. Getreu dem Grundsatz: „Wer die Höhen hat, der hat auch die Täler“, kämpften die Gebirgsjägerbataillone um beherrschende Höhen, so unter anderem auch um die Tarntaler Köpfe (2.757m). Dort haben sich die „Kräfte Blau“ im Zuge der Dunkelheit an die Stellungen der „roten Kräfte“ angenähert und diese genommen. Im Morgengrauen setzte bei starkem Wind und eisigen Temperaturen der „rote“ Hochgebirgsjägerzug zum Gegenstoß an. Das Ziel: Die Tarntaler Köpfe zurückerobern. „Auf geht’s Männer!“, sagte der Zugführer und trieb seine Soldaten zu Höchstleistungen an.


Ein Soldat mit angeschlagener Waffe im Schnee hinter einem größerem Felsen.

Kampf um die Höhe 12

Foto: © Bundeswehr / Sebastian Zäch

Gefecht in den Bergen

Unter Deckungsfeuer stürmten die Gebirgsjäger trittsicher von Fels zu Fels. Immer wieder waren Feuerstöße eines Maschinengewehrs (MG) zu hören. Die MG-Schützen hielten dabei die „blauen Kräfte“ in ihren Stellungen nieder, sodass die „roten Kräfte“ sich immer weiter nach vorn kämpfen konnten. Nach hartem Kampf war es schließlich geschafft: Die „roten Kräfte“ hatten das Gipfelkreuz erreicht und ihre Stellungen zurückerobert.


3 Fahrzeuge des Tpys Boxer auf einer befestigten Straße

Beitragsbild Kampf um die Höhe 1

Foto: © Bundeswehr / Carl Schulze


Operationen im extremen Gelände

Seit dem 10. Oktober waren aus allen Truppenteilen der Gebirgsjägerbrigade 23 Soldaten mit ihren spezifischen Fähigkeiten zusammengezogen worden, um die Übung Edelweiss auf einer Fläche von 80 mal 130 Kilometer durchzuführen. Das System Gebirgsjägerbrigade 23 wurde damit in Gänze abgebildet. „Ziel ist es, dass wir als Gebirgsjägerbrigade 23 Operationen verbundener Kräfte im schwierigen bis extremen Gelände einschließlich großer Höhen führen können“, so Brigadegeneral Alexander Sollfrank, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23.

Auf Grundlage der Rahmenlage namens „Obsidia“ wurden verschiedene Szenarien abgebildet und die einzelnen Verbände der Brigade beübt. In der Lage ist die Gebirgsjägerbrigade 23 in einer multinationalen Division eingebunden und im Staat „Obsidia“ eingesetzt, um die Souveränität des Staates zu schützen und dessen Stabilität zu gewährleisten.


3 Soldaten auf dem Fahrzeug Fenneck

Beitragsbild Kampf um die Höhe 2

Foto: © Bundeswehr / Sebastian Zäch

Aufklärer verdichten das Lagebild

Durch Aufklärungsergebnisse des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 im Raum Murnau konnte bestätigt werden, dass der Staat „Wislanien“ einen Angriff auf „Obsidia“ plant. Dabei kamen unter anderem der Hochgebirgsspähzug, die Spähkräfte auf ihren Fenneks sowie die Drohne LUNA (Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungsausstattung) zum Einsatz. Hauptfeldwebel Vanessa B. ist Spähtruppführerin auf einem Fennek: „Unser Auftrag ist es, Aufklärungsergebnisse für die übergeordnete Führung zu gewinnen, um somit das Lagebild zu verdichten.“

Gesichert wurden die Aufklärungskräfte dabei immer von einem Zug des Gebirgsjägerbataillons 231, der mit seinen gepanzerten Transportkraftfahrzeugen (GTK) Boxer und seinen infanteristischen Fähigkeiten in der Lage ist, die Aufklärungskräfte bei feindlichen Übergriffen zu unterstützen.

Diese erste Phase der Übung, die sich hauptsächlich im Raum Murnau, Mittenwald und Altenstadt abspielte, diente auch der Einsatzvorbereitung. Bereits Anfang des nächsten Jahres verlegen die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 231 sowie des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 gemeinsam in den Auslandseinsatz nach Mali.

Ein Soldat im Schneeanzug am Berg

Beitragsbild Kampf um die Höhe 3

Foto: © Bundeswehr / Johannes Schwegler

Gebirgsjäger trotzen widrigem Wetter

In der zweiten Phase folgte dann die Angriffsoperation der „Kräfte Blau“ des Gebirgsjägerbataillons 233 aus dem Naviser Tal. Im Kampf um die Höhen und die Gipfel wurde den Gebirgsjägern nicht nur körperlich, sondern auch mental viel abverlangt. Nach mehreren Tagen und Nächten im Gebirge bei widrigem Wetter mit kalten Temperaturen, starkem Wind, Nebel und Schneefall sowie Gepäck mit rund 30 Kilogramm war trotz allem höchste Konzentration von den Soldaten gefordert.

Neben alpinen Gefahren, die im Gebirge stets präsent sind, mussten die Soldaten aufmerksam ihre Umgebung beobachten und entsprechend schnell und taktisch klug bei Feindkontakt handeln. „Die Soldaten müssen nicht nur die schwierigen Wetterbedingungen und das Gelände bewältigen, sondern sie werden auch vor besondere Herausforderungen in den simulierten Gefechtslagen gestellt, die sie in einem außerordentlich hohen Maß fordern“, betont Brigadegeneral Sollfrank.

Das System Gebirgsjägerbrigade 23

Zwei Soldaten beobachten von einem Berg aus die Umgebung

Kampf um die Höhe 1

Foto: © Bundeswehr / GebJgBrig23

Dabei wurde das Vorgehen der Gebirgsjäger stets von den Unterstützungsverbänden der Gebirgsjägerbrigade 23 gestützt. So brachten die Soldaten des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Tragtierwesen 230 mit ihren Tragtieren schweres Material und Munition bis auf 2.500 Meter Höhe.

Die Soldaten des Gebirgspionierbataillons 8 ermöglichten mit ihrer Seilbahn, die einzigartig in der Bundeswehr ist, ebenfalls den Transport von schwerem Material im Gebirge. Eingegliedert in die Kampfkompanien haben die Gebirgspioniere mit Hilfe von Minen und Sperren sowie mit ihren Fähigkeiten zur Kampfmittelabwehr Bewegungen auch im schwierigen Gelände gehemmt beziehungsweise gefördert.

Mit ihren Brigadeversorgungspunkten stellten die Soldaten des Gebirgsversorgungsbataillons 8 ebenfalls die durchgängige Einsatzbereitschaft der kämpfenden Truppe sicher. Beschädigtes Material wurde repariert und Nachschub nach vorne gebracht. Die Funk- und Fernmeldeverbindungen zwischen den Übungsteilnehmern und der Übungsleitung wurden durch die Stabs- und Fernmeldekompanie der Gebirgsjägerbrigade 23 sichergestellt.

Von den Unterstützungs- bis hin zu den Kampfverbänden sind alle Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 dazu ausgebildet und befähigt, ihre Aufträge unter schwierigen bis hin zu extremen Umweltbedingungen auszuführen, um als System Gebirgsjägerbrigade zu funktionieren. „Das, was einen militärischen Führer der Gebirgstruppe ausmacht, sehe ich hier an allen Ecken und Enden. Das ist für mich die Fürsorge um die Soldaten, die Kameradschaft, aber auch der knallharte Wille, einen Auftrag auszuführen, das Gelände und am Ende dann auch den Gegner zu bezwingen“, resümiert Brigadegeneral Sollfrank.

Ein Fahrzeug des Typs Wiesel mit 2 Soldaten auf einem Berg

Foto: © Bundeswehr / GebJgBrig23


Gebirgsjäger überzeugen mit Bravour

Von der besonderen Leistungsfähigkeit der Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 bei der Übung Edelweiss 2016 überzeugten sich im Rahmen seiner Dienstaufsicht auch der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Bernd Schütt, und weitere Besucher aus verschiedenen Bereichen der Bundeswehr. Darunter waren unter anderem Vertreter aus dem Amt für Heeresentwicklung aus Köln, dem Sanitätskommando aus Diez, eine Delegation aus dem Ausbildungszentrum Infanterie in Hammelburg sowie der Offiziernachwuchs der Gebirgstruppe vom Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf in Mittenwald. Die Delegationen zeigten sich beeindruckt vom Können der Soldaten der Gebirgstruppe.

 

 

Autor: Gebirgsjägerbrigade 23

Gebirgsjäger im Angriff